Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 16 (22.4.1863)
- Date
- 1863-04-22
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2447089-2447105--01842-2457135- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
188 die von erwähntem Vorstande unterbreiteten Gemeindestatulen unter dem Präsidium des Herrn Schoßberger — Gemeindevorstand zu Pest im Jahre 1660 — einer genauen Revision, resp. Umarbeitung unterzogen werden müßten. Die Gemeinde fühlt sich hierdurch gehemmt in der Ausübung ihres autonomen Rechtes. Man weiß nicht, von welcher Seite dieser Schlag geführt wurde. Nach einer andern, unseres Dafürhaltens glaubwürdigeren Version weiß man es wohl, nur sind die politischen Verhältnisse momentan von der Art, daß man nicht alles, das man weiß, wissen darf. — -- Das Gutachten, das Herr vr Meisel bezüglich der Beeidigung eines Juden abgegeben, ist Ihnen gewiß bekannt.*) Herr Szanto in Wien und Herr Löw in Szegcdin bemächtigten sich dieses Stoffes mit einem Heißhunger, der diesen Herren eigen ist, so oft es sich um eine recht ergiebige ripdriv handelt. Wir haben durchaus keine Lust, für Herrn vr. M. zu plaidiren. Wir glauben bloß, daß dieser Streit nicht minder heftig gewesen wäre, so das berührte Gutachten das Entgegengesetzte von dem enthielte, das es zufällig jetzt enthält. Herr M. wird nach den Festtagen seine abgegebene Meinung quellengemäß erhärten. Da wird's voraussichtlich einen neuen Kampf geben unter diesen drei Resormhelden. Wir denken uns im Stillen: 22^ pbri! Bezüglich der vom „Magyar-Jzraelita-Egylet" projektirten Bibelausgabe dauern die Debatten im „Magyar-Jzraelita" noch immer fort. Im Grunde genommen, würde die ungarische Bibelübersetzung bereits zu Stande gekommen sein, so zwei ganz unwesentliche Dinge der Realisirung dieses Planes nicht hemmend entgegenstünden. Die zwei Dinge heißen: Geldmittel und literärische Kräfte. Bor einigen Wochen erschien von eben erwähntem Verein ein „Jahrbuch" in ung. Sprache. Es verdient hervorgehoben zu werden, daß in demselben ein größerer Aufsatz vorkömmt, der von einem Lehrer aus Hessen-Kassel versaßt ist! Sollte man sich etwa in neuerer Zeit in Hessen-Kassel aufs Ungarische Wersen? Sollte dies ferner vermöge der Wirksamkeit unseres „Magy. Jzr. Egy." geschehen? Dann dürste der „ung.-isr. Verein" mit Recht ausrufen: Opsn rimvrr . 2-,! Aus Wien bringt der „B. CH." in Nr. 14 eine Correspondenz, worin vorausgesetzt wird, die Szegediner Rabbinerin habe gewiß vor Jomtob alles s>vn weggeschafft. Sollten die großstädtischen Correspondenten wohl allwissend sein? Von vr. M. H. Fried länd er, Rabbiner zu Oroshaza, ist soeben in der Druckerei des Hrn. Goldscheider in Arad eine Predigt unter dem Titel: „Amalek" erschienen. Der Grundgedanke der Predigt beschränkt sich auf das, was bereits viele recht gelehrte und recht ungelehrte Männer in Israel gesagt, daß wir nämlich in jeder Generation einen wüthenden „Amalek" zu bekämpfen haben. Doch eine Idee dieser Rede ist von sehr origineller Natur. Der ehrs. Herr Verfasser bezeichnet Amalek schon darum als den ruchlosesten Frevler, da derselbe Israel angegriffen, ungeachtet in Egypten die Hunde selbst — schwiegen!!?a1m«ni. Feuilleton^ UaM Umrams Tod.*) *) Anm. der Red.: Es lautete dahin, daß kein Israelit ohne vorausgegangene Vermahnung von Seiten eines Rabbiners eine» ELd leisten dürfe. I. u Mainz am Rhein, dem Strom entlang, Stand einst das Volk mit Grau'n; Es stand gedrängt am User bang Und wollt' dem Aug' nicht trau'n. Ein Schifflein und ein Sarg darin, Zog Aller Blicke auf sich hin. Das Schisflein kam den Rhein herauf Gefahren ganz allein; Kein Steuer lenkte seinen Lauf, Kein Schiffsmann hielt es ein. Vor Mainz da hielt das Schifflein an, Darob erstaunte Jedermann. Und Alles rief aus einem Mund: „Das muß ein Heil'ger sein! Das thut das Wunder selbst uns kund, Das Schiffchen fuhr allein! *) Obiges Gedickt ist uns als Originalarbeit ringesandt worden. Soeben beim Schluffe des Blattes erfahren wir, daß es bereits abgedruckt sein und Ten dl au zum Verfasser haben soll. Die Redaktton.