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Der Israelit · 1863-04-15 · Heft 14-15 (15.4.1863) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 14-15 (15.4.1863)
Date
1863-04-15
Page
– (sequence 11)
Language
German
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173 denn überhaupt bei uns noch immer nicht staatlich anerkannt ist. Desto aufrichtiger ist der Patriotismus der Juden, die den Antrieb dazu hinlänglich in ihrer Religion finden. — Auch von hier war ein frommer, altehrwürdiger Jude, Ritter des eisernen Verdienstzeichens, Herr Gold stein, der seinem Gotte und feinem Könige stets treu gedient, zur Feier des 17. März, des 50jährigen Erinnerungsfestes der Landwehrerrichtung, nach Berlin eingeladen worden und hat dieser Einladung Folge geleistet. Nach Beendigung des Feldzuges war er eine Zeit lang berittener Gensd'arm und ist später, mit einer monatlichen Pension von 10 Thalern entlassen, nach hier übergesiedelt, wo wir ihn öfters, mit vielen hohen Orden geschmückt, in den wollenen Betmantel gehüllt, andächtig betend im Gotteshause bemerkten. Herr G. ist noch so rüstig, daß er kürzlich erst zum dritten Male sich verheirathet hat. — Die Malerkunst fängt an, das Synagogenleben zu verklären. Wir hatten davon letzthin zwei auffallende Beispiele. Sryowski's, eines Danzigers „Synagoge", gehörte auf unserer Kunstausstellung zu den besten und am meisten bewunderten Gemälden, über das sich die verschiedensten Stimmen der Kritik lobend vernehmen ließen. Mit wahrer Pietät hat der christliche Künstler seinen Gegenstand, betende Polen darstellend, behandelt. Näher hat dies Bild in des Abgeordneten Rupp's „Verfassungsfreund" (der jetzt statt des „Königsberger Telegraph" erscheint), der Recensent, Vr. M. Frey stad t besprochen. Derselbe gibt doselbst die Schilderung eines zweiten Bildes, eines einfachen Kupferstiches von Bida, die sin Ihrem Blatte eine Stelle verdient. Sie lautet nach der Einleitung ungefähr also: „Wir befinden uns im heiligen Lande Palästina, in Jerusalem. Eine Gruppe andächtig betender Juden vor einer hohen, halb zertrümmerten Mauer fesselt unseren Blick. Männer mit originellen, ausdrucksvollen Gesichtern, theils in knieender und gebückter, theils in aufrechtstehender und an die Wand gelehnter Stellung trauern um den Untergang des heiligen Tempels, der einst hier gestanden hat. Mit bedecktem Haupte, in polnischer und in portugiesisch-orientalischer Nationaltracht, haben alle ihre Sandalen ausgezogen, die weitab seitwärts liegen, woselbst auch mehrere Frauen, abgesondert von den Männern, in ihre weilen Schleier gehüllt, zum Theil knieend ihre Gebete verrichten. Die deutsche Unterschrift des Bildes: Die Trauer der Juden in Jerusalem — wird durch die französische: Die Juden vor der Mauer Salomo's, und noch mehr durch die hebräische Ueberschrift: „Westliche Mauer" (Chomat Maarab *) vervollständigt. Gläubig, reuig, zerknirscht betet die fromme Schaar auf der Ruine ihres altehrwürdigen Heiligthums um Wiederherstellung des Salomon'schen Tempels, unbekümmert, daß Nebucadnezar diesen den Flammen übergab und daß der Herodianische Prachttempel von Titus zerstört ward, unbekümmert, daß Kaiser Hadrian an geweihter Stätte dem Jupiter einen Götzentempel errichtete und daß der Chalif Omar hier aus einer christlichen Kirche eine weitläufige Moschee erbauen ließ. Alle Empfindungen der gläubigen Schaar bis auf den schönen Jüngling im Vordergründe sind der Nationalerinnerung und der Nationalhoffnung gewidmet. Der Verlag des Kupferstichs (ll 15 Rthlr.) in Paris, London, dem Haag und Newyork scheint für dessen große Verbreitung zu sprechen. Er verdient es auch schon deßhalb, weil beim Wiedererwachen der Nationalitäts-Prinzipien das jüdische unzweifelhaft seine volle Berechtigung hat: ein Gedanke, der erst neulich in der geistreichen Schrift von dem Philosophen M. Heß „Rom und Jerusalem" in überraschender Weise ausgesührt ist." H. Tchmiegel, den 29. März. ivi8 O8 18!ivi8 8d 28 '18 So schmerzlich es mir ist, den löblichen, mir so wie Allen v'^Vi^'i si'2 O'2,-ii8.i höchst erwünschten Colonisationsverein für Palästina ('"8 ri-wri) durch einen Angriff vielleicht zu alteriren, halte ich mich doch verpflichtet ri!28.-i spvb pMi gegen den in Nr. 11 des Israeliten von Hrn. vr. Lorje in Frankfurt a. O. mitgetheilten Bericht, hiermit öffentlich aufzutreten, um Alle, die sich für diesen Verein interessiren, mit dem wahren Sachverhältniß von der am 28. Februar a. c. in Frankfurt a. O. stattgehabten Generalversammlung bekannt zu machen. Zuvörderst ist die Angabe des Herrn vr. Lorie, daß bei dieser Versammlung 2/3 der Anwesenden aus Nicht-Frankfurtern bestand, unrichtig, da außer Herrn vr. Lorie nicht mehr als 16 Mitglieder anwesend, worunter 7 aus Frankfurt a. O. *) Sollte Kothel Maarabi heißen!

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