Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 13 (1.4.1863)
- Date
- 1863-04-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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150 indem er sagt: „und auch Israel werde ich nicht ziehen lassen." — Nun wohl, du stotzer Egypterkönig, du solltest ihn kennen lernen den Gott Israels , du solltest überzeugt werden Don der Wahrheit jener vier Grundzüge unserer heiligen Religion! Wir können die zehn Plagen, die Gott über Pharao und Mizrajim brachte, als einen Beweis der Wahrheit der ersten Anrede der gottgesandten Brüder, als eine Ueberzeugung dem zweifelnden und leugnenden Pharao betrachten. I. Pharao hatte das Dasein Gottes geleugnet; in stolzer Ueberhebung hatte er gesprochen: „Wer ist der Ewige, dessen Stimme ich gehorchen soll?" — Unsere Weisen erzählen: „Als Moscheh und Ahron zum ersten Mal dem Pharao den Ewigen, den Gott Israels nannten, befahl der Egypterkönig seinen Dienern, das große Buch zu bringen, in welchem die Götter aller Nationen der Erde verzeichnet und abgebildet ständen. Die Diener brachten das Buch und Pharao durchsuchte es von Anfang bis zu Ende; und er fand allerlei Gestalten und Abbildungen von den großen Himmelskörpern hoch oben an der Aus dehnung des Himmels bis zu den geringsten und unbedeutendsten Geschöpfen im Staube der Erde und am Ufer des Meeres; das waren die Abbildungen der Götter, welche die Nationen der Erde verehrten; aber den Gott Israels fand er nicht unter ihnen verzeichnet, fand kein Abbild von ihm inmitten der zahlreichen Bilder all dieser Götzen. Da sprach er zu Moscheh und Ahron „wer ist der Ewige, dessen Stimme ich gehorchen soll? ich kenne ihn nicht, er steht nicht verzeichnet in meinem Buche, wo doch die Götter aller Nationen Der Erde verzeichnet sind." — Rabbi Lewi erzählte ein hierauf bezügliches Gleichniß: Ein Cohen hatte einen thörichten Sclaven, der seinen Herrn suchen wollte. Da ging er hin auf den Todtenacker und suchte und suchte und fand ihn nicht; da kam ein Fremder des Weges und fragte den Sclaven: „„was suchst du da auf dem Todtenackec?"" Dieser antwortete „„ich suche meinen Herrn."" — „„Ist dein Herr nicht ein Cohen, entgegnete da der Fremde, und du suchst ihn bei den Tobten?""— Also sprach auch Moscheh zu Pharao: „Siehe, unser Gott ist der Allmächtige, der ewig Lebendige, und du suchst ihn bei den Tobten, inmitten der Götzen, die nicht helfen, nicht nützen, nicht schaden können? —" Auch in unserer Zeit suchen die Aftergelehrten den allmächtigen Gott im Buche ihrer Götzen und finden ihn nicht; sie setzen das Secirmefser an und zerschneiden und zerlegen und suchen Gott und finden ihn nicht; sie messen und wägen, sie zerlegen und sondern und forschen, sie zersetzen und verbinden und sprechen am Ende: „wir haben die ganze Welt durchforscht und finden ihn nicht in ihr." — O, ihr Thoren, ihr suchet den allmächtigen, en lebendigen Gott bei den Todten? könnt ihr auch 5Eur das Prinzip des Lebens begreifen, wißt ihr, was es ist, was selbstständig den geringsten Wurm sich bewegen läßt, wißt ihr, was es ist, was im Menschen denkt und will und fühlt und schafft? Es ist ein Hinweis auf den Gott des Lebens, den ihr allerdings mit eurem Secirmefser nicht fassen, auf eurer Wage nicht wägen, in eurer Retorte nicht zersetzen könnt. Pharao sollte Antwort erhallen auf seine freche Frage; die drei ersten Plagen, sollten ihn das Dasein Gottes beweisen, p-rn (2. B. M. C. 7, V. 17) „Durch dieses sollst du erkennen, daß ich der Ewige bin," ließ ihm Gott sagen, ehe Er das Wasser des Nil in Blut umwandelte. Egyptens Leben beruht auf dem Flusse; nicht vom Regen des Himmels erwächst Egyptens Nahrung, sondern durch die Ueberschwemmungen des Nil. Pharao, der sich selbst vergötterte, muß an seinem Fluß erfahren, daß es eine höhere Macht gibt, welche sein und seines Volkes Lebenselement in Blut umwandelt. — Aber es machen es ebenso die Bilderschriftkundigen mit ihren Zauberkünsten, und Pharaos Herz verhärtet sich. Also treiben es noch heute gar viele Männer der Wissenschaft; weil sie gar Manches der Natur abgelauscht haben, vergöttern sie sich selbst, leugnen sie Gott. Und wiederum zieht eine furchtbare, unerträgliche Plage herauf; der Fluß wimmelt plötzlich von Fröschen und sie ziehen herauf und dringen in die Häuser und in die Schlafzimmer und in die Betten und in die Oesen und in die Backtröge; sie wimmeln sogar an den Menschen empor. Auch die Zauberer thun also; sie können die Plage zwar vermehren, aber nicht vermindern. Jetzt ist Pharao gezwungen, sich an die Gottesboten zu wenden, daß sie für ihn flehen zum Ewigen, damit die Frösche von ihm und seinem Volke weichen; er muß für sich zu dem Gotte flehen lassen, dessen Dasein er schnöde geleugnet hat; aber er erkennt es noch nicht '-w px 'D (2. B. M. C. 8. V. 6) „daß Niemand ist wie der Ewige, unser Gott;" für ihn ist Gott noch nichts Anderes, als ein großer Zauberer, ein größerer als die, welche in seinem Dienste stehen. Da bringet Gott eine Plage über Egypten, welche die Bilderschristkundigen nicht hervorzubringen vermögen, und sie sprechen zu Pharao: „es ist ein Finger Gottes." (Das V. 15.) Die Zauberer müssen es nunmehr anerkennen, daß es Gott ist, der dies Alles gethan; das Dasein Gottes ist erwiesen. Dennoch verhärtet sich Pharaos Herz, denn warum soll Gott gerade für Israel, dieses verachtete Volk, besondere Fürsorge tragen?