Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 21 (27.5.1863)
- Date
- 1863-05-27
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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245 geführt wird, mit Zuversicht wiederholen zu dürfen; es bleibt mir nur noch übrig darzulegen, warum dieser Plan einer baldigen Erledigung zugeführt Werden muß. Es herrschen wie allbekannt, im gegenwärtigen religiösen Leben der Israeliten Ungarns der Uebelstände gar viele. Das Hauptheilmittel für sie alle ist die Förderung des Thorastudiums, das leider seit vielen Jahren im Abnehmen begriffen ist; es stellt sich daher von drei Gesichtspunkten aus das unabweisbare Bedürfniß der zu errichtenden Lehranstalt heraus, mag diese nun den Namen Rabbinatscollegium, Musterjeschtbah, Seminar oder einfach Jeschibah führen, denn der Name ist gleichgiltig und thut durchaus Nichts zur Sache. 1) Da es im Princip allgemein anerkannt ist, daß die heutzutage unabweisbare profane Wissenschaft auch besonders dem Thorabeflissenen nicht fremd bleiben kann uno darf, so kann eine derselben Rechnung tragende Reorganisation des Jeschibahwesens bei systematischem Unterrichtsplane dem Thorastudium mcht nur nicht Abbruch thun, sondern vielmehr einem bedeutenden Zeitverlust Vorbeugen; denn wir gewinnen dadurch nicht allein, daß die zeitgemäße Wissenschaft den Studirenden zugänglich wird, sondern auch daß die jungen Leute sich unter gediegener Anleitung in derselben bald zurechtfinden, während sie ihnen bisher großenteils ein Labyrinth gewesen, in welchem sie bei unsäglichem Kraft- und Zeitauswande auf Kosten des Thorastudiums Jahre lang umherirrten, ohne jedoch nach Jahren mehr erlangt zu haben, als eine systematische Leitung in Monaten ihnen zugänglich gemacht hätte. 2) Von einem anderen Gesichtspunkte aus, ist die Gefahr noch größer; wenn nämlich der Thorabefliffene, der Gymnasien und Universitäten regelmäßig besucht und i"n „das Lernen" nur nebensächlich betreibt, wenn dann das Lernen in den Hintergrund tritt und neben den systematisch gelehrten profanen Wissenschaften den Geist des Schülers nicht zu fesseln vermag! Es ist nicht nöthig, das Unglückselige und Gefahrbringende eines solchen Zustandes näher darzulegen. 3) Der dritte Gesichtspunkt ist aber noch bei weitem der wichtigste; es ist der der .1X2', der echten inneren Gottesfurcht, die in einer von uns zu errichtenden Rabbinerschule vorwalten wird und muß, wodurch die jugendlichen Gemüther gekräftigt und gestärkt werden, den vielen Versuchungen des Lebens zu widerstehen. Da wird gleich von vornherein das Gefährliche, welches die verschiedenen profanen Studien dem religiösen Gemüthe bringen, entfernt oder doch unschädlich gemacht, so daß rüstige Arbeiter herangebildet werden, stark an rabbinischem Wissen, gebildet in zeitgemäßen Wissenschaften, zugleich aber unerschütterlich fest in echter religiöser Ueberzeugung. Nicht auf fremden Boden wollen wir unsere heilige Thora verpflanzen, indem wir eine Rabbinerschule gründen; nein, sie soll und wird in unserer Mitte heimisch bleiben; nur wollen wir mit der Errichtung dieser Pflanzstätte unter göttlichem Beistände der Weisung unserer Weisen Nachkommen: machet eine Mauer zum Schutze der Gotteslehre, und indem wir uns bestreben xbw ip'p.i irw rix riiLkpv, auch erreichen i'2p.-ib wi'Lvri, viele, echte Talmidim heranzubilden, damit sich erfülle die Verheißung: '-i nx .ipi ^x.i .ixbrn und voll Wird sein die Erde der Erkenntniß Gottes! 4mbro8iu8 Lolm, Bez.-Rabbiner zu Szill (Somogy). Mu Adrüher Armen- und Wgerümhnungeu rn HeruMem. Durch Abr. Wertheim in Fulda: bei der Verlobung des Lehrers Js. Emmerich in Rhina mit Hannchen Birk gesammelt 2 fl. 12 kr.; abz. Porto 2 fl. 3 kr. — Jeannette Adler in Goßmannsdorf 1 fl. 45 kr. — Durch W. Rothstein in Mainstock h e i m: bei der Verlobung seiner Tochter Mariane mit L. Rosenbusch aus Wiesenbronn gesammelt 6 fl.; abz. Porto 5 fl. 44 kr. — (Durch Rabbiner S. Fromm in Bad Homburg: bei der Hochzeit von M. Rothschild und Emma Binge gesammelt 10 fl. für T- CH. in Jerusalem). — Durch L. Stadecker in Merchingen: bei der Hochzeit seines Sohnes Israel gesammelt 5 fl.; abz. Porto 4 fl. 44 kr. — (Die in Merchingen eingesandten Gaben f. d. A. d. h. L. werden an R. L. Ottensosser in Höchberg gesandt).*) — Ungenannter 9 fl. (Derselbe f. d. A. d. h. L. 9 fl.) — Durch L N-eumann, Lehrer in Jmpsingen: D. Lichtenfeld zu Böttigheim 1 fl. (und 1 fl. f. d. A. d. h. L ) Zeitungsnachrichten n. Correspondeiyen. Deutschland. Mainz, den 15. Mai. Die Umwandlung der alten Zustände ist eine allmähliche und die Zeichen Von einer Sendung von Steinmefselshausen ist uns Nichts erinnerlich. Red.