Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 14-15 (15.4.1863)
- Date
- 1863-04-15
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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165 er hervor saus seiner Mutter Schvoße und nackt kehrt er heim in das Haus der Ewigkeit!" Er wird daher, wenn er der Glücksgüter entbehrt, nicht verzweifeln; denn er hat in die Welt keine mitgebracht. Nackt und hilflos trat er in dieselbe ein; das gütige Wesen über den in jenem Azurmeere schwimmenden Sternen hat mitleidig und huldreich auf ihn herabgeblickt, hat ihn mit feinem Brode gesättigt, mit seinem Trünke gelabt, hat ihn groß und stark werden lassen, und es wird ihn auch ferner erhalten, ernähren. Wenn er wieder die Güter des Glückes in reichem Ueberflusse besitzt, wird er deßhalb sich nicht übermäßig freuen und hochmüthig werden; denn er wird dieselben nicht aus der Welt mitführen und wird nackt heimziehen in den kalten Schooß der Erde. „Denn nicht in den Tod nimmt er Alles mit sich." Der Endzweck der Mesusah ist, den Juden an seine Pflicht der aufopfernden Liebe zu Gott zu mahnen, feine Gedanken, nach Oben lenkend, zu läutern und ihm in einigen kurzen, aber wichtigen Sätzen den Hauptinhalt der Mischen Religion vor die Seele zu führen. In der Thal! des Judenthums herrlichste und bedeutsamste Lehre; in der Mesusah ist sie ausgezeichnet; auf ihr ist hingeschrieben die Devise des israelitischen Glaubensbekenntnisses, das erhabene begeisternde „Schema Jisraö'l!" Aber dieses ist nicht allein, als der Inbegriff des Religionsbekenntnisses, von jüdisch religiöser, sondern auch, als der bezeichnendste Ausdruck für die verschiedenen Nuancen und Schattirungen des gesammten Gefühlslebens des Juden, von jüdisch nationaler Bedeutung. Es ist die Parole, an der der Jude unter allen Himmelsstrichen seinen Bruder herausfindet und erkennt, das Feldgeschrei der jüdischen Nation in allen Phasen ihrer Geschichte und ihres wechselvollen Schicksals; in ihrem Glanze wie in ihrem Elende; in der Mittagshöhe ihres Glückes wie in der Nacht ihres Mißgeschickes; in ihrem Siege wie ihrer Niederlage. Aus der Brust des vom blutigen Wahlplatze lorbeerumkränzt heimziehenden, freudetrunkenen jüdischen Siegers erklang stürmisch der begeisternde, gottverherrlichende Ausruf „Schema Jisraöl!" und der am Scheiterhaufen das Leben aushauchende jüdische Märtyrer ging ein in das Reich der Ewigkeit unter dem resignirenden, herzzerreißenden Wehmuthsrufe „Schema Jisravl!" Ja, die ganze Welt des Juden liegt in dem „Schema Jisrael!" All sein Glauben und Sehnen, all sein Leiden und Hoffen, all seine Freude und Trauer, indem und durch das „Schema Jisrasl" finden sie ihren wahrsten, ihren kräftigsten Ausdruck. Wenn er auf den Jittigen glühender Andacht zu Gott sich omporgetragen und das Bedürfrriß fühlt, vor dem höchste Richter sein Herz auszuschütte», um sich an die unsichtbare, himmlische Macht, als den einzigen Stützpunkt anzuklammern; dann ruft er in frommer Beseligung aus: „Schema Jisrael!" Wenn in sein Leben plötzlich ein Strahl des Glückes hinein strömt, sein übervolles Herz, in freudiger Erregung mächtig aufwallend, das Glück zu faffen zu enge wird und der Entladung bedarf, dann jauchzt er in freudiger Begeisterung „Schema Jisraöl!" Wenn ihn wiederum Unglück heimsucht, und seine zusammengepreßte Brust unter der schweren Wucht des Kummers nach Athem ringt, dann ächzt und stöhnt er keuchend: „Schema Jisraöl!" Selbst, wenn er von der süßen Gewohnheit des Daseins Abschied nimmt, sein Blut erkaltet, sein Athem in Stockuna geräth und sein Herz zu schlagen aufhört; selbst dann ist seines hohltönigen Todesröchelns letzter Hauch, seiner starren Brust letzter Athemzug und seiner bleichen, zuckenden Lippen letztes Geflüster: „Schema Jisraöl!" *) 8LLN16, im Monate Schebat 5623. Die Emanciplltion der Holsteiner Inden, u. Ein glückliches und beneidenswerthes Loos wurde unfern lieben holsteinischen Juden zu Thcil. Der von den Ständen angenommene Gesetzentwurf enthält nicht nur die gesetzlichen Rechte derselben, sondern er bestimmt auch genau ihre Neligions- und Gemeindeverfaffung, Schul- und Armenwesen. Welch' beneidenswerthes Loos für die guten Holsteiner! Einer sehr wichtigen Sorge sind sie jetzt enthoben. Alles hat die königliche Regierung für sie geordnet und so jeder Parteizwistigkeit, die den Frieden und die Ruhe der gemüthlichen Holsteiner stören könnte, wohlweislich vorgebogen. Herrliche Errungenschaften! Sie erlauben mir von denselben hier einzelner zu erwähnen. §. 9 sichert ihnen die bisher ihnen gewährleistete, freie Religionsübung; doch bedarf es zur Errichtung neuer Synagagen einer besondern Allerhöchsten Erlaubnis ß. 10 bestimmt, daß jeder im Herzogthume wohnhafte Jude Mitglied einer jüdischen religiösen Gemeinde sein muß. Neue Gemeinden können sich nur P1U12 Vvn nmm r-U22 N'L'N rn->w .-um -MIM PW' LVN.-V "MiE «uw