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Der Israelit · 1863-06-10 · Heft 23 (10.6.1863) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 23 (10.6.1863)
Date
1863-06-10
Page
– (sequence 12)
Language
German
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878 Leise treten sie in's Zimmer Und bei mildem Lampenschimmer Vor des Himmelbettes Flor Reih'n sie sich — ein Engel-Chor. — » -r- * Denn mit reiner Unschuld Flügeln Reichen Kinder zu den Hügeln, Zu den lichten Himmelshöh'n, Wo Cherub und Seraph steh'n. » * * Durch der Kinder fromme Lieder Steigen Englein zu uns nieder Micha—el und Gabri—el Uri—el und Rapha—el.*) 4- 4- 4- Zu dem „Hüter Israels" flehen Kindlein, die am Kindbett stehen, Salbungsvoll die Sprüche sind Für die Mutter und ihr Kind. » » * Zu dem immerwachen Hüter Beten kindliche Gemüther; Abzuwenden bösen Wind Von der Mutter und dem Kind. — 4- 4- -k Und die Mutter mit Behagen Hört sie die Gebete sagen Und den Säugling an die Brust Presset sie mit Mutterlust. 4- 4- 4° Da die Andacht nun geendet Und der Zug sich heimwärts wendet, Reichel man der kleinen Schaar Süße Früchte freundlich dar. 4> 4- 4- Eine ganze Woche weihen So die Kinder ihren neuen Mitgen offen — bis zur Zeit, Wo der „heil'ge Bund" ihn weiht. *) Vier Engelsnamrn deren ethmologiscbe Bedeutung: GotteS Einzigkeit, Gattes Stärke, Gotteslicht, Gottes Heilkraft. — Es sind dieses Stellen aus dem Abendgebet. Igadische Exegese nach dem Midrasch Nabba. Die Stelle d. h. Schrift (1. B. Mos. 15. 5.) „Und er führte ihn heraus, und sprach : Sieh 'gen Himmel und zähle die Sterne, wenn du sie zählen kannst, und sagte ferner zu ihm: So wird deine Nachkommenschaft sein," erklärt R. Lewi, Namens R. Jochanan mit folgender Erzählung: „Ein Reisender verirrte sich einst in eine öde Wüste, wo er zehn Tage wanderte ohne eine Stadt oder irgend eine Herberge zu finden um dort übernachten zu können: er sah auch weder einen Baum, um unter dessen Schatten ausruhen, noch eine Wafferquelle, um seinen brennenden Durst stillen zu können. Er traf auch kein lebendes Wesen dort, um wenigstens sich nicht ganz allein und einsam in dieser elenden Wüste zu sehen. Nach Verlauf dieser für ihn so schmerzvollen 10 Tage erblickte er endlich einen Baum in der Ferne, unwillkürlich stieg der tröstende G danke bei ihm auf, daß vielleicht dort auch eine Wafferquelle sei, welche den Wachsthum des Baumes befördert. Er raffte daher seine noch übrigen Kräfte zusammen und eilte muthigen Schrittes zu dieser hoffnungsvollen Stelle hin. Wie entzückt war er dann, hier einen herrlichen Baum mit schattenreichen Zweigen und angenehmen bereist reisen Früchten, zu finden, und gleich neben ihm eine frische und reine Wafferquelle. Er ruhete gleich aus unter dem kühlenden Schatten des Baumes, aß von dessen Früchten, und trank aus der Quelle. So gelabt und erquickt machte er sich frisch gestärkt wieder auf, um von Neuem seine Reise fortzusetzen. Bevor er weiter ging, fühlte er sich gedrungen, seine inneren Dankgefühle selbst dem leblosen Baume gegenüber mit folgenden Worten auszudrücken. Er sagte daher: „Herrlicher Baum! Mit was soll ich dich jetzt bei meinem Abschiede segnen? „Daß dein Schatten kühlend sei?" er ist es schon. „Daß deine Zweige schön und anmuthig, deine Früchte süß und schmackhaft sein sollen?" Sie sind es schon. »Daß eine Wafferquelle deine Wurzeln stets bewässern, und deine Stellung lieblich und reizend sei? Dies Alles ist bereits der Fall Es bleibt mir daher für dich Nichts mehr zu wünschen übrig, als, daß auch alle Schößlinge, welche man von dir künftig weiter verpflanzen wird, dir in allen deinen Vorzügen gleichen mögen." Ebenso sehen wir, daß der Heilige, gelobt sei er, unter den ersten zwanzig Generationen der Menschheit, seit der Weltschöpfung, Niemanden gefunden hat, der so fromm und tugendhaft wie Abraham gewesen wäre, der so viele Proben wahrer Gottesfurcht abgelegt, und so manigfachen Versuchungen und Anreizungen zum Bösen standhaft und unerschütterlich widerstanden hat. Der allgerechte Belohner alles Guten sagte daher zu ihm: „Mt was soll ich dich segnen? Daß ihr, du, dein Weib Sara, und deine

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