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Der Israelit · 1863-06-03 · Heft 22 (3.6.1863) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 22 (3.6.1863)
Date
1863-06-03
Page
– (sequence 5)
Language
German
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259 Beruf, der menschlichen Gesellschaft die religiöse Idee als einen Sittenspiegel vorzuhalten, und sie vor dem abergläubigen Mysticismus wie dem ungläubigen Materialismus zu bewahren, in derselben ihm anweist. Zu einer solchen Lehranstalt, zu einer wahrhaft jüdischen Schule legt, ihr Religionskämpfer und ihr Wissensfreunde, gemeinschaftlich den Grundstein unter dem Rufe: Talmudisches Judenthum, wissenschaftliche Bildung, Orthodoxie, Cultur. v. I,. N. Mn MWr Armen- und Wgerwohrmngen in Jerusalem. Nathan Simon in Mainz in Folge der Darstellung in Nr. 19 d. Bl. 10 fl.; dessen Sohn Leo 2 fl.; zusammen 12 fl. — Durch Distr. - Rabbiner Wormser in Gersfeld: Joseph Kahner in Brückenau 1 fl. 45 kr.; abz. Porto 1 fl. 28 kr. — Durch Josef Gallinger in Binswangen: Jonas Gallinger 3 fl.; H. L. Neuburger 2 fl.; Jacob Gallinger 2 fl.; Meyer Buttenwieser I fl. 45 kr.; Josef Gallinger 3 fl.; zusammen II fl. 45 kr. — Durch M. Löwenberg, Lehrer in Rödelsee: bei der Verlobung von Joel Stein daselbst mit Mathilde Lehmann aus Aschbach gesammelt 5 fl; abz. Porto 4 fl. 40 kr. Zeitungsnachrichten u. CsrrespondenM. Deutschland. Mttinz, den 26. Mai. Wir werden von verschiedenen Seiten aufgefordert, doch einmal die wiederholten Angriffe zurückzuweisen, welche selbst von Seiten der liberalen Presse gegen die Juden, und zwar ganz unverdient, gerichtet werden. Die Redaktionen solcher Organe, die sich stets ihres Freimuthes und ihrer Freisinnigkeit, ihres Kampfes für das unterdrückte Recht und die Gewissensfreiheit rühmen, sollten doch bedenken, daß sie mit eingestreuten gehässigen Bemerkungen gegen den jüdischen Stamm demselben mehr schaden als irgend ein Ausnahmsgesetz. Diese Zeitschriften verkennen dem Juden gegenüber ihre Tendenz; sie wissen die hohen Tugenden des jüdischen Geschlechtes nicht zu würdigen, lassen sich vielmehr von angeerbten Vorurtheilen verblenden, und ergreifen jede Gelegenheit, diese Vorurtheile im Volke zu vermehren und zu steigern, statt ihnen kräftig entgegen zu arbeiten. Namentlich wurden wir in jüngster Zeit auf zwei Artikel der zu Leipzig erscheinenden „Gartenlaube" (Nr. 20) aufmerksam gemacht. Diese belletristische Zeitschrift zählt Hunderttausende von Abonnenten, auf deren Anschauungsweise sie natürlich von größtem Einflüsse ist. In dem einen Artikel: „Die deutschen Juden in London", wird „der eigentliche Jude" dahin definirt, daß er Nichts wolle als Geld verdienen; deßhalb sei er der „eigentliche" Jude. Welch ein Verkennen des jüdischen Wesens und Wollens! Schlimmer ist der andere Artikel: „berühmte Abenteurer", in welchem die Geschichte des würtembergischen Ministers Süß (eines Juden) dazu benützt wird, die ganze jüdische Nation anzuklagen und mit Schmach zu überhäufen. Da heißt es: „die Juden hatten unter seiner schützenden Hand ungestörte Freiheit, die unglücklichen Würtemberger zu schinden und auszubeuten," was geradezu unwahr ist. Süß hatte sich während seiner Glanzperiode dem Judenthume völlig entfremdet und kehrte erst im Unglücke zu ihm zurück. Ferner: „Alles war unter der Judenregierung käuflich." Was berechtigt den wahrheitsliebenden Historiker dazu, das Regiment dieses Süß eine „Judenregierung" zu nennen? Es ist dies jene schmachvolle Art der Bezeichnung, die das Schlechte bei einzelnen Juden zu Collectivbegriffen gestaltet und das Gute als Ausnahme darstellt. — Dann wird der „jüdische Charakter" definirt; diesem gemäß soll der Handel mit Gold, Juwelen und Silber seiul Sonderbare Charakteristik! Endlich wird die wahrhaft heldenmüthige Haltung des Süß, mit welcher er allen Zumuthungen, Überredungskünsten und falschen Verheißungen, die ihn zum Glaubenswechsel verleiten wollten, widersteht und reuig und aufricht g zur Religion der Väter und deren practischen Ausführung zurückkehrt, nicht gehörig gewürdigt, weil diese muthvolle Standhaftigkeit dem „Judenthum" galt. Wir haben oben gesagt, daß man selbst das Gute, was man einzelnen Juden nachsagt, dadurch

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