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Der Israelit · 1863-05-20 · Heft 20 (20.5.1863) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 20 (20.5.1863)
Date
1863-05-20
Page
– (sequence 6)
Language
German
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236 Thora 1 st.; von dessen ^Schwiegersohn Länder deßgl. 2 fl; ein Ungenannter 30 kr.; abz. Porto 3 fl. 10 kr. — Zeitungsnachrichten n. CorrrspondrnM. Deutschland. Nlm, 5. Mai. Es wird erzählt, daß der Vorstand des Stiftungsraths dem Obmann des Bürgerausschnsses auf Grund einer gesetzlichen Bestimmung aufgegeben habe, ein Mitglied des Ausschusses nicht mehr zur Theilnahme an den stiftungsräthlichen Sitzungen einzuladen, weil der Mann ein Jude sei. Bekanntlich wurde früher schon der Versuch gemacht, die Deutschkatholiken auch von diesen Sitzungen ausznschließen, indem man vorgab, es zieme sich nicht, daß diese an Beratungen theilnehmen, die lediglich die evangelische Küche beträfen. Damals entschied die Behörde zu Gunsten der Deutschkatholiken und legte das Verwaltuugsedict dahin aus, daß anderen Consessionen angehörige Stadträthe und Deputate nur dann von einer stiftungsräthlichen Berathung auszuschließen seien, wenn diese eine Stiftung beträfen, die zu einem besonderen kirchlichen Zweck bestimmt ist. Für uns besteht kein Zweifel darüber, daß jene gesetzliche Btstimmung nach der später ausgesprochenen Emancipation der Juden nicht mehr gelten kann oder doch nicht mehr gelten sollte, und es freut uns, daß, wie man uns berichtet hat, das Collegium des Bürgerausschusses, durch seinen Obmann veranlaßt, die geeigneten Schritte thun wird, um einem Mitglied sein Bürgerrecht in vollem Um fang zu wahren. (U. Schn.)*) Aus dem Rhönbezirke. In der dritten Woche des Monats April wurden wir Israeliten des Rhönbezirks in eine sehr düstere Stimmung versetzt; denn mit größter Entrüstung erhielten wir die *) Anm. d. Red. Das isr. Mitglied würde wohl daran thun, auf die Theilnahme an den stifturigsräihtichen Sitzungen freiwillig zu verzichten. — Nachricht, daß in dem Orte Gersfeld, wo der Sitz unseres Hrn. Rabbiners Wormser ist, Schmähbriefe gegen denselben gelegt waren, durch die dessen Namen verunglimpft werden sollte; allein um so viel höher steigt derselbe nun bei uns in seinem Werthe, weil die Quelle dieses sehr gemeinen Benehmens sich gar leicht errathen läßt. Die Sünde schleicht im Finstern, der redliche und rechtschaffene Mann wählt nur die öffentlichen und geraden Wege. Ohne aber weitläufig zu werden, rufen wir unserem Herrn Rabbiner zu, sich hiedurch ja nicht beirren zu lassen und gegen alle Eingriffe, gegen .-wmp.-i wrvim r>i sowie gegen das Abbringen eüles jeden n-uv mit aller Energie aufzutreten, denn schon ist es soweit in unserem Rhönbezirke gekommen, daß man sich nicht scheut, öffentlich ü"" zu trinken, am 50^ aus dem OM5! zu gehen und zu tragen rc. Wir aber rufen unserm Herrn Rabbiner die Worte zu, welche der Herr zu seinem Propheten gesprochen : dri'ri p .-INN Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, im Mai. Vor einigen Tagen starb hier die Frau des bekannten I. Schorr, des Redakteurs der hebr. Zeitschrift „Hachaluz". Da Vielen Ihrer Leser diese Zeitschrift unbekannt sein wird, so theile ich zur Verständigung mit, daß diese Zeitschrift das Abscheulichste und Schändlichste enthält, was jemals gegen die heilige Religion Israels geschrieben worden; die Worte unserer Weisen ^>"i werden darin verspottet, die heiligsten Gesetze, wie Thephillin, die Bestimmungen über Terephot rc. verhöhnt. Herr Prediger Mannheimer hielt die Leichenrede — eine Lobrede auf den Gatten. „Des Mannes Ehre und Ruhm ist des Weibes Glanz und Krone," sprach Herr M. „Ihr Gatte, sagte er unter Anderem, ist der Mann des Geistes, des Talentes, der Wissenschaft und freien Forschung, gekannt und genannt in den Kreisen, wo jüdische Lehre und jüdisches Wissen in Achtung und Geltung steht. Er ist der Mann des Fortschrittes! Wir können ihm da auf der Bahn nicht folgen. Wer könnte sagen und Auskunft da-

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