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Der Israelit · 1863-04-29 · Heft 17 (29.4.1863) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 17 (29.4.1863)
Date
1863-04-29
Page
– (sequence 7)
Language
German
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201 sahen, daß die Mutter ihr Kind nicht zurückerhielt, flüsterten sie sich in oie Ohren, der Professor wäre Jude, und verbreiteten das Gerücht, das Kind sei in der Schule zurückgehalten worden, um ihm sein Blut zu nehmen. Der Eine behauptete, man habe ihm die Hand mit einem Rassirmesser abgeschmtten, der Andere, daß ihn die Juden in ihren Häusern unter einem Fasse verborgen hielten; kurz Jeder erzählte es nach seiner Weise, und Niemand hatte Etwas gesehen. Der Prozeß ist eingeleitet und wird eifrig betrieben^ Ich selbst habe den Knaben gesehen; als man ihn nach dem russischen Consulat geleitete, er war weder verwundet noch verstümmelt. Wir hoffen, daß die Ottomanische Regierung nicht nur Gerechtigkeit üben, sondern auch der öffentlichen Meinung Genugthuung verschaffen wird Die israelitische Universal-Alliance dürfte bei diesen Umständen in die Schranken IrBen und ihr Möglichstes thun, damit die civilisirte Welt sich vereinige, um solche Unmenschlichkeiten zu verhindern. Erlauben Sie mir die Bemerkung, daß die Griechen den grausamen Gebrauch haben, sich für den Tod eines Christen dadurch zu rächen, daß sie die Juden schlagen. Da nun die Juden sich seit einigen Jahren in allen civilisirten Ländern befinden, haben griechische Geistliche, um der Welt diesen fanatischen Gebrauch zu verbergen und um denselben doch nicht zu verlieren, diese Verleumdung erfunoen, die sie entschuldigt und gleichzeitig die Gelegenheit verschafft, diese Zeremonie zu üben. Ich kann diese Behauptung ohne Furcht vor Widerspruch aufstellen, da ich seit 19 Jahren hier wohne und die Sprachen und Sitten fast aller Nationen Klein-Asiens studirt habe. Was ich hier erzähle, habe ich von meinem vertrauten Freunde, einem zum griechisch-orthodoxen Glauben übergetretenen Israeliten. Genehmigen Sie, Herr Redakteur, die Versicherung meiner Hochachtung. Ein Israelit aus Smyrna. Afrika. Alexandrien , 11. April. Der Sultan hat den Chefs der jüdischen,, griechischen, armenischen, coptischen und römisch-katholischen Religionskörperschasten die Dekoration des Gryßoffiziers des Medjid- Ordens verliehen Er hat erktärt, daß er keinen Unterschied der Religion machen wolle. Forrilleton. Auszüge von Erzählungen, Gleichnissen, Gedanken und Mei° , nuageu, wie Erklärungen von Schriftstellen, aus hebräischen Werken. Von knreivr in Lrsslan.! Erklärung einer Bibelstelle. Jjob 23, 13. min j VZM '21 17182 Anstoß nimmt man! hier an dem Beth vor Echod. Die Schriftgelehr-! teN lassen es unerörtert. Iben Esra spricht von! einem tiefen GeheimNiß, welches dieser Verbindung! zu Grunde liegt, hält sich aber nicht für ermächtigt, dieses zu offenbaren. Eine Forschung, wenn auch keine mystische, darf um so mehr eine günstige Beachtung beanspruchen, als sie wenigstens zur Bekräftigung dessen beiträgt, was eine alte Erfahrung bestätigt, daß das Buch aller Bücher, die heilige Schrift, welj ches seit Jahrtausenden für die Quelle himmlischer > Weisheit gehalten wird, in welchem sich für jedes geistige Bedürfniß etwas Brauchbares und Nützliches findet, und die eifrigste Forschbegierde immer Stoff zu neuen Betrachtungen entdeckt, keinen überflüssigen Buchstaben enthält. — Rabbi Bechai, Verfasser des Chobath halebaboth, beweist im Schaar hajichud! Kap. 9 die Einheit Gottes durch folgende Betrachtung. „Es ist bekannt, daß, wo wir in einem Dinge eine Zufälligleit wahrnehmen, dasselbe diese Zufälligkeit von ein m Dinge empfangen hat, in welchem sie eine wesentliche Bestimmung ausmacht, die nur mit dem Dinge selbst aufhört, wie wir z. B. bemerken, daß das warme Wasser in welchem die Wärme etwas Zufälliges, diese von dem Feuer erhält, wo sie eine wei sentliche Bestimmung ausmacht, und dies ist nach ge-! nauer Betrachtung der Fall bei allen übrigen Dingen. Wenden wir nun diese Analogie auf die Einheit an,! so sind wir anzunehmen genöthigt und berechtigt, daß sie,! da sie in jedem Geschöpfe etwas Außerwesentliches ist, irgendwo etwas Wesentliches bilden müsse, und von! dort auf dieses als Zufälligkeit übergegangen sei. Denn, wenn wir irgend einem Wesen, einer Gattung,! einer Zufälligkeit, einem körperlichen oder geistigen! Wesen oder überhaupt einem begränzten Dinge die! Einheit beilegen, so geschieht dies nur auf eine unj eigentliche Weise, weil jedes Ding mehrere Dinge in sich faßt, die wegen ihrer Aehnlichkeit untereinander eine Einheit genannt werden, während es an sich betrachtet, etwas Mannigfaltiges enthält, da es die Theilung und Verbindung, die Verminderung und Vermehrung annimmt; die wahre Einheit ist also bei keinem Dinge wirklich vorhanden, und kann ihm auch nicht beigelegt werden. Da kein Wesen also wahr-

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