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Der Israelit · 1863-05-20 · Heft 20 (20.5.1863) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 20 (20.5.1863)
Date
1863-05-20
Page
– (sequence 5)
Language
German
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235 sinnlichen Wesen aus der Sinnenwelt ihre Weisheit schöpfen. — Jene große Weisheit, jener geistige Inbegriff des gesammlen Weltalls, welchen die Engel im Auge hatten, liegt nicht offenbar in der Thora, er liegt darin verborgen, nur zugänglich dem ernsten Forscher, dem tiefblickenden, für höhere Weisheit empfänglichen Manne. In der That verlangt Moscheh diese verborgene, geheime Thora nicht für die große Menge des Volkes — für sie verlangt er nur die leichtfaßlichen Lehren und Gesetze; dazu geben denn auch die Engel ihre Zustimmung. Aber damit ist die ganze, eine, untheilbare Thora dem Menschengeschlecht gewonnen; das Höchste ist uns erreichbar: die Ergrün düng der tiefsten Geheimnisse, das Schauen der höchsten Wahrheiten. Der Engel ist ein inp, ein Stehender, der Vervollkommnung weder fähig noch bedürftig; der Mensch aber ist ein 1^2, ein Wandelnder, ein im steten Fortschritte Begriffener; und in der Schwäche unserer Menschennatur, liegt unsere Bevorzugung. Die Hindernisse, die wir zu übelwinden, die Leidenschaften, die wir zu besiegen, die Schwächen, über die wir Herr zu werden haben — sie bilden die lange Kette der Verdienste des wahrhaft Frommen, der seine schwache Menschennatur stärkt und käftigt und den Engeln gleich zu werden sich bemüht an Gottesfurcht, an Liebe zu Gott, an Reinheit des Wandels und des Charakters. n'vp Nlipb 7U2L7 (Psalm 68 v. 19). Du stiegest empor zur Höhe, trugst Beute davon, empfingst Geschenk um des Menschen (um Deiner Menschennatur) willen. Das ist die höchste Beseligung, wenn der Mensch es vermocht hat, die verborgene Weisheit der Thora sich zu eigen zu machen, wenn er eingedrungen ist in die tiefsten Geheimnisse der Weltschöpfung, der Weltlenkung und in das Wesen des eigenen Jch's, wenn sein Geist die Schwingen emporzuheben vermag und der Körper derart vergeistigt ist, daß er kein Hemmniß ist zum erhabenen Fluge, rein der Wandel, heilig das Thun, nur gut das Wünschen und Sehnen — mit einem Worte, wenn der Mensch eins sich fühlt mit seinem Gotte und dieser Einheit selbstbewußt sich freut, dabei doch demürhig sich beugt vor dem Allbeherrscher und keine höhere Freude kennt, als Ihm zu dienen — dann ist sogar der Todesengel des Frommen Freund geworden, dann ist sogar der Tod überwunden. Also hieß dereinst Moscheh den Ahron stehen zwischen den Todten und den Lebendigen; damals hörte auf die Plage — die Plage menschlicher Uebel und menschlicher Leiden. — Der Fromme, wie wir ihn eben geschildert, kennt den Tod nicht und fürchtet ihn nicht, er stirbt 'L dp gleichsam am Munde des Ewigen, eingehend zum höheren Leben, zu dem unsere Erdenlaufbahn uür die Vorbereitung ist — Aber ach, wer kann die Geheimnisse Gottes ergründen, wer die geheime Weisheit der Thora erfassen? und ist die höchste Beseligung nur denen vergönnt, welche die Geheimschrift der Thora zu lesen verstehen, was nützt es uns gewöhnlichen Menschenschenkindern, die wir das offen und deutlich Ausgesprochene kaum zu erfassen vermögen? O, sehr viel, unendlich viel! Nicht umsonst ward es unfern Vätern so hoch angerechnet, daß sie den Entschluß zur That dem zum Verständnisse vorausgeschickt haben Die That ist das große Geheimniß unserer Gottgeoffenbarten Religion, das Jedem zugänglich ist. Genug, daß wir wissen, daß das, was wir Ihnen, indem wir die Gesetze der Thora ausführen, das Höchste und Erhabenste ist. Durch die vollendete, vollkommene That, durch die Freude mit ihr und in ihr (.-i-uv wird die Vereinigung mit Gott vollzogen selbst ohne das Wissen von dem geheimen Zusammenhänge. Thue nur, mein Bruder, aufmerksam und vollkommen, freudvoll und hingebend das, was Gottes Gesetz dir befiehlt, thue es in Ehrfurcht uud Liebe, .-w.-i-M iwz? xwv -nIv.-i -^O?, thue es so, daß es für dich gar nichts Angenehmeres und Freudvolleres gibt, geben kann als die Erfüllung des göttlichen Willens und du wirst entzückt die Beseligung empfinden, die in der erfüllten Verheißung liegt: und ich habe euch gebracht zu mir! Ku Mlcher Armen- und WgerüwhnunM rn Jerusalem. Durch M. L. Sondheimer aus Mannheim bei der Hochzeit des H. S. Weisenburger gesammelt 4 fl. 15 kr. — Durch Abraham Oppenheimer aus Theilheim: ein Ungenannter 5i kr.; bei der Verlobung des Heimann Freudenthal dahier mit Marianna Grünebanm von Niederwerren 5 fl. 9 kr; durch Jacob Kleemann bei der Hochzeit seines Bruders Löb gesammelt 3 fl. 9 kr.; beim Aufruf zur Thora: Mendel Freudenthal 1 fl.; Heimann Freudenthal 1 fl.; zusammen 11 fl. 9 kr. abz. Porto 10 fl. 49 kr. Durch Baruch Rosenfeld aus Gollub: bei der des Kindes des Herrn Ahron Selig Sigmond; durch Salomon Nathan gesammelt 2 Thlr. — Durch M. Löwenberg Religionslehrer in Rödelsee: von ihm selbst beim Aufruf zur

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