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Der Israelit · 1863-04-29 · Heft 17 (29.4.1863) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 17 (29.4.1863)
Date
1863-04-29
Page
– (sequence 8)
Language
German
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202 Haft einig, sondern es nur in gewisser Hinsicht ist, so sind wir überzeugt, daß die Einheit bei diesem etwas Zufälliges, von einer wahren Einheit herrühren muß; die wahre Einheit kann nur Gott, der ersten Ursache aller Geschöpfe beigelegt werden, da jede Art von Mehrheit, Zufälligkeit, Veränderung, Bewegung und Aehnlichkeit ihm fremd ist, und alle Bestimmungen der wahren Einheit nur auf ihn Pasten. Dieser Beweis genügt dem Vernünftigen." Mit herzergreifender und erhebender Begeisterung von der Einheit Gottes sprechend, bedient sich Jjob eines Ausdruckes, der scharfsinniger Weise seine Behauptung mit einem kräftigen in vorstehender Entwickelung dargestellten Beweise unterstützt. „Er, in jedem Einen — oder in jeder Einheit — der Ursprung der Einzigkeiten und wer will ihn zurückhalten? Hatte seine Seele es begehrt — etwas Einziges zu vollführen — so thut Er's." — Von der göttlichen Einheit rühren alle Einheiten in der Wslt her. — Das göttliche, freie und unumschränkte Wesen gebietet der ganzen Natur, er hat sie einig-ewigen Gesetzen unterworfen und diesen eine Giltigkeit und eine Kraft beigelegt, gegen die Nichts im Himmel und auf Erden etwas vermöge! — Erklärung einer Bibelstelle. Sprüche 28, 23. prrH Die Erklärung dieses Verses macht den Commentatoren viel zu schaffen, und die in dem Worte liegende Schwierigkeit ist nach allen ihren Ansichten nicht gehoben; ob es mir damit gelungen, mag der prüfende Leser entscheiden. Die Ermunterung zur Tugend, die wir an einem Musterhaften wahrnehmen, erfreuet sich eines fruchtbaren Erfolges, wenn die Gesinnungen desselben in Handlungen sich zeigen. Hier bemerken wir den Unterschied zwischen dem, was erlaubt, recht und erhaben, oder unerlaubt rechtswidrig und verächtlich ist, sehr leicht, und wird durch öftere Betrachtung das sittliche Gefühl berichtigt und geschärft. Die Frömmigkeit in einem lebendigen Beispiele dargestellt, thut besonders dadurch eine so große Wirkung, daß man es aus der Erfahrung lernt, wie die Forderungen der Religion zu erfüllen möglich sind, und der Mensch bei ernstem Willen zu einem hohen Grad der Tugend sich erheben kann. Der Mann also, der ohne Rücksicht auf Ehre und Beifall seinem guten Gewissen und seinem besten Misten treu bleibt, den nichts in seinen Entschließungen und Handlungen wankend zu machen im Stande ist, als die Macht der vernünftigen Gründe und der Wahrheit, der nöthigt uns innere Hochachtung, Bewunderung und Nacheiferung ab. Westen Thaten aber mit seinen Gesinnungen nicht übereinstimmen, von dem man weiß, daß er sich in jede gefällige Gestalt kleidet, daß er nur das Urtheil und die Meinung äußert, die seinen Gönnern erwünscht oder ihm Vortheil bringt, und der alle Künste der Verstellung zu Hilfe nehmen muß, um sein Inneres zu verbergen, der verfehlt seinen Zweck, wenn er durch einen blendenden Schein Eindruck machen will, seine Heuchelei und Täuschungen werden entdeckt und die Gemüther ihm entfremdet. Der Sinn vorstehenden Verses ist demnach dieser: Wer den Menschen zurechtweist, „Mir nach," d. h. folget meinem Beispiele — findet mehr Gunst als der, welcher glatte Zung macht. — Gib dem, lehrt der Weise, der achtsam auf dich merkt, in deinem eigenen Wandel mit frommer Sorge das erleuchtende Vorbild und das erweckende Muster, welches dein Wort anpreist, und du wirst ohne hohe Weisheit und eine Fülle von Einsichten mehr ausrichten als der Unredliche mit seinen gleißnerischen Rcdnertalent, der seine Ueberzeugung nicht darlegen darf mit Freimüthigkeit. Uebertrttte zum Iudenthum. Es dürfte nicht uninteressant sein, die berühmten Männer anzuführen, welche zu verschiedenen Zeiten zum Judenthum übergetreten sind: Zu Moses Zeit trat Jithro mit seiner Familie zum Judenthum über. Eine große Anzahl Leute, die mit aus Egypten zogen, in der Bibel „Mischvolk" genannt, trat gleichfalls über. Ein Gleiches that Bithia, Pharaos Tochter, welche Mosche aus dem Flusse zog. Zu Josuas Zeiten traten die Giboniter aus Furcht über. Die Nachkommen des Sisra, Heerführers des Jabin, Königs von Kanaan, welcher zu den Zeiten der Richter lebte, traten über und wurden Jugendlehrer. Naaman, der Heerführer des Königs von Aram, welcher zur Zeit des ersten Tempels lebte, gab den Götzendienst auf und trat über. Die Nachkommen des Sancherib, Königs von Assyrien, welcher zur Zeit des ersten Tempels lebte, traten über. Von ihnen stammen Schemajoh und Abthaljon, zwei große Rabbinen und Volkslehrer in Israel ab. Nebusaradan, welcher nach der Zerstörung des ersten Tempels Tausende von Israeliten in die Gefangenschaft schleppte, wurde selbst Jude. Verwandte des Kaisers Nero traten über, und der große Lehrer Rabbi Meir stammte von ihnen ab. Onkelos, der Sohn des Calonycos, war ein Neffe des Kaisers Titus. Er war sehr gelehrt und erfahren in Sprachen und Wissenschaften. Nachdem er das Hebräische erlernt hatte, entfloh er aus seinem Vaterlande und trat zum Judenthume über. Von ihm rührt die chaldäische Uebersetzung des Pentateuch, der TargumOnkelos her. ^Eriei eine Beilage^ Verantwortliche Redaktion: vr. Lehmann. — Verlag der Le Roux'fchen Hofduchhandlung. — Druck von A. Gott-lebr» in Main».

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