Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 14-15 (15.4.1863)
- Date
- 1863-04-15
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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175 Kirche ein Feuer angemacht wird, in welchem nach uraltem Gebrauche die Ucbcrreste des alten Kcisams rc. verbrannt werden. Der Priester betet dabei: Gott welle uns erleuchten', unsere Herzen von bösen Neigungen läutern unv uns mit himmlischen Begierden entzünden." Die Unwissendsten aus dem Volke hingegen senken diese kirchliche Ceremonie anders und rufen sich vergnügt zu: „Der Jus' wird verbrannt!" Durch diese falsche und gemnthsrohe Deutung wird in alljährlicher Wiederholung ein ansehnlicher Thcil unserer Mitbürgerschaft empfindlich gekränkt, wahrhaft christliche Gemächer werden verletzt, und die Gebildeten aller Confessionen werden beleidigt. Unwissende und Pöbel hatte die Welt zu allen Zeiten und in allen Geseüschaftsschichtcn auszuwersen. Mit dieser schmerzlichen Erfahrung müßten und würden wir uns (obgleich mit Bedauern!) auch in diesem Falle bescheiden, wenn nicht empörenderweise die zarte Jugend das stärkste Contiagent n den erwähnten schadenfreudigen Nichtwissendcn alljährlich liefern würde In Erwägung, daß auch dieser Theil der Jugend, der die Schulen besucht haben muß, und dennoch die Absichten der Kirche — mind stens der Cbarsamstag- Ceremonie gänzlich verkennt, stellen die Gefertigten den Antrag, der löbliche Gcmeinderath wolle beschließen: Dem hohen erzbischöflichen Eonsistono diese vielfach gemachte bedauerliche Wahrnehmung mr Kenntniß zu bringen, und dasselbe hohe Consistorium werde unter einem gebeten: dahin zu wirken, daß in der Volksschule die wahre Bedeutung der von Sr. Majestät dem Kaiser allerhöchst befohlenen Gleichberechtigung aller Confessionen in der dem allerhöchsten Willen entsprechenden, richtigen Weise erklärt werden. Ihre Schulsection dürfte mit der Verfassung dieser Eingabe zu betrauen sein." (Neueste Post.) -Oroshaza, Ende März. Am 24. und 25. d. M. haben in der hiesigen israelitischen Volksschule die Semesteral-Prüfnngen staltgefnuden. Unter den vielen Gästen erblickten wir auch den humanen und hochgebildeten Herrn Stuhlrichter Brudkoßky, wie auch die hochwürdigen Herren Geistlichen TorkoS und Gyery, welche mit Enthusiasmus ihre Zufriedenheit über die Leistungen .des Herrn Direktors Rabbiner Or. Friedländer äußerten. Es war dies das erste Mal, daß in Oroshaza auch nichti jüdische Intelligenz bei einer Prüfung vertreten war. Kinder von zehn Jahren haben die ganze Bibel nebst und die Hälfte beinahe aus dem Gedächtnis) herzusagen gewußt; schrieben ganze Sätze korrekt ohne Sprach, und Schreibfehler. Kurz, unser Herr Rabbiner, dessen Ausgabe es noch immer war, dem Judenthume vor den Augen anderer Confessionen i Ehre zu verschaffen, hat auch diesmal seinen Zweck! nicht verfehlt; denn alle diese Herren sagten einstimi IN-ggNTI Piu? Pi. Frankreich. i Paris. Durch Entscheid des Ministers des i Innern ist der Oberrabbiner des Centralconsistoriums, > Herr Ulmann zum Mitglieds der Commission eri nannl worden, welche beauftragt ist, die Grundlagen! der Nertheilnng der Spenden für beschäftigungslose i Arbeiter festzustellen. — Das CentrabConsistorium hat einen Necheuschafts- - bericht über eine achtzehnjährige Thätigkeit (?)! veröffentlicht. Die französischen Journale bezeichnen i die Resultate dieser Thätigkeit als höchst ärmlich und unbedeutend. D'llluiv. Iso. bemerkt aus die in diesen Blättern mitgetheilte Entgegnung des Herrn Rabb. Or. Fo rmi steck er zu Offenbach, daß wenn er selbst auch nicht „Trepha" gegessen, doch das Gastmahl, dem er i präsidirte und dessen Teilnehmer Juden gewesen,! trepha war und daß das ganze Fest mehr einer Orgie als einer isr. Seelenfeier geglichen habe. — i Palästina. i ÄKninz, den 12. April. Die zweite Nummer! der in Jerusalem erscheinenden hebräischen Zeit- > schrift „Halebanon" liegt uns vor; dieselbe übertrifft die Probenummer bei weitem und ist sehr reichhaltig an interessanten Mittheilungen, von denen wir einige auszüglich wiedergeben: Jerns alem. Durch die Anwesenheit der europäischen Consuln hat allerdings die Sicherheit im h. i Lande im Allgemeinen zugenommen; es läßt diese! jedoch noch sehr viel zu wünschen übrig; die wilden