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Der Israelit · 1863-03-25 · Heft 12 (25.3.1863) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 12 (25.3.1863)
Date
1863-03-25
Page
– (sequence 8)
Language
German
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144 1860 betrug die Einnahme 172,116 Fr., 1861 betrug sie 166,961 Fr. Diese bedeutenden Summen wurden fast gänzlich verwendet, so daß nur ein Ueberschuß von 962 Fr. geblieben ist. 500 Familien erhielten im Jahre 61 an monatlichen Unterstützungen 25,000 Fr., 12000 Fr. wurden an Kranke Fremde, Wöchnerinnen und Trauernde vertheilt; an Unterstützungen für das Peßachfest wurden 10,000 Fr. ausgegeben, für Holz zum Winterbedarf 4000 Fr., für Bekleidung armer Schulkinder 15,000 Fr. und 1600 Fr. für Bekleidung von Bar-Mizwah-Knaben; ferner wurden 13,000 Fr. verwendet, um den Armen um billigen Preis Lebensmittel zu schaffen. 800 Familien erhielten die Mazzoth unentgeldlich und für 25 Familien wurde die volle Wohnungsmiethe bezahlt; außerdem wurden noch viele andere Wohlthaten erwiesen. Wir glauben nicht, daß in irgend einer andern religiösen Gemeinschaft ein verhältnißmäßig ebenso bedeutender Wohlthätigkeitssinn sich bethätigt, wie allüberall in den isr. Gemeinden. Schweiz. Bern, 13. März. Aus Aargau wird der „N. Z. Z." berichtet: Bei der Berathung eines Ge- , setzentwurfes, betreffend die Israeliten, blieben die z Ultramontanen im großen Rath ebenfalls Meister, i indem der Artikel, der ihnen gleiche politische Rechte mit den Christen geben wollte, mit 76 gegen 61! Stimmen verworfen wurde-! Rußland. - Petersburg, 9. März. Durch Ukas vom 23. Januar wird verfügt, daß jüdische Kaufleute,! nachdem sie zehn Jahre in der ersten oder zwanzig j Jahre in der zweiten Gilde gewesen, in den Ehren-! bürgerstand erhoben werden. j Feuilleton. Die verlorenen zehn Stämme. (Fortsetzung.) Die nachfolgenden Einzelheiten sind aus dem interessanten Werke des vr. Wilson. „Die Länder der Bibel besucht und beschrieben. Vol. 667 669;" entnommen. Die Benei Israel gleichen in der Physiognomie den arabischen Juden, obwohl sie den Namen Juda, wenn sie mit demselben angesprochen worden, als eine Beschimpfung ansehen. Sie sind gebildeter, als die andern Eingeborenen Indiens, die in denselben Verhältnissen leben, sind jedoch hinsichtlich der Kleidung nicht sehr von ihnen verschieden. Sie haben nicht, wie die Hindus, einen Schandi (eine Art Talar) auf dem Wirbel ihres Kopfes tragen jedoch einen Haarbüschel über jedem Ohr. Ihre Turbane und Schuhe sind, wie die der Muselmänner. Ihre Schmucksachen sind dieselben, wie sie bei den mittleren Klassen von den Eingeborenen zu Mehratta getragen werden. Ihre Häuser unterscheiden sich nicht von denen der andern Eingeborenen derseben Klasse. Sie essen nicht mit Leuten, die einer andern religiösen Gemeinschaft angehören; aber sie verschmähen nicht, mit Christen, Muselmännern und Hindus aus einem Glase zu trinken. Vor wie nach dem Genüsse einer Speise bitten sie um Gottes Segen in hebr. Sprache. Jeder von den Benei Israel hat, allgemein zu sprechen, zwei Namen. Der eine ist einem Charakter der heiligen Schrift entlehnt , der andere schmiegt sich der Hindusischen Sitte an. Die üblichen Männernamen sind: Abraham, Isaak, Rüben rc. rc. Bemerkenswerth ist, daß sich der Name Juda nicht unter ihnen findet. Sara, Rebekka, Rachel, Lea Zivora, Milka, Zilcha, Miriam, Hanna sind übliche Frauennamen. Ueber alle Fragen bezüglich der religiösen Einrichtungen der Benei Israel wird von den erwachsenen Mitgliedern der Gemeinde eines jeden Dorfes in der Versammlung berathcn und beschlossen durch ihren Mukadam oder Vorsteher, der eine Art obrigkeitliches Ansehen in der Gemeinde hat, durch den Kadhis, welcher der Vorstand in religiösen Dingen ist und durch den Leiter des öffentlichen Gottesdienstes, dessen Amt es ist, die gegenseitigen Klagen zu vernehmen. Dem Mukadam und Kadhis stehen noch 4 College» oder Aeltefte zur Seite. Jeder aus dem Volke, der bei irgend einer Untersuchung anwesend ist, kann seine Meinung über den zu verhandelnden Gegenstand Vorbringen, seine abweichende Meinung kundgeben und unter gewissen Umständen eine neue Untersuchung beantragen. Die Benei Israel beten den Ewigen, den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs an. Viele von ihnen beteten jedoch bis vor Kurzem öffentlich und einige noch jetzt nur geheim, die Götter der Hindus an, besonders Jene, welche für böswillige Charakter gehalten werden; Einige geben sich auch mit der Wahrsagerei ab. (Schluß in der Beilage.) (Hierbei eine Beilage.) verantwortliche Skrdattion von vr. Lehman«. — «erlag der Le «our'sch«, Hosbuchhandlung. — Druck von I- GottSlebe« in Main».

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