Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 19 (13.5.1863)
- Date
- 1863-05-13
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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die er sämmtlich in begeisterte Verehrer umzuwandeln wußte. Möge Gott ihm ferner segensvolles Wirken vergönnen. — Aus Duna Földvar vernehmen wir, daß die jüngsten Prüfungen dem würdigen Oberrabbiner, Herrn Fischer, Ruhm und Ehre eingetragen haben. Gönez, Abaiy, im Aprile Bon der in unserem NachbarcomitateZemplin gelegenen Gemeinde Hegyallza- Mad kann ich Ihnen Erfreuliches, Nachahmung Verdienendes, mittheilen. Mit den religiösen Institutionen dieser Gemeinde im Allgemeinen nicht näher vertraut, will ich bloß eines Umstandes Erwähnung thun, eines Umstandes, dessen Wichtigkeit verdient in weiteren Kreisen bekannt zu werden. Es wurde nämlich in den jüngsten Tagen durch Anregung einiger dortiger Persönlichkeiten daselbst ein O^-Verein creirt, und in einer erstaunlich kurzen Zeit erreichte die Zahl jder Beigetretenen, die für eine mittelmäßig große Gemeinde, wie es Mad ist, nicht unbedeutende Ziffer von 40 .-nm deren Aufgabe es ist, täglich in der Zeit zwischen NMQ und (x-MZ mit einigen nämlich) zu lernen und zu lehren, derart, daß an jedem Tage ein Andrer aus dem Vereine den Vortrag zu halten habe. — Es entsteht, wie bei derartiger Veranlassung nicht anders zu erwarten ist, vielseitiger Pilpul, und geistige Labung wird den nach Thora Dürstenden dargereicht! — Außerdem ist es Pflicht eines jeden Vereins-Mitgliedes, während einer vom Vereine bestimmten Zeit eine von ebendemselben ihm aufgegebene rwn>a zu Hause durchzulernen. — Zur Anschaffung der erforderlichen sowie zur Bestreitung anderweitiger nöthiger Ausgaben werden nach Vermögensumständen Beitritts-, und wöchentliche oder monatliche Beiträge von den Vereinsmitgliedern entrichtet. Gott segne das löbliche Unternehmen; es möge gebührende Anerkennung und Nachahmung allenthalben finden! V«dis8 llorvvilL. Türkei. Konstantinopel, 12 April. Die altgläubigen Christen feierten heute ihre Ostern und da ist es nicht räthlich, sich heute oder morgen gegen Abend Ln den griechischen Quartieren zu zeigen, denn die Straßen wimmeln von Betrunkenen, die mit der Wein^ oder Branntweinflasche in der Hand bei den ohrenzerreißenden Lauten des Dudelsacks tanzen. Und trifft es sich erst, daß ein armer Jude das Unglück hat, in die Nähe dieser Leute zu kommen, nun, dem mag hier Gott gnädig sein, denn, wenn nicht zufällig die Polizei- oder Militärpatrouille bei Zeiten ihn aus der Hand dieser wutherfüllten Fanatiker rettet, so ist er allen nur denkbaren Martern ausgesetzt, wobei die unwissenden Popen, statt beschwichtigend auf das Volk einzuwirken noch zur Rache auffordern, indem sie die Juden als Mörder des Religionsstifters schildern und die Rache an denselben als ein Gott gefälliges Werk darstellen. Die hiesigen Juden vermeiden es wohlweislich, sich während der Ostern einem griechischem Quartiere zu nahen, aber fremde neugierige Kinder fallen nur zu oft diesen Wüthenden in den Rachen und bezahlen ihre Neugierde theuer. Glauben Sie nicht, daß meine Schilderung zu grell aufgetragen ist, und daß solche Exceffe nur die unterste Volksklaffe begeht, ich war leider voriges Jahr Augenzeuge, wie gerade Popen und sehr anständig aussehende Leute aus der Kirche kommend, auf zwei vorübergehende Judenknaben, die mit Zündhölzern und Zigarrenpapieren handelten, als die ersten losstürzten, und nur meinem sehr energischen Einschreiten gelang es, die armen Jungen zu retten, dann aber durch eine Militärpatrouille in Sicherheit geleiten zu lassen. (Wanderer.) Palästina. Jerusalem, im Nißan. Der Winter ist vorüber und der Frühling verjüngt die Erde; die Wolken sind verschwunden, und der Himmel ist rein und heiter. Auch die Menschen überkömmt ein frisches, geistiges Leben; namentlich erfüllt Freude des Israeliten Herz, wenn der Aehrenmonat erscheint und er bedenkt, daß mit diesem Monate die Geschichte unseres Volkes beginnt, wenn ex nachsinnt über all die großen Wunder, welche Gott Israel erwiesen von dem Augenblicke an, da er Sein erwähltes Volk aus Mizrajim führte — allein die israelit. Bewohner ddr heiligen Stadt können sich nicht freuen, Trauer und Gram muß ihr Herz umwölken, wenn sie sich in ihrer Um-