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Der Israelit · 1863-02-18 · Heft 7 (18.2.1863) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 7 (18.2.1863)
Date
1863-02-18
Page
– (sequence 5)
Language
German
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79 Einer der Bravsten unter den Braven dieser Sorte ist Hr. Ignatz Re ich, Herausgeber „des Beth-El, Ehrentempel verdienter ung. Israeliten." Herr Jgn. Reich bietet uns, das Bild eines ältlichschwächlichen literärischen Husars, der seine Bravouren nur noch durch Uebertreibungen und Sporengeklirr kundzugeben bemühet ist. Eine jede Zeile rasselt und schnaltzt er: das vxtra RuNAariam non sst vita auch auf das Gebiet des geistigen Lebens übertragend. Es ist eine despotische Laune der Natur, den späteren Söhnen und Enkeln nicht den mindesten Einfluß auf die Bestimmung der Geburtsstätte der Ahnen zu gestatten, und wir wissen nicht, ob die Wiege der Voreltern des Herrn Reich selbst nicht etwa in einer mährischen, böhmischen oder galizischen Judengasse gestanden, oder ob dessen Ahnen in einer echt ungarischen Csarda das Licht der Welt erblickten, wie es gewiß Herr Jgn. Reich wünschte. Die Annalen der ung. Historie schweigen hierüber gänzlich; es hat die Geschichte Ungarns hier offenbar eine Lücke. Jedenfalls ist es neu, einen jüdischen Schriftsteller, dessen Berufsgenossen stets des Kosmopolitismus beschuldigt werden, solch eine engherzige beschränkte Kirchthurm-Nationalpolitik u -Religion treiben zu sehen, und jeden nicht in Ungarn Geborenen, wenn er auch in Ungarn naturalisirt, da in Amt und Würde lebt, die Thüre vor der Nase zuzuschlagen und ihn einen „Fremden" zu nennen. Auf den Chimboraffo der Lächerlichkeit aber stellt sich Herr I. R. indem er — der Lehrer des hebr. Faches, deutscher Schriftsteller in Ungarn — in dieser seiner Bezeichnung glaubten wir schon eine kleine Bürgschaft einer Toleranz gegen Länder und Sprachen zu finden — indem er, der deutsch schreibende Herr R, es dem vr. Mandel Ludwig als sein höchstes Verdienst anrechnet, daß derselbe, geborner Ungar, naturalisirter Franzose, dessen in französischer Sprache erschienenen werthvollen medizinischen Schriften — angeblich — nicht auch deutsch Herausgeber: lassen will. Unter dieser Constellation der Kultur, Politik und Religion ist es ganz natürlich, daß Herr vr. Zipser, dermal. Rabbiner in R., geboren in B. Gyarmat in Ungarn sich der besonder» Gunst des Erbauers des papierenen Ehrentempels, erfreut. — Man lasse Jedem seine Freuden. Nichrs liegt uns ferner, als an den pöbelhaften Aufschneidereien, mit welchen Herr I. R. seinen xroto^ö oft auf Kosten der höchlichst verletzten Ehre der allgemein verehrten Lehrer des Herrn vr. Z. und dies nach Notizen des „bescheidenen Gelehrten" Herr vr. Z. selbst, den geringsten Anstand zu nehmen. Das gehört so mit zum Handwerk. Auch die Masse der Diminuative, die Herr I. R. aufbraucht um sein großes „Meierle" in diesem engen Rahmen süßer, mütterlich zärtlicher Benennung noch größer erscheinen zu lassen — kostet uns ein Lächeln mehr. Auch liegt wenig daran, wenn Herr I. R sich ein wenig ärgert, daß einige orthodoxe Obscuranten Anstoß gefunden, weil der gefährlich kranke Zipser seinem jüdischen Arzte seine hebräische und deutsche Grabschrift am .-UV.-l orri dictirt hat und sie von diesem schreiben ließ. — Die dummen Obscuranten konnten den pi nicht finden, daß eine arrogante Grabschrift v"' .iiwi sei und sie werden daher von dem Lehrer des hebräischen Faches an der Pester israel. Hauptschule gebührlich herabgekanzelt. Aber Eines müssen wir erwähnen. Herr vr. Z. klagt in seiner am geschriebenen Grabschrift. daß ihm „die Wahrheit verloren gegangen sei" — und da hat die Sache ihre volle Richtigkeit. Ein weißenburger rühmlich bekannter Herr Gottlieb Fischer, hat in einer Erwiederung auf das Merkchen des Herrn vr. Z. '2" so viel verloren gegangene Wahrheiten zusammengestellt, daß ein hübsches iwli daraus geworden, aus dem deutlich erhellt, wievielmal Herr vr. Z. falsch zitirt, die Thatsachen entstellt, kurz ein ganzes Lügengewebe zu Tage gefördert, wie es nicht anders möglich ist, wenn einem die Wahrheit verloren gegangen ist. Daß wir darauf zurückkommen geschieht nur darum, um darauf aufmerksam zu machen, daß auch Herrn I. R. wie es scheint mit Uebereinstimmung mit Herr vr. Z. eine Wahrheit in Verlust — gerathen sei. 4. Heft, Seite 28 erzählt der Biograph und Panegyriker, daß Herr vr. Z im Jahre 1852 angefeindet wurde „weil er allein, — dies allein steht in fetter Schrift — eine Ehescheidung unternommen." Lüge! Herr vr Z. hat den va nicht allein sondern unternommen und durch sein Merkchen die Zulässigkeit eines O'üwp ->"2 zu demonstriren gesucht; daraus hat genannter Herr G. Fischer unter Zustimmung der bedeutendsten Gelehrten Ungarns und Mährens in seiner Entgegnung erwiesen, daß man p.-nii wohl einen allein,

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