Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 9 (4.3.1863)
- Date
- 1863-03-04
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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105 Dort findet man den Morgen- und Abendgottesdienst täglich sehr zahlreich besucht. Der Religionsunterricht ist zuverlässigen Händen anvertraut, wobei wohl bemerkt werden darf, daß der durch lockende auswärtige Anerbieten befürchtete Abgang des würdigen Lehrers Herrn Stern durch ansehnliche Opfer von Gemeindemitgliedern abgewendet und dieser Mann der Gemeinde erhalten werden konnte. Endlich wird dort die Wohlthätigkeit reichlich und im Sinne unserer frommen Väter geübt, wofür als einzelner Beleg statt vieler der Umstand dienen kann, daß diese Gemeinde kürzlich die bedeutende Summe von fl. 150 als Spenden für unsere armen Glaubensbrüder im heil. Lande, denen noch außerdem fl. 30 — für Pilgerwohnungen beigefügt waren, dem Generalagenten Palästinas für Baden und Würtemberg Herr B. H. Wormser in Carlsruhe Übermacht worden sind. Ehre dieser Gemeinde, die in so erhebender Weise ihren Wohlthätigkeitswie zugleich echt religiösen Sinn zu bethätigen versteht. Lapksol Warm««?. Offenbcrch, den 23. Febr. Geehrtester Herr Redakteur. — Damit ich nicht die Sünde begehe -op Sie nämlich die Sünde begehen zu lasten pvw «rrn ersuche ich Sie in Ihrem geschätzten Blatte „Dem Israelit" meine Erklärung aufzunehmen, daß die, in Ihrem genannten Blatte Nr. 7 unter der Aufschrift „Leipzig" mich betreffende, aus dem Univ. Jsr. in Ihre Zeitschrift übergegangene Mittheilung eine dumme und boshafte Lüge ist, als welche sie jene Hunderte von Zeugen, die etwa an jenem Abende in Leipzig mich beobachtet haben, erklären müssen, wenn nicht etwa gerade Solche gefragt werden, in deren Thora die Worte.fehlen: ipL' ip ip-w ."uzm «v ferner ->2-iv pi-nn und endlich ivzQ ^>'21 0r. 8. Pormslvelier. Preußen. Köln, 20. Februar. In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten kam die Eingabe der hiesigen israelitischen Gemeinde um Beschaffung eines freien Schullokals aus städtischen Mitteln wiederholt zur Verhandlung. Nachdem in einer frühern Sitzung beschlossen war, die Angelegenheit einer Commission zur Prüfung zu überweisen, hatte die letztere den Antrag gestellt, man möge die bisher gezahlte Miethentfchädigung von 120 Thlr. und den frühern städtischen Beittag zu dem israelitischen Schulunterricht von 800 Thlr. in ein Aversum ^vereinigen und auf 1000 Thlr. erhöhen. Herr Classen-Kappelmann stellte darauf einen Antrag, den er ausführlich motivirte. Durch Eingabe vom 6. Nov. v. I, sagte Herr Claffen, hat der Vorstand der Synagogen - Gemeinde sich an die städtische Verwaltung gewandt, mit folgenden Anträgen: 1) Daß das aus dem Kommunal-Budget bisher bewilligte Aversum zu Schulzwecken paritätisch berechnet auf circa 800 Thlr. erhöht werde. 2) Daß ein Schullokal aus städtischen Mitteln angewiesen werde. Der erste Antrag wurde bei Berathung des Budgets vorläufig dadurch erledigt, daß das Aversum pro 1863 auf rund 800 Thlr. erhöht wurde. Diese Ziffer entspricht nicht völlig der Parität; denn wenn der Evangelischen Bevölkerung in der Zahl von 12,453 Köpfen 5036 Thlr. zukommen, so macht das für 2336 Israeliten 956 Thlr. Man hat gesagt, daß die Gemeinde nicht mehr verlangt hätte; aber dem ist nicht so; der Gemeindevorstand verlangte mit Recht die paritätische Gleichstellung mit andern Confessionen und die Ziffer von 800 Thlr. entsprach ungefähr der Höhe des Aversums, welches im Jahre 1860-61 der evang. Gemeinde gezahlt worden; andere Ziffern standen den Petenten nicht zu Gebote. Diese Frage ist nun für dieses Jahr erledigt und ich bin nur darauf zurückgekommen, weil ich wünsche daß wir im vollen Sinne des Wortes die Gleichberechtigung anerkennen möchten. In der Debatte war man darüber einig, daß der Grundsatz der Parität vollkommen zur Anwendung kommen soll — nur bei dem Modus gab sich Meinungsverschiedenheit kund, indem die Einen dies Aversum nach der Zahl der wirklich die jüdische Schule besuchenden Kinder, die Andern solches nach der Kopfzahl bemessen wollten. Wenn ich nun bei der christlichen Bevölkerung nach der Kopfzahl rechne, so muß ich denselben Modus für die jüdische Bevölkerung annehmen, denn die Parität liegt hier gerade in den Zahlen und in der gleichmäßigen Berechnung der Zahlen: wenden wir für die Juden allein den Mo-