Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 20 (20.5.1863)
- Date
- 1863-05-20
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Beilage zu Nr. 2V des Israelit. Zeitungsnachrichten u. Gorrespondenzen. Oefterreichischer Kaiser st aat. Aposiag, im Mai. Als sich die Männer der großen Versammlung in ihrer frommen Fürsorge viele Fasten auferlegten, um von der göttlichen Gnade zu erwirken, daß die Sopherim nicht reich werden sollen, indem sie hierdurch leicht zur Ver suchung kommen könnten, ihrem Amte untreu zu werden und ferner nicht mehr zu schreiben (Peßachim 50 b.); da dachten diese wackern Glaubenshelden wohl schwerlich daran, daß sich Sopherim rer Geschicklichkeit je werden rühmen können, gerade durch Nichtschreiben zu Glücksgütern zu gelangen. Den Commentar zu dieser etwas sonderbar klingenden Bemerkung liefert ein Factum, das ich wegen der ernsten Betrachtungen, die sich daran knüpfen, namentlich ttiiO'-rv diesem schätzbaren Organe nicht yorenthalten will. Herr H, ein hiesiges Gemeindeglied, ließ sich vor Kurzem in Pest zur Befriedigung seines religiösen Bedürfnisses ein Paar Tephillin ankaufen. Derselbe hatte jedoch von jeher die löbliche Gewohnheit, solche immer vor der ersten Benutzung näher zu untersuchen, insbesondere die zu öffnen, um sich davon zu überzeugen, ob die Beschaffenheit der darin enthaltenen lNL'iD den Anforderungen der diesbezüglichen religionsgesetzlichen Vorschriften entspreche, eine Vorsichtsmaßregel, die unter gewissen Umständen sogar geboten ist. (O. CH. 39, 9). Wie groß war nun die unangenehme Ueberraschung des Betreffenden, als er die Gehäuse öffnend anstatt der erwarteten correct geschriebenen Peraschot einige Lederschnitzel in Pergament gehüllt vorfand! — Wir wollen uns nicht damit befassen das Schändliche und Empörende dieses unerhörten Betrugs und Verrathes mit Hellen Farben aufzutragen. Auch wollen wir deßwegen der löblichen Pester Cultusgemeinde keinen Vor Wurf machen, da die Schandthat von Auswärtigen, namentlich von Polen ausgehen soll, die in gewissen Perioden nach Pest kommen, um daselbst diese ihre saubere Waare an den Mann zu bringen. Die Veröffentlichung dieser Zeilen erstrebt lediglich das Ziel, theils die Aufmerksamkeit des ehrwürdigen Pester Rabbinates auf diesen scandalösen Unfug zu lenken, theils den betreffenden Einkäufern einen warnenden Wink zu ertheilen. Las«d, Bez. -Rabbiner. Kerrilleto». Psalm 147. Lobet Gott! Schön ist's zu künden Gott ein ziemend Dankeswort; Einst wird Salem er begründen, Israel vereinen dort. Er ist Arzt für Herzensqualen, Kühlt die Wunde, wenn sie brennt; Weiß, wie viele Sternlein strahlen, Jedes er beim Namen nennt. Groß ist Gott, wer kann ermessen Seine Weisheit, seine Macht? Wer gebeugt war und vergessen, Läßt er hüllen sich in Pracht, Aber tief und tiefer fallen, Die den Pfad der Sünde wallen. — Unfern Gott preis' eure Leier, Singet ihm ein Dankeslied, Der Gewölk zum Himmelsschleier Macht, mit Regen tränkt das Ried. Er läßt sprossen Gras auf Höhen, Nahrung spendet er dem Vieh, Auf der jungen Raben Flehen Merket er und speiset sie. Nicht wer stolz zu Rosse trabet, Nicht der Held dem Herrn gefällt, Nein, der nur, den Edles labet, Der an ihn sich treulich hält. — Salem auf! ihn sollst du preisen, Zion ihn, der ist und war; Ec macht deiner Thore Eisen Fest und segnet deine Schaar; Läßt dein weit Gebiet sich nähren Von des Friedens Hochgenuß, Und dir sprossen Waizenähren, Dichtgefüllt, im lieber stütz. — Nieder eilt mit Windesschnelle Sein Befehl von höchster Höh: Reifgedeckt ist jede Stelle, Weiß wie Wolle glänzt der Schnee. Wirft er Schollen Eis, - welch' Grauen! — Starrt sein Frost, wer kann besteh'n? Er befiehlt's, die Schollen thauen, Winde brausen, — sie zergeh'n. — Jakob bhrt er hohe Worte, Israel Gesetz und Pflicht, Doch der ew'gen Wahrheit Pforte Kennt der blinde Heide nicht. Lreslsu. Uerrmaim lVarseLauer» stuck. M.