Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 20 (20.5.1863)
- Date
- 1863-05-20
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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240 Auszüge von Erzählungen, Gleichnisse», Gedanken und Meinungen, wie Erklärungen von Schriststellen, aus hebräischen Werken. Von ^osepd K»vvier in Vrv8lan. Rabbi Hunna und Rabbi Chisda saßen in vertraulichem Gespräch und wurden den des Weges kommenden Geniba gewahr. „Stehen wir vor ihm aus, sagte der Eine, und bezeigen ihm die einem Jünger der heiligen Lehre schuldige Ehre." „Fällt mir doch nicht ein," entgegnete der Andere, „vor einem Gegner, einem Streitsüchtigen aufzustehen; nimmt er keinen Anstand, Opponent der Weisen zu sein, brauchen wir auch gegen ihn nicht den Anstand zu beobachten." Während dieses Wortwechsels über die zu bezeigende Höflichkeit kam Geniba aus sie zu und grüßte: „Friede mit Euch Könige! Friede Euch, Könige!" „Du hältst uns für Gelehrte," entgeaneten sie, „und begrüßest uns königlich. Woher hast Du es denn, daß Rabbanim als Könige bezeichnet werden? „Wer nach der Weisheit lebt und Herrschaft über sich selbst übt," antwortete er, „den bezeichnet die Schrift als König. — „Durch mich — spricht die Weisheit — herrschen Könige." Sprüche 8, 16. „Woher hast Du es, daß man Könige mit einem doppelten Gruße anredet?" „Aus der Stelle, worauf Rabbi Jehudah im Namen des Raw aufmerksam gemacht: „Und ein Geist erfüllte den Amasai, das Haupt der Anführer: „Zu Dir, David, und mit Dir, Sohn Jischai'S, Friede, Friede Dir!" Chronik 1. 12, 18. Diese Geistesblitze entzündeten die Ersten mit Achtung und sie forderten ihn auf: Möge es dem Herrn gefallen, etwas bei uns zu genießen." „Erst muß ich" erwiederte er höflichst, „dem Viehe sein Futter vorlegen, denn so lehrte es Rabbi Jehuda im Namen des Raw. „Der Mensch darf sich nicht früher einen Genuß erlauben, bis er feinem Viehe Futter vorgelegt, darauf weist die Schrift hin, 5. V. M. 11, 15. „Ich werde Deinem Vieh Gras geben auf dem Felde, und dann wirst auch Du essen und Dich sättigen." — Welcher Wink gegen Thierquälerei! — (Gitin 62.) Königen und Gelehrten bemerkt der Moharschoh, gebührt ein zwiefacher Friedensgruß Beide haben den Frieden auf Erden und den Frieden des Himmels anzustreben; Beide haben die Gerechtigkeit, welcher sie selbst aus voller Seele huldigen, zu bekennen und freimüthig zu vertheidigen. Wo Jemand in unanständiger Vermessenheit gegen eine vernünftige Lehre streitet, muß der Gelehrte mit Waffen des Geistes und der friedlichen Belehrung hervortreten und den Streitsüchtigen zu beschwichtigen suchen, und wo Jemand die sittliche Ordnung und das Recht verderbend angreift, muß der Arm des Königs den Frechen erschüttern und ihn zur beschämenden Besinnung bringen. Gesetzeslehre und Gesetzesübung sind die dauerhaftesten Stützen einer staatlichen Gesellschaft. Beitrag zur Onsrnatik -er hebräisch. Sprache. Bon 4v«vd llemriek in 8. a. -s. -- (Fortsetzung.) Wenn aber der Jäger von der gefährlichen Jagd unbeschädigt und als Sieger nach Hause kam, mit welchem Jubel die Heimgebliebenen ihn dann empfingen! Wie da nicht der Freudenruf „2^2 — so," „Der Sieger ist wieder angelangt," von Mund zu Mand ging! ->L' von Radix 2^ ----- (-,-,w --rinn) schließt in sich: streiten, ringen (Hosea 12. 5) und siegen. Als später die Menschen sich vermehrten und ihre Zahl derart anwuchs, daß sie bereits einer Organisation bedurften, die ihnen Rechte gab und nahm, weil der Begriff von Mein und Dein einmal ins Leben gerufen, durch neu hinzugetretene Verhältnisse immer mehr das Eigenthumsrecht des Einzelnen zum Besten der Gesammtheit begrenzte und endlich in die Verhältnisse ganzer Familien eingriff, da that es eines Mannes noth, der die Uebergriffe des Starkerr wehren und den Schwachen vor Uebermuth beschützen sollte. Wozu sich aber keiner bester als eben der Allerstärkste eignete, der mit entschiedenem Willen Gesetz und Recht zu üben vermochte. Also kam ein gewaltiger Jäger an die Spitze der Gesellschaft, der jetzt mit eben dem Erfolg Menschen bändigte, mit der er früher wilde Thiere nieder rang. Wir wissen aus 1. Mos. 10. 9., daß der starke Jäger Nimrod der erste Fürst und Herrscher war. So erhielt 2L> die neue Bedeutung Fürst. Und wie sich die Kriegskunst entwickelte ward mit ihr der82L.2 2^ (idiä. 21. 22.), Kriegesoberster etwa bis es endlich ein Titel für jeden Vornehmen ward, ob er die Aufsicht über unschuldige Heerden hatte 'in (idiä. 47. 6) oder an der Spitze der Stadt mit der Magistratur bekleidet war ->'p7i 2^ xrssksotas urdis (1 Kön. 22. 26.) Endlich in der nachexilischen Zeit verstand man gar Engelsfürsten, Erzengel (Dan. 10. 13. 20 ) darunter. Also schließt das eine Substantiv in sich eine Geschichte der Menschheit und ihrer kulturhistorischen Entwickelung! . . . Kommen wir aber auf seine primitive Bedeutung zurück, so wissen wir bereits, daß der unerschrockene Jäger 2w v. 2NN Ringer, Kämpfer hieß, wozu voraus gesetzt wird,