Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 10 (11.3.1863)
- Date
- 1863-03-11
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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117 durch sie in der Umgegend eine gewisse Geltung erlangte, zu verschaffen gewußt. Durch sein Auftreten ist die Schule um eine Lehrkraft bereichert und dem Talmud ist auch ein Platz in den Lehrfächern angewiesen worden. Aber daß ihm auch das materielle Wohl der Gemeinde sehr am Herzen gelegen ist, beweiset: daß er durch sein Bemühen viele edle Herzen für den Zweck gewann, der allgemeinen Noth der ärmeren Volksklassen abzuhelfen, und die Resultate waren wahrlich die günstigsten. Er hegt auch die Hoffnung, trotz der geringen Aussichten dafür, der hiesigen Schule einen Fond zu gründen. Wir wollen ihm zu diesem wahrhaft edlen Zwecke erfreulichen Erfolg wünschen. — L. X. -Lab, (Ungarn) Ende Februar. Der im verflossenen Jahre abgehaltenen ersten — vielleicht auch letzten — jüdischen Lehrerkonferenz in Ungarn ist auch in diesen geschätzten Blättern Erwähnung gethan. Welche Resultate erzielt wurden, weiß Niemand, da die Lehrer auf eine solche Conferenz nicht vorbereitet waren, und jene Gegenstände, die Besprechung fanden, gehören nach meiner und Anderer Ansicht vor keine Lehrerkonferenz, indem nur Paragraphe, — allenfalls von achtbaren Männern ausgearbeitet — Gesetze für Gemeinde und Schule enthaltend, der Conferenz zur Begutachtung vorgelegt wurden. Wir vergäßen nunmehr alles Geschehenen wenn wir nicht unwillkürlich durch einige Concurse daran erinnert würden. In diesen nämlich werden die Concurrirenden von den Gemeinden zu einem Probevortrag aufgefordert, was allem Anscheine nach von der Conferenz herrührt. Man glaube nicht, daß die Lehrer einen Probevortrag fürchten, nicht darum erheben wir unsere Stimme gegen ein solches Verfahren, sondern einzig und allein, weil wir es sehr bezweifeln, ob eine Gemeinde sich Herbeilaffen wird, ihrem Lehrer eine Reise auf mehrere Tage zu erlauben. Würde ferner nicht auch seine Stellung dadurch gefährdet? Fügen wir noch hinzu, daß die Gemeinde den Probevortraghaltenden nicht länger als auf ein Jahr engagirt, womit hat also der arme Lehrer seine ohnehin traurige Lage verbessert? Höchstens, daß er sich nach mehrjähriger Wanderung, um Probeverträge zu halten, zum Redner ausbilden kann. — Sollten etwa die vorgelegten! Zeugnisse und die einzuziehcnden Erkundigungen nicht genügen?! IKN. VvKvI, Lehrer.! Tyrnau. Hier wurde das letzte Thor in der einstigen Stadtmauer niedergerissen, und man fand jüdische Grabsteine eingemauert, darunter einen mit der hebräischen Inschrift, daß das Blut dieses durch Christenhand Gemordeten um Rache zum Himmel emporschreie. Da die Sage von einer einstigen hier ausgeführten gräulichen Judenverfolgung geht, so dürfte dieser Stein ein solches Opfer gedeckt haben, und nach Zerstörung des jüdischen unweit der Stadtmauer gelegenen Begräbnißplatzes zum Bau des Thores verwendet worden sein. Den Stein gab der Magistrat der darum petitionirenden Judengemeinde zurück. (Pesther Lloid) Schweiz. Bern, 12. Febr. In der aargauischen Judenfrage wurde vom Bundesrathe beschlossen, die aargauische Regierung zur Beseitigung exceptioneller Beschränkungen in Sachen der Niederlassungen der Juden aufzufordern. Irland. Der in Dublin erscheinende „Inspektor" enthält folgenden Artikel: Daß die Israeliten in vielen Ländern unaufhörlich Gegenstand der Verfolgungen waren, ist eine historische Thatsache und so wohl bekannt, daß es unnütz wäre, sich dabei aufzuhalten. Wenig Nationen, selbst wenig Sekten gibt es, die nicht geglaubt hätten, dadurch, daß sie das Haus Israel schlugen, der Gottheit einen Gefallen zu erweisen. Um so stolzer sind wir, sagen zu können, daß Irland, soweit wir uns dessen durch fleißiges Nachforschen haben versichern können, sich dies Unrecht nicht vorzuwerfen braucht. Wir haben seit vielen Jahrhunderten Israeliten unter uns gehabt, und aus Mangel an Beweismittel berufen wir uns auf das Vorhandensein eines isr. Friedhofes, dessen Gründung bis auf das Jahr 1627 zurückgeht. Die Eigenthumsakte dieses Grundstückes ist vor Kurzem in Birmingham-Tower zu Dublin Castle entdeckt worden.