Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 7 (18.2.1863)
- Date
- 1863-02-18
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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78 weil diese nach Benutzung unwürdiger Behandlung ausgesetzt, so sollte man doch in der That nicht in solche Fehler zurückverfallen! — Uebrigens ist der Zweck dieser Zeilen nicht, Herrn Büchner zu schaden, indem man vor dem Ankäufe dieses Kalenders zu warnen beabsichtiget, vielmehr die Käufer aufzufordern, nach Jahresumfluß mit gedachtem Theile desselben nach Würde zu verfahren, und Herr Büchner wird gewiß in künftigen Jahren diesen Uebelstand abftellen. L. Hm Mützer Armen- Md WgerjvotznMgm in Jernlnlem. Samuel Krämer in Hüttenheim 5 fl. (für die Armen des h. L. ebenfalls 5 fl. Für denselben Zweck durch den Vorstand der isr. Gem. zu Solingen ^A. Geisenheimer^ 3 Thlr. 14 Sbgr.) Zeitungsnachrichten n. Carrespmdeiyen. Deutschland. Leipzig. Ueber die hier ftattgehabte Mendelssohnfeier schreibt der Ilniv. Isr. Folgendes: „Der Gedächtnißtag des Todes von Moses Mendelssohn wurde zu Leipzig am 4. Januar gefeiert. Bei dieser Trauerfeierlichkeit hat man viel Musik gemacht und enorm gegessen und getrunken; man hat nur das Tanzen vergessen! Es ist wahr, ein Reformrabbiner*) war der Präsident des Festes; anstatt Kadisch zu sagen hat er eine Masse von Jajin Neßech und Schüsseln voll trefener Kost verschlungen." Wir überlassen die Verantwortlichkeit für die Wahrheit der erzählten Dinge der erwähnten Zeitschrift, die Frage hinznfügend, ob wohl durch eine solche Feier das Andenken des frommen und edlen Mendelssohn geehrt werden kann. — Preußen. Gollub, 28. Jan. Die Notiz in einer Correspondenz von hier, daß der neugewählte Bürgermeister Cohn nicht bestätigt sei, ist vorläufig noch unbegründet. Die Entscheidung der Negierung ist noch nicht eingegangen. Königsberg, 28. Jan. Die „Ostpreuß. Ztg. wüthet jetzt auf die inseratengesegnete Hartungsche Zeitung, nachdem ihr Wüthen auf die „Juden" seit einiger Zeit unterblieben ist. Warum die Judenfressereien und Juden-Schimpfereien ein Ende erreicht haben, darüber erzählt man sich Folgendes: Der Ostpr. Ztg. soll nämlich vom Haupterben des Geh. Commerz.-Raths Hirschberg, Banquier M. Simon, die Caution von 5000 Thalern, plötzlich gekündigt sein, welche Hirschberg für dieses Blatt eingezahlt hatte und welche Simon in seinen Büchern darauf noch eingetragen fand. Der Verleger der Ostpr. Ztg. versprach das Schimpfen in der Zeitung auf die Juden zu unterlassen, falls Commerzienrath M. Simon die 5000 Thlr. Caution nicht kündigen würde. (K. W.) Oesterreichischer Kaiserstaat. Pesth. Wenn auch auf dem großen, allgemeinen Büchermärkte der Universalliteratur nichts bekannt sein dürfte von den neuesten Geistesprodukten einiger von Mutter Natur auf Halbsold gesetzten Schriftsteller unseres Landes, die ihre so glücklich freie Muße der deutschungarischen Nationalliteratur zuwenden; so erlauben Sie mir doch, mit einigen Worten auf das Treiben dieser jüdisch ungarisch, national-politisch sein wollenden Schriftsteller aufmerksam zu machen. Seit drei Jahren, seitdem die Wogen des Magyarismus wieder hochgehen und der echte, unleugbar edle Magyarenstolz nicht nur in Nationalpolitik, sondern auch in der Nationalliteratur mit der ihm eigenen Ausschließlichkeit vielfach Ausdruck gefunden, befassen sich mehrere unserer jüdischen Literaten mit mehr platter, wässeriger Weitschweifigkeit und schwachköpfiger Nachahmungssucht als origineller Genialität damit, eine ausschließlich jüdisch-ungar. Nationalliteratur zu schaffen und cultuviren vor der Hand das Gebiet der kleinhistorischen, Memoiren- und und Biographien-Schriftstellerei. Daß sie den Neologen und der Neologie das hochweise Wort reden, versteht sich von selbst, insoferne sich überhaupt darunter etwas verstehen läßt.