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Der Israelit · 1863-02-18 · Heft 7 (18.2.1863) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 7 (18.2.1863)
Date
1863-02-18
Page
– (sequence 3)
Language
German
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77 lautloser, aber wohlverständlicher Sprache predigt die Natur dem Menschen seine Auferstehung aus dem Grabe; jedes Geschöpf, jede Pflanze, jeder Grashalm ruft ihm zu: Du wirst aus dem Todesschlummer zum neuen Leben erwachen. Aber auch der Verstand und das Gefühl mahnen den Menschen an einstiges Erwachen zu besserem Leben. Müssen wir es nicht einsehen, fühlen wir es nicht, daß unser diesseitiges Leben, daß diese Welt voller Mängel, voller Gebrechen und Wiedersprüche sei? Müssen wir es nicht einsehen, fühlen wir es nicht, daß dieses hinfällige, unvollkommene Leben, diese eitle, mangelhafte Welt nicht der göttliche Endzweck der Schöpfung sind? Müssen wir es nicht einsehen, fühlen wir es nicht, daß wir bei diesem Leben, bei dieser Welt nicht stehen bleiben können, daß hier der große göttliche Plan nicht zu Ende sein kann, daß das kindische Schauspiel dieses kurzen armseligen Erdenlebens keinesweges das letzte Ziel des kühnen Schöpfungsactes sein kann? Zeiten kommen und vergehen, Geschlechter entstehen und verschwinden, die Natur arbeitet rastlos unermüdlich in ihrer unermeßlichen Werkstätte, die Erde dreht sich täglich um ihre Achse, die Welten bewegen sich in ihren ewigen Bahnen. Wir müssen in allen diesen Erscheinungen erkennen und bewundern die göttliche Harmonie. Was ist nun das Endziel aller dieser Erscheinungen und Bewegungen, was ist der letzte Zweck dieser großen riesenhaften und so erhaben weisen Schöpfung?! — Wir sehen die Menschen sich zerfleischen im ewigen Kampfe über die Echtheit der Religionen. Kann dieser Kampf ewig dauern, muß er endlich nicht ausgekämpst werden? Muß nicht endlich die ganze Menschheit die Wahrheit, die nur eine ist, anerkennen und von einem Glauben beseelt, von einer Ueberzeugung durchdrungen, von einer Idee begeistert werden? Wo wäre denn sonst Gottes Allgerechtigkeit; wo seine Allgüte?! Wahrlich! Unser Verstand wie unser Gefühl müssen hier vereint zur Lehre der Religion ihre Zuflucht nehmen, daß der Endzweck der Schöpfung die allgemeine Anerkennung und Verherrlichung des göttlichen Namens! die allgemeine Bewunderung und Anbetung der Größe Gottes sei iiv ^2 'wv'p Ja die Anerkennung des einigeinzigen, absolut einheitlichen Gottes muß ein gemeinsames Gut der gesammten Menschheit werden. Die heilsame Verkündung des Propheten muß eintreffen: „Es werden alle Völker ihre Schwerter zu Grabscheiten und ihre Dolche zu Sicheln hämmern und sich nicht mehr bekriegen." Dieses schöne Reich des Friedens muß kommen über die Erde, das Gottesreich muß gegründet werden. Es muß jener Erlösungstag der Menschheit, jenes Verjüngungsfest eintreffen, von dem der gottbegeisterte Seher ausruft: „An jenem Tage wird die große Posaune erschallen und es werden herbeikommen die Umherirrenden im Lande Aschur und die Verstoßenen im Lande Mizrajim, um anzubeten den Ewigen auf dem heiligen Berge in Jeruschalajim." Dann wird Gottes Herrlichkeit sich über die ganze Menschheit ergießen, Gottes Glanz die Welt sichtbar umstrahlen. Dann wird „vom Aufgange der Sonne bis zum Niedergange der Name des einzigen Gottes gepriesen werden." Ein ewiger Frühling wird die Erde verjüngen und sie wird blühen und prangen in verklärter, himmlischer Schöne. Dann werden alle Geschöpfe über und unter der Erde, die ganze Natur mit ihren Myriaden von Welten frohlocken und gleich Chören von Seraphim begeisterte Loblieder anstimmen ihrem erhabenen Schöpfer. „Dann wird himmlisch verklärtes Licht wie Morgenröthe durchbrechen, das Heil der Menschheit aus der Erde hervorsprießeu, Tugend wird ihr voranziehen und Gottes Herrlichkeit wird sie einsameln." Dann wird des Himmels selige Wonne auf Erden sich verbreiten, der schwarze Todesfürst schwinden aus der Welt; die Gräber werven sich öffnen und die Entschlafenen zu ewigem Lichte erwachen! A. Szäntö im Teweth. Literarisches. In Nr. 2 des „Israelit" d. I. macht ein Correspondent aus Galizien darauf aufmerksam, von welchem Nutzen es sei, von aller und jeglicher jüdisch-literärischer Erscheinung Kunde zu geben. Dem dort gestellten Anträge wurde Erfüllung verheißen, und daraufhin erlaubt sich Einsender eine kleine derartige Mittheilung. Es betrifft ein gar kleines, vergängliches Merkchen. Diese Vergänglichkeit aber bietet mir gerade Stoff zu einigen Bemerkungen. Ich spreche von einem Kalender gedruckt in Leipzig, verfaßt von Büchner. Druck und Einrichtung des Kalenders sind sehr gelungen, besonders die Schärfe der Typen. Ein Umstand dabei jedoch verdient gerechten Tadel: dem Kalender ist sammt den dabei üblichen rc. beigedruckt! Einem Kalender also, der nach Jahresumlauf unrettbar dem Papierkorb anheimfällt, sollte man LvpiOL und rvvn und noch in der Art beigeben, daß immer die eine Seite desselben Blättchens mit Kalenderinhalt und die andere mit rnviz ausgefüllt ist. Wenn früher die .-i°vr> so sind es heute die derartigen 'O'snv. Feierte man doch, (siehe .1^.-1 0x1 rwLv Fol. 18) ein Fest, als der göttliche Name nicht mehr in die Urkunden geschrieben wurde,

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