Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 14-15 (15.4.1863)
- Date
- 1863-04-15
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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174 waren, und wären wahrscheinlich auch diese 9 Auswärtigen nicht anwesend gewesen, wenn nicht Mehrere sowie Schreiber dieses, zur Messe gewesen und da zufällig von dieser Versammlung erfahren hatten, was sich schon aus dem Grunde so gestaltete, weil Herr 4>r. Lorie vielleicht ans gewissen Gründen, es nicht für rathfam erachtete, die Korporationsvorsteher, in deren Gemeinden mehrere Mitglieder dieses Vereines sind, von dieser Versammlung in Kenntniß zu setzen. Hauptsächlich aber xb muß ich dem weiteren Bericht des Herrn vn. Lorie, daß von der Versammlung sämmtliche von ihm vorgelegten Ausgaben gut geheißen worden sind, zu meinem Bedauern entschieden widersprechen, da dies nicht der Fall fein konnte, nachdem die Versammlung aus den vorgelegten Ausgaben entnommen, daß Herr I)r. Lorie nicht von dem edlen Grundsätze .-NL2 .-nun -wL' beseelt fei, sondern vielmehr seine Thätigkeit aus b), 2^2 bvpb übernommen und daher für das erste Jahr, in welchem eine Einnahme von 60 Rthlr. war für feine Bemühung 50 Rthlr.; für das 2. Jahr, in welchem die Einnahme circa 600 Rthlr. war, für sich 100 Nchlr., und für das 3 Jahr, in welchem die Einnahme circa 700 Rthlr. war, für sich 150 Rthlr., also zusammen für seine Thätigkeit 300 Rthlr. in Ausgabe gestellt. Schreiber dieses und mit ihm beinahe sämmtliche anwesende auswärtige Mitglieder protestirten energisch besonders gegen die Höhe dieser Ausgabe und trotz aller Vorstellungen, wie bei dieser Ausgabe gewiß nicht nach cip-i g handelt wird,! wie es zugleich sehr ungerecht wäre, wenn die Mitglieder aus Frankfurt a. O. von diesem wohlthätigen Verein einen Unterhalt für Herrn Or. Lorie zu fundiren beabsichtigten bx^L" xd w und wohl noch - Viele, wenn auch nicht von Frankfurt a. O., doch in § anderen Städten es gerne übernehmen werden, diesen Verein unentgeltlich zu verwalten, — trotz aller die-! ser Vorstellungen blieben wir dennoch in der Mino- ' rität, weil die 8 Mitglieder aus Frankfurt a. O. (worunter beiläufig gesagt, Herr Mende und der dortige Rabbiner nicht waren) und 2 auswärtige Mitglieder, welche bei Herrn Dr. Lorie logirt haben, die nach ihrer Angabe lediglich aus Rücksicht, daß i durch diesen Protest der Verein aufgelöst werden könnte, für diese Ausgaben stimmten; und so sind auch die anderen in questionirtem Berichte von Hrn. ' vr. Lorie angegebenen 8 Beschlüsse, nur von den erwähnten 10 Mitgliedern gefaßt worden. Die in der Minorität gebliebenen Mitglieder, sowie sämmtliche anwesenden Zuhörer waren über diese Beschlüsse sehr erbittert und haben sich daher-keine neuen Mitglieder dem Frankfurter Verein angeschlossen; so wie es auf Unwahrheit beruht, was Herr Dr. Lorje in qu. Bericht mittheilt, daß in Posen und Berlin Filialen dieses Vereines entstehen werden, da, wie Schreiber dieses aus authentischer Quelle mitzutheilen im Stande ist, die Mitglieder dieser Städte sich an einen Verein, den Herr 1)r. Lorie verwaltet, nicht anschließen wollen und soll Herr vr. Sachs auch schon aus derselben Ursache der Einladung zu dieser genannten General- Versammlung nicht nachgekommen sein und sich in einem nach Frankfurt a. O. gerichtetem Schreiben mißbilligend über das Verfahren des Hrn. Or. Lorie ausgesprochen haben. Zum Wohl des wohlthätigen Vereines wäre es gewiß, wenn diese Vereine in Posen?c. recht bald in's Leben treten möchten, da die Sendungen an Herrn vr. Lorie nach diesen gemachten Erfahrungen gewiß sehr spärlich eingehen werden. Mier Ilnuilnu^or, Kaufmann. O e st e c r e i ch i s ch e r Kaiser st aal. /X Wien. Der Ausschuß des Niederösterreich. Landtages hat den Antrag gestellt, daß an solchen höheren Lehranstalten Wiens, welche aus Staatsmitteln erhalten werden, die Lehrer ohne confessionelle Rücksichten anznstellen seien und daß diese Schulen überhaupt als paritätische Anstalten betrachtet und behandelt werden. — Die Motive des Antrages bilden die Erwägung der großen Opfer, welche die evangelischen und jüdischen Gemeinden für das Schulwesen bereits gebracht haben. — Wien. Mit gespannter Erwartung sehen wir dem diesjährigen Charsamstag entgegen, um die Gewißheit zu erlangen, daß der Antrag, welchen im vorigen Jahre zwei ehrenhafte Bürger unserer Stadt im Gemeinderalhe stellten, glücklich durchgegangen ist. — Er lautet: „Die christkatholische feierlich: Ceremonie am Charsamstage beginnt damit, daß außerhalb der