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Der Israelit · 1863-02-11 · Heft 6 (11.2.1863) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 6 (11.2.1863)
Date
1863-02-11
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Beilage zu Rr. K des Israelit. F e u itle t o «. Das Schloß Ferneres. Das Schloß Ferneres, welches am 16. Dezbr. der Schauplatz eines glänzenden Empfanges des Kaisers Napoleon III. von Seiten des Baron James Rothschild war, der dem Kaiser zu Ehren eine Pracht volle Jagd veranstaltete, liegt im Departement Seine und Marne an der Eisenbahn von Mühlhausen. Die großen Besitzungen des Baron Rothschild wurden im Jahre 1828 für 990,000 Franken erworben, und später durch die Güter der Herren Ath. und Arm. Fouche arrondirt, welch' Letzterem Ferneres gehörte, das jetzt zu den schönsten Gütern in Europa zählt. Der Park oer Domäne Ferneres ist in zwei Theile gelheilt. In dem ersten befindet sich die Fasanerie und das moverne Schloß, welches der Engländer Paxton gebaut, der auch der Schöpfer des Krystallpalastes ist. Dieser Bau, scheinbar etwas massiv, ist in seinen Details doch sehr elegant. Die mit Kuppeln gedeckten viereckigen Thürme, die Form der Fenster, die Skulptur der Ornamente, die Fein heit der Linien und der Neichthum der Marmorfiguren, Alles vereinigt sich, um auf den Beschauer einen großen Eindruck zu machen. Beim Eintritt in das Schloß wird man auf's Neue bezaubert von dem Reichthum und dem Geschmack der Einrichtung. Das prachtvolle Portal ist mit Fackelstühlen in italienischem Faenza geschmückt und führt auf eine Doppeltreppe, an deren Ende sich eine große Halle befindet, welche dem Baron als Museum dient, und wo man seine Bibliothek, seine Bilder und seine Antiquitäten findet. Die Gallerie der Holle führt auf eine mit griechischen und römischen Basreliefs geschmückte Treppe, welche nach den oberen Stockwerken geht, die eine große Anzahl von reich möblirten Zimmern enthält, einen großen Salon im Styl Ludwig XVI, einen Speisesaal im Styl Tüders und einen kleineren mit Bildern von Rousseau, ein Rauchzimmer mit einer Freske: Der Karneval von Venedig, von Louis Cami, kurz, was ein modernes Schloß im neutsten Styl erfordert. Die seltensten Blumen schmücken die Treppen, die Tische und die Wände. Der Kaiser war an diesem Sitze des Neichthums in Begleitung des Grafen Walcwski, des Grafen Persigny, Fould, Drcuyns de Lhuys, Boitelles, Fleurys, Ney's, Cowleys, Metternichs, des Grafen Espeuille und Baron Delaage erschienen. Die Wagen des Baron Rothschild erwarteten, ä la Dauwon bespannt, den Kaiser am Bahnhof. Halb elf Uhr fuhren sie im Park von Ferneres ein. Auf dem Schlosse wehte die tricolore Fahne. Der Kaiser besah das Schloß, den Park, die Ställe, die Musterform, und pflanzte, nach deutschem Brauch, eine Ceder zum Andenken an seinen Besuch. Das Dejeuner versammelte die Familie und die Gäste, die auf Porzellan von Sevres, mit dem Zeichen Boucher, aßen. Dann kam die Jagd an die Reihe, welche drei Stunden dauerte, und bei der 800 Fasanen geschossen wurden. Um sechs Uhr fuhr der Kaiser nach Paris zurück. Religiöse Grwegimgrn in Paris. (Schlich.) Herr Großrabbiner Klein nahm zum Text die Worte des Propheten: „Und dies ist mein Bund mit ihnen, spricht der Ewige, meinen Geist, der in dir ist und meine Worte, die ich in deinen Mund gelegt, sollen nicht weichen aus deinem Munde, aus j dem Munde deiner Kinder und Kindeskinder von i nun an bis in Ewigkeit." Diese Verheißung des! himmlischen Vaters von der Unsterblichkeit des Ge-! setzes und des israelitischen Glaubens hat den Redner zu Worten begeistert, w.lche die Anwesenden z tief ergriffen und zu Thränen des Glückes und der! Hoffnung für die heilige Sache der Religion gerührt i haben- Herr Großrabbiner Klein hat nach dem § Worte des Propheten wieder einen weiteren Beweis geliefert, daß der göttliche Geist in ihm ist und daß die Worte Gottes nicht von seinen Lippen weichen.! Obwohl in einem engen Raume stattfindend,! war diese heilige Handlung eine große hehre Feier,! welche unauslöschliche Spureil hinterlasscn wird. ' Man kann diesem Vereine für Talmudstudien nicht genug Glück wünschen, welcher inmitten dieses modernen Ninives, wo die Gottlosigkeit ihren Thron > errichtet zu haben scheint, ungeachtet der mühevollen! Opfer, einen Zufluchtsort gegründet hat für die heilige Wissenschaft, für das Morgen- und Abend-! gebet, für die Ausübung der göttlichen Gebote, für i die Wiedergeburt des antiken nnd religiösen Lebens! unserer Väter, für die Wiedererweckung und die Ehrfurcht der heiligen Traditionen In der That, das Beth Hamidrasch von Paris ist eine Ehre und ein Segen für die Gemeinde, ihr schönsten Ruhm, eine ihrer schönster Würden vor Gott und der israe-! Mischen Geschichte. Wer zum Gedeihen dieser Institution beiträgt, - hilft sicherlich zur Verwirklichung des Bundes Gottes mit Israel, wovon der Prophet spricht, zur Herrschaft des Geistes über die Materie unter uns. Am darauffolgenden Tage hatte sich der Verein „der Kinder Zions" zu einem Banquet im Salon Weber vereinigt, um ihrem würdigen Präsidenten,

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