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Der Israelit · 1863-02-04 · Heft 5 (4.2.1863) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 5 (4.2.1863)
Date
1863-02-04
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Beilage zu Nr. 5 des Zsmelit. Zeitungsnachrichten u. CorrrspondenM. Schweiz. Bern, 12. Jan. Ueber die Vorverhandlungen kantonaler Abgeordneten, betreffend den französischschweizerischen Handelsvertrag, welche letzten Freitag hier geschloffen wurden, sagt die Genfer „Nation Suisse" unter Anderm: Bezüglich der Israeliten sprachen sich nur zwei Cantone und zwei Halbcantone gegen freie Niederlassung aus. Man schreibt uns von Genf: Die israelitische Gemeinde unserer Stadt feierte neulich die Barmizwah-Feier von dem Sohne des Herrn Samuel Woog. Bei dieser Gelegenheit widmete Herr Woog der Synagoge prachtvolle Lüstres. Bei dem am selbigen Tage stattsindenden Familienmahl, dem auch der Herr Rabbiner anwohnte, kündigte Herr Woog seinen Glaubensgenossen an, daß er die Absicht habe, eine Anstalt, ähnlich der zu Mühlhausen, die zum Zwecke habe, die israelitische Jugend von Genf in Künsten und Gewerben zu unterrichten, zu gründen. Er zeichnete dafür 2000 Fr. und einen jährlichen Beitrag von 500 Fr. Alle anwesenden Gäste folgten seinem Beispiele. Man wandte sich hierauf an die Israeliten von Genf, und der Erfolg war so günstig, daß dem Unternehmen Gedeihen in Aussicht steht; der Eindruck dieses Unternehmens auf die dortigen Bürger ist ein höchst günstiger. Der Herr Baron von Rothschild, welcher einen Theil des Jahres in Genf zubringt, hat die Ehrenpräsidentschaft der neuen Anstalt angenommen und wie alle Glieder seiner Familie, der Anregung seines jüdischen Herzens folgend, hat er die jährliche Summe von 1000 Fr. gezeichnet. Der von Herrn Woog aus- ^gangene Antrag wird die gedeihlichsten Resultate Uben. Die Schweizerstädte, welche aus Intoleranz ooer Vorurtheil die Juden vom allgemeinen Rechte z^rückdrärrgen, werden sich überzeugen, daß unsere Glaubensgenossen würdige und nützliche Mitglieder d:s Staates werden, der sie in seinen Schooß auf- "'inmt. (17. I.) j Frankreich. Metz, den 26. Januar. Wir haben Ihnen heute eine sehr traurige Mittheilung zu machen. Unser weitberühmter Oberrabb. R Mayer Lambert ist nicht mehr. Er starb Mittwoch den 21. Januar. Eine ungeheure Menschenmenge wohnte der Beerdigung bei; aber eine Leichenrede wurde nicht gehalten. Der Verstorbene hatte in seiner großen Bescheidenheit sich eine solche verbeten. Von dieser großen Bescheidenheit zeugen auch die übrigen Bestimmungen, die er für den Fall seines Ablebens getroffen, durch welche er sich jede besondere Ehrenbezeugung verbeten hat, ebenso ein hervorragendes Monument und jeden Lobspruch auf demselben. Der Verstorbene war sowohl durch seine Frömmigkeit als auch durch seine große Gelehrsamkeit ausgezeichnet. Seine talmudische Ausbildung hatte er auf der einst so berühmten Hochschule zu Frankfurt a. M. genoffen. — Einer seiner Söhne fungirt bereits seit mehreren Jahren als Adjunkt seines Vaters. Türkei. Konstantinopel, 27. Dezbr. Zur Beilegung der in der hiesige» Judengemeinde herrschenden Zwietracht wurden die Großrabbiner aus Bagdad, Damaskus und Aleppo als Schiedsrichter berufen. Feailleto«. Religiöse Bewegungen in Paris. Wenn die Pariser Gemeinde in jüngster Zeit durch beklagenswerthe Verluste heimgesucht wurde, so hat sie andrerseits den süßen Trost, eine lebhafte religiöse Bewegung, als einen reinen, lichtreichen Strahl, der das düstere Gewölk durchbricht und die Finsterniß zertheilt, in ihrem Schooße erstehen zu sehen. Vor dem Antlitz eines maßlosen Unglaubens ist das israelitische Gefühl von seiner Erstarrung

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