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Der Israelit · 1863-03-04 · Heft 9 (4.3.1863) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 9 (4.3.1863)
Date
1863-03-04
Page
– (sequence 6)
Language
German
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104 Kinder 12 kr.; Siegmund's Kinder 6 kr.; Kupfer's Kinder 12 kr.; Rosenstrauch's Kinder 6 kr.; Kusel's Kinder 9 kr.; Heß Kind 3 kr.; zusammen 8 fl. 14 kr.; abz. Porto 7 fl. 54 kr. — Durch Moses Weigersheimer in Tauberretters heim: von Abraham Gunzenhäuser 35 kr.; ein Ungenannter 2 fl.; bei der Verlobung des Moritz Oberndörfer zu Kreglingen mit Jeanette Weikersheim von hier 5 fl.; Wolf Weikers hei.m 1 fl. 45 kr.; Moses Weikersheim 1 fl. 40 kr.; ein Ungenannter 1 fl.; zusammen 12 fl.; abz. Porto 11 ft. 40 kr. Zeitungsnachrichten u. Corrrspon-enM. Deutschland. Mainz. Im isr. Lehrer Nr. 7 lesen wir Folgendes: „Aus der Hess. Provinz Starkenburg meldet man uns eine schauderhafte Geschichte, die in ihrer nackten Wirklichkeit ein Schmachbild der Verhältnisse ist, in welchen die Neligionslehrer des Gr. Hessen gesetzlich noch leben. — In Seeheim, so viel wir wissen einem Dorfe im Kreise Vensheim, war ein Lehrer Behr erst wenige Tage oder Wochen ausgenommen, der kurz zuvor in Wolfskehlen, unweit davon war. Schon nach wenigen Tagen wurde Behr krank — er soll ein starker Branntweintrinker gewesen sein, — und die Gemeinde, in Furcht sich mit demselben Last zu machen — gab ihrem kranken Lehrer eines Abends den Abschied — nach einer andern Version noch das Geleite bis vor den Wald; dort ließ sie ihn laufen. Der Lehrer ging, kam mitten in der Nacht nach Pfungstadt, das 1H Stunden von Seeheim ist, und fiel vor der Nachtwächterstube hin, wo er wohl Licht erblickend, sich Rettung gesucht haben mochte. Die Wächter kamen heraus, brachten ihn in ihre Stube, wo er nach kurzer Zeit verschied.-Wir finden kein Wort, das wir diesem Gemälde heute beifügen könnten. So etwas kann nur noch in einer jüd. Gemeinde Hessens Vorkommen." Diese Mittheilung des „isr. Lehrers" ist in eine große Menge von Zeitungen übergangen und hat namentlich die Nutzanwendung: „so etwas kann nur in einer jüdischen Gemeinde Hessens Vorkommen," nicht verfehlt, viel Rischuth zu machen. Wie wir jedoch erfahren verhält sich die Geschichte wesentlich anders: Der verstorbene Lehrer Behr stand noch nicht in Seeheim im Amte, sondern war auf die Aufforderung des dortigen Vorstandes hingekommen, um sich daselbst als Lehrer encagiren zu lassen. Als er dort ankam fand er die Vorsteher nicht zu Hause und logirte sich im Gasthause ein, um deren Ankunft abzuwarten. Drei Tage wartete er daselbst vergeblich und unterhielt sich inzwischen mit Branntweintrinken. Als ihm die Zeit zu lange währte, ging er von da nach Pfungstadt, kehrte dort in einem Wirthshause ein, wurde krank und starb nach einiger! Zeit, im Beisein und unter Hilfleistung der isr. Beerdigungsbrüderschaft.! Wir ersuchen die Redaktion des isr. Lehrer künftighin vorsichtiger zu sein und die isr. Gemeinden Hessens nicht als eine Horde von Barbaren darzustellen, denen die Stammestugenden des isr. Volkes zu welchen namentlich Mitleid und Erbarmen gehören, abhanden gekommen sind. Alle löbliche Zeitungsredaktioneu, welche die Schauergeschichte des isr. Lehrers ausgenommen haben, werden ergebenst ersucht, auch dieser Berichtigung ihre Spalten zu öffnen. — Mainz, den 24. Februar. Die Correkturbogen der von der orthodox - isr. Bibelgesellschaft herauszugebenden Bibel gehen uns regelmäßig allwöchentlich zu. Die Typen sind ausgezeichnet schön und groß. Gebe der Allgütige glückliches Gedeihen und Gelingen. Carlsruhe. In erfreulichem Gegensätze zu den von Ihnen kürzlich geschilderten Verhältnissen israelitischer Gemeinden Würtembergs kann ich Ihnen eine solche bezeichnen, die vermöge des dort herrschenden echt religiösen Lebens Wohl genannt zu werden verdient. Es ist dies die Gemeinde Freude n t h a l. Einsender Vieser Zeilen hatte kürzlich Veranlassung einige Tage sich dort aufzuhalteu und muß gestehen, daß ihn der dort herrschende und fast alle Schichten der isr. Bevölkerung durchdringende Geist echter ReligiösiM sehr wohlthuend angeweht hat.

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