Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 10 (11.3.1863)
- Date
- 1863-03-11
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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120 entzückendes Weiß und nicht das spätere Safrangelb oder Purpnrroth als des jungen Taies Anbeginn bezeichnete Möglich auch ist -irin Composition aus -nx (für NL -'ix, wie v'U2p, Hab. 2, 0. für 2p v'v nach Kirnchi paffender als v. v2p) und so wäre darunter das sanfte lilienweiße reine Sonnenlicht in seinem frühesten Erwachen gemeint. ->pi2 aber, das der große Gelehrte Luzzaw (in n"22) aus -vx pp2 entstclcn läßt, würden wir vielmehr mit bescheidener Reservation aus -np 12 (n. E ->p Sprüchw. 17, 27. ebenfalls v. ^p) gebildet meinen*) und zwar deshalb weil in den bergigen Theilen des glühenden Orients beim Anbruch des Tages eine Kühle eintritt, welche oft empfindlich wird. Aber bald erhebt sich die herrlichste Sonne über den wolkenlosen Horizont und verbreitet eine wohlthätige Wärme Und in schönern Worten als die des Psalmisten 19, 6. kann der Sonnenaufgang unmöglich gezeichnet werden! „Wie ein Bräutigam — geschmückt — geht die Sonne aus ihrem Gemach, freuet sich wie ein Held zu durchlaufen ihre Bahn " Der erste milde Morgenschein und die darauf folgende unwiderstehliche Sonnenkrast — wie könnten sie erhabener und zwar in zwei kurzen Sätzen gegeben werden! Was den zweiten Theil des Bildes r>-nx -,1212 betrifft, scheint er eine edle, wir würden sagen, elastische Nachbildung des v2dvxi ir>-«2)2 LDL',2?1XL2 Richters,31. womit Debora am Schluffe ihrer gewaltigen Siegeshymne den Triumph der echten Gottesfreunde über die in Laster und Schande versunkenen Heiden erfleht Und das bringt uns zu der Vennuthung LDL? Sonne mit dem chaldäischen AHA dienen zu identificiren. Uns will scheinen, als ob der früheste Monotheismus den gewiß nicht viel jüngern SabäiSmus darin zu bekämpfen sucht, daß er die allgemein vergötterte Königin des Tages den „Diener" natürlich eines großen, ewigen Herrn nennt. Sonst läßt man aus OL* entstehen, weil die Sonne als eine glühende Fcuermasse angesehen wurde. (Das gr. mag in np2 vh.-i wurzeln. M. De Roffi, Meor Enaim Abschn. 57.) Und in den Ländern, wo die Glut des Tages schon in den Vormittagsstunden eine solche Kraft erreicht, daß sich alles Leben matt und gelähmt fühlt, ist nichts natürlicher, als an die Ungeheuern Feuerbestandtheile der Sonne zu glauben ( Hier verweise ich mit Liebe auf die treffliche, moralisch edle Erklärung des Ps. 130. 5. ^P2h ->p2d im V"HP!2 Scholien zum ru22h?i Porte '.-i rinwp Abschn 8 v. meinem *) Anm d Red. : Nm Einfachsten ist wohl der Begriff ->p'2 Morgen von dem zwar nur im Pie! gebräuchlichen i untersuchen, Unterscheiden, herz'-lcitcn, da der Morgen die in der j Nacht unmöglichen Unterscheidungen ermöglicht. s Wohlthäter und Freund, dem berühmten Dichter und vielverdienten Herausgeber der Lovllds llisellak Hr. M. E. Stern in Wien —) Wenn man aber des glühenden und strahlenden Lichtes gedenkt, das sich in reichen Strömen auf alle Gegenstände umher ergießt und sie in seinem überschwänglichen Farbenglanze badet, so kann man sich kaum der Hypothese erwehren, daß L? Meer, in Ol'' Tag wieder zu finden sei. Und j der Plural O^ deutet hin auf eine Singularform O'! Auch der Dual Licht in Licht, wörtlich doppeltes Licht, will den gewaltigen Lichtstrom gleichsam festhalten, der mit magischem Zauber bis in die Steinritzen eindringt und alles Dunkel erhellt. Weshalb auch O'->.-i!r als Bild des höchsten Glückes Hiob 11, 17. und der göttlichen — höchsten — Gerechtigkeit Ps. 37, 6 steht. — Sonach haben wir den Tag und seine Zeiten mit prüfendem Auge begleitet und ihm unsere betrachtende Aufmerksamkeit geschenkt. Freuen würde es uns, wenn sich unter dem Gesagten einzelne Körnchen Wahrheit fänden und redliche Sachkenner uns zu einer Fortsetzung der hiemit von uns begonnenen Aufgabe ermuntern würden. Freilich ist diese Aufgabe selbst für bedeutendere Kräfte als diemeinen, eine schwer zu lösende und das um so mehr, nachdem ich mich bei meinen Arbeiten auf mich allein verwiesen sehe, ohne die nöthigen Bücher und den berathenden Freund. Auch die schätzbaren Winke unseres gelehrten Herrn Oberrabbinen können mir, wegen seiner vielseitigen Berufspflichten äußerst selten zu Theil werden. Aber bei und trotz all dem gilt auch hier wie bei vielem Andern das Wort der Mischna: 71Ü2Q ^V2!2^> f2 TlllX X^N. S. a. Ujhely im Januar 1863. ^akod üemriek I^Stv. Zk e n i e « von i. Die Kanzel. „Könnte ich sprechen, wie oft sagt' ich zum feurigsten Redner: Nahe mir nicht! denn bedenk, — hier ist ein heiliger Ort!"