Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 20 (20.5.1863)
- Date
- 1863-05-20
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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237 rüber geben: „Welchen Weg das Licht geht, welche Bahnen es einschlägt, bevor es da oder dort eindringt, und die Finfterniß erhellet?" Jedenfalls können wir dem Geiste, dem Talente, dem unermüdeten Fteiße, der Unerschrockenheit und dem mannhaften Freimuthe unsere Achtung und Anerkennung nicht versagen; und mögen die Ansichten welche immer sein, die Meisterschaft, mit der er die heilige Schrift und Sprache handhabt, die wird gewiß keiner verkennen, die sichert ihm die Unsterblichkeit." Dies zur Charakteristik des Herrn Mannheimer. Lauai. Feuilleton. Beitrug zur Gnomatik der hebräisch. Sprache. B o n äocob Ueinileb läin Lu 8. u. lbsolv. --- Ehe ich in der mir gestellten Aufgabe, die Etymologie der hebr. Sprache in skizzenhaften Umrissen zu zeichnen, weiter komme, will ich vor Allem die Zweckmäßigkeit dieser Aufgabe mit einigen Worten festzustellen suchen, damit es nicht scheine, als ob ich Gebilde, die einer lebhaften Phantasie entflossen, als der Wissenschaft zugehörig bezeichne. In wie ferne kann überhaupt eine solche Etymologie Anspruch auf begründete Studie machen? Und was nützt sie unserer practischen Gegenwart, die für alle Fälle mit der Idealität gebrochen hat? Nun, da cbm sitzt der scharfgespitzte Haken tief im Fleisch, „und Israel fühlt es nicht", daß es dem krassen Materialismus verfallen, für die höchsten und heiligsten Fragen der Zeit gleichgiltig geworden, sobald diese rächt einen handgreiflichen Nutzen versprechen, worin auch die Ursache zu suchen ist, daß Eltern ihre Kinder alles eher als die edle hochpoetische und von drei Jahrtausenden heilig gesprochene Sprache der Väter gründlich erlernen lassen. Ja, sagen sie, was ließe sich durch eine „todte" Sprache prositiren? Und woher auch sonst die Zeit nehmen, die hont zn Tage der Geschäftsmann zur Erlernungen des Englischen, Französischen rc. bedarf? — Daher muß schon das arme Hebr. mit einem winzigen Reftchen eit sich zufrieden geben. Ein kleines Stündchen? Gut, es genügt! Aberdas wollen sie nicht einsehen, daß ohne die hebr. Spräche keine eigentliche Kenntniß der Religion zu denken sei, weil der Jude nur aus den Quellen eine gründliche Einsicht von der .Heiligkeit und Lauterkeit seines Väterglaubens zu schöpfen vermag. Will man wirklich religiös sein, dann muß man die Bibel kennen und will man sie wirklich kennen, dann muß sie aus dem Urtext erlernt werden. Alle sonstige Surrogate, die die Neuzeit erfunden — haben die nicht mehr geschadet als genützt? Darum macht sich meiner Ansicht zufolge, jeder Jude um seine Glaubensbrüder, wenn nicht gar um die Menschheit im Allgemeinen wahrhaft verdient, der sie die Sprache, in der Gott seine ewigen Gesetze und Lehren schrieb, mehr oder weniger unter wissenschaftlicher Begründung oder durch die Gluth der Rede lieb gewinnen lehrt Und wenn ich weder das Eine noch das Andere für mich habe, so bin ich immerhin der heiligen Aufgabe mir deutlich bewußt, die mit aller Kraft an unsere Brüder appelliren, die Eisrinde ihrer Herzen mit dem warmen Hauch der Liebe schmelzen und sie für Thora und Gotteswort wieder neu gewinnen will. Wie vie!e derselben sich gewinnen lass.n? Daraufhin hat schon unser großer Maimonides in der Vorrede zum g'bv geantwortet, indem er sagt, daß er vorzieye, einen Wißbegierigen das Wahre zu lehren ohne dabei sich von zehntausend bornirten Herzen beirren zu lasten, als daß er dieses Wahre völlig verschweige und den Einen Wißbegierigen im Jrrthnm ließe. Es gilt darum den Versuch, ob ch incht eiu Körnlein lauteres Gold unter vielm Schlacken aus dem überreichen Schacht der Sprachforschung an eas Tagelicht fördere und damit Ein empfängliches Gemüth zum Weiterdenken bewege. Sollte ich nicht, weil ich, was ich nicht genug hervor zn heben vermag, ohne die nöchigsten Häfsbücher, ans mich allein verwiesen, nach Taanith 7 a. u. a. St. leicht dem Jrrthum verfallen kann? Und dennoch läßt es mich nicht schweigen, während sich die mannigfaltigsten Kräfte an dem Ausbau unserer lieben Urvätersprache emsig betheiligen. Deshalb werde ich auch heute die freundliche Güte der verehrten Redaktion in Anspruch nehmen nd in einem weiteren Artikel entwickeln die Formation neuer mehrsilbiger Wörter, componirt aus zwei einsilbigen Termen, von denen das erftere mit einem Keyllaut (Aleph oder che) schließt, der in der Composition, selbst eines orthographischen Anrechts verlustig, völlig aus dem neugebildeten Worte schwindet und noch mehr, phonetisch nicht vorhanden ist. Beispiele hiesür liefern die Lexikone in reicher Fülle, von denen wir als bedeutsam hervorheben: ^722 (1. Mos. k 1. 8) nach Iben Esra aus b2 x2 componirt (2O7! womit er, meines Erachtens, auf den assyrischen Bel oder Belus (der phönizische Baal) hindeutet und als hätten die götzendienerischen