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Der Israelit · 1863-02-11 · Heft 6 (11.2.1863) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 6 (11.2.1863)
Date
1863-02-11
Page
– (sequence 10)
Language
German
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72 dem jungen Herrn Edinger, welcher seit 18L5 mit einem Eifer und einer über alles Lob erhabenen Hingebung dem Verein vorsteht, eine Ehreumedaille zu überreichen. Die Gäste waren zahlreich. Man bemerkte unter ihnen den Herrn Gcoßrabbiner Klein aus Colmar, und den Herrn Alexander Simon, Vorstand der Gemeinde von Havre. Um halb sechs Uhr holten zwei Festkommissäre den Herrn Großrabbiner vom Departement des Obercheins im Wagen ab. Bei seiner Ankunst wurde er von den Präsidenten empfangen und in den Bauquet-Saal geführt, wo er von den Anwesenden lebhaft begrüßt wurde. Nach dem ersten Gericht hielt der Präsident der Banquetkommission im Namen der Gesellschaft folgende Anrede: Die Mitglieder des Vereins „Kinder Zion" von gemeinschaftlichem Dankgefühl angeregt, haben einmüthig beschlossen, dem Manne, welcher als Gründer des Vereins, an allen seinen Arbeiten Theil genommen, sich auf das Jnnirste mit ihm vereinigte, alle mehr oder minder glänzende Phasen seiner Entwicklung mit ihn durchlaufen, und seit laugen Jahren sein würdiger und einsichtsvoller Präsident ist, als Huldigung eine goldene Medaille darzubringen. Wir, denen das Vertrauen der Mitglieder diesen Auftrag ertheilt, schätzen uns glücklich, zum Doll metscher der Gefühle der Achtung und Anhänglichkeit gewählt worden zu sein. Jeder von uns erinnert sich, und die Herzen wiederholen, was der Mund nicht auszudrücken vermag; Jeder von uns bestätigt mit gleicher Dankbarkeit die ausdauernden Bemühungen, die emsige Sorg fall, und den einsichtsvollen und gehobenen Mntb, welchen Sie der mühevollen und oft schwierigen Mission, wozu Sie unsere Wahl erkoren, zu widmen wußten. Wir dürfen nicht vergessen, daß, wenn der „Verein der Kinder Zivils" heute unter den Vereinen gegenseitiger Unterstützung einen ehrenvollen Platz einnimmt, der größte Ruhm demjenigen gebührt, der ihn leitet; und wenn uns heute in dieser Familienvereinigung die seltene Ehre zu Theil geworden, einen unserer ehrwürdigsten Seelenyirten und den umsichtigen Präsidenten unserer menschenfreundlichen Anstalt in unserer Mitte zu sehen, so verdanken wir auch dieses unserem Präsidenten. Im Namen des ganzen Vereins bitten wir Sie daher, geliebter Herr Präsident, diesen schwachen Beweis als Ausdruck unserer gemeinschaftlichen Liebe genehmigen zu wollen. Möge diese Medaille, als der Ausfluß unserer Gefühle, uns stets Ihrem Andenken zurückrufen, möge es das Pfand unserer Vereinigung, das Sinnbild unserer brüderlichen Gefühle sein und so wie es, möge der Verein der Kinder Zion stark und daueri Haft sein; möge er ein festes Ganze bilden, und geleitet durch die starken und geschickten Hände unseres geliebten Präsidenten, möge er sich erheben und wachsen, stolz auf das menschenfreundliche Prinzip, das seine Grundlage bildet, und auf den menschenfreundlichen Zweck, den er erreichen will. Möge Gott uns Alle erhalten und den Tag . unserer Wiedervereinigung erneuern! Möchte er dazu verleihen die Weihe unserer religiösen Autoritäten und unser Lob wird, wie heute, zum Ertheiler aller Wohlthaten aufsteigen, Amen! Nach dieser mit Wärme gesprochenen und von! lebhaftem Beifall begrüßten Anrede überreichte Herr! Frei, Vizepräsident des Vereins, dem Herrn Edinger l eine goldene Medaille, welcher mit bewegter Stimme folgende Worte sprach: Meine wertheu Herren College»! Die Ueberraschung, die Sie mir bereiten, hindert mich, meine Gefühle so auszusprechen, wie ich es möchte. Ich nehme diese goldene Medaille mit Vergnügen > an; aber es gibt für mich noch etwas Werthvolleres, und dieses ist: Ihre Achtung, die Liebe, die Sir mir bezeigen, woran die Erinnerung nie in meinem Her- > zen erlöschen wird. Ich werde diese Medaille einst! meinen Kmdern hinterlassen, die sie euern Kindern mit den Worten zeigen werden: „Hier ist der Beweis, daß unsere Väter Freunde und Brüder waren; lasset uns auch deiner und Freunde sein, wie unsere Väter es waren! Lasset uns diesen schönen Verein, den wir gegründet, Wetter pflegen!" Ich hoffe meine Freunde, daß dieser Verein noch langem brüderlicher Eintracht und gedeihlicher Entwicklung bestehen wird,! damit wir auch fernerhin eine Stütze für die Wohl-, thätigkeitsanstalten unserer schönen Pariser Gemeinde sein mögen, daß wir allen Denen Beistand leisten,! die unsere Hilfe in Anspruch nehmen, indem wir zsigen, daß dieser Verein unter den Wohlthätigkeitsanstalten den ersten Rang verdient. Ich benütze diese l Gelegenheit, um nnserm ehrwürdigen Vizepräsidenten, Herrn Leon Frey und auch unserm ehrwürdigen Kassier Herrn Louis Becker, welche beide reichlich zu den Bedürfnissen des Vereins beitrugen, zu danken. > Möchten sie noch lange diese Posten einnehmen!! Meinen gleichen Dank bringe ich den Herren Ju- ' lius Weil, Joseph Klein, Jacob Brille, Isaak Lazard! und Israel Blum, durch deren Bemühungen wir uns > hier vereinigt finden. Deßgleichen danke ich Herrn Großrabbiner Klein, daß er diese Festlichkeit beehrt, und bringe ein Hoch unserm Verein, wie allen isr.! Vereinen in Paris. Diese Rede wurde durch mehrfachen Applaus unterbrochen.

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