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Der Israelit · 1863-02-04 · Heft 5 (4.2.1863) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 5 (4.2.1863)
Date
1863-02-04
Page
– (sequence 7)
Language
German
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57 Furcht und Tadel 'sich um das Judenthum im Allgemeinen unzählige Dienste erworben... ja, jeder Anwesende war sich wohl bewußt, welchen wackern, unermüdlichen Kämpfer wir in dem hochverehrten l)r. PH. besitzen.wie er mit einem Worte eines der würdigsten und mit Recht gefeiertsten Repräsentanten des modernen Judenhums ist.vr. PH, Vereine Zierde Israels st u. s. w., u. s. w. Die Welt muß H. PH. doch sehr dankbar sein, daß er so gütig ist, ihr zu verkünden, was sie an ihm besitzt, sie hätte es sonst wahrlich nicht gewußt. Tuchel (Westpreußen). Hier trat ein bisher der christlichen Confession angehöriges junges Ehepaar nach vorangegangenem Austritt aus der Landeskirche, zur jüdischen Religion über. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien. Ein Correspondent aus Ungarn machte neulich auf die hier erscheinende Zeitung „die Neuzeit" aufmerksam; düse wird von Juden angeblich in jüdischem Interesse redigirt, aber nur angeblich, denn sie vertritt ein Meßißim- und Madichim-System, welches in der ganzen jüdischen und unjüdischeu Presse seines Gleichen nicht hat. Wenn der Redakteur des Ben Chananja wenigstens etwas talmudisches Wissen besitzt, wenn der Redakteur d. a. Z. d. I. wenigstens Kenntniß von Juden und Judenthum hat, so wird die erwähnte Zeitung von Belletristen redigirt, die wohl schlechte Novellen wie „Christian und Lea", „Elkele und Eleonore" und wie der Unsinn alle heißen mag, zu fabriziren im Stande sind, die aber auf dem eigentlich jüdischen Gebiete eine solche Ignoranz besitzen, daß sie auf demselben zwischen rechts und links nicht zu unterscheiden vermögen. Wir würden nun dieses Preßerzeugniß keines Wortes würdigen, wenn sich nicht hier mit der Unwissenheit eine Heuchelei verbunden hätte, die sich bemüht, unseren Glaubensgenossen Sand in die Augen zu streuen. Während die genannte Zeitschrift auf der einen Seite „Pietät für berechtigtes Herkommen" erheuchelt, sucht sie auf der andern Seite die Orthodoxie in jeder Weise zu verdächtigen und zu verleumden. Als Beweis führen wir eine Stelle aus einem in der Neuzeit, Nr. 4 d. I. veröffentlichten Gutachten über die Beschneidung an. Darin heißt es wörtlich: „Der Operateur (Beschneider) muß ein gesundes Auge, eine leichte Hand besitzen. Orthodoxe sollen durchaus nicht zum Unterrichte (in der Beschneidung) zugelassen werden, weil diese keine Gefahr scheuen und unter allen individuellen Verhältnissen jedesanitäre Rücksicht einsichtslos unbeachtet lassend, nach einer und derselben Vorschrift beschneiden." Man sieht also die „Neuzeit" will einen neuen Paragraphen im Cap. 264 des Jore Deah octroyiren, der etwa so lauten würde: „Jeder Beschneider muß ein Posche Jisroel sein, muß, ehe er zum Unterricht zugelassen wird, sich bewährt haben, daß er Schweinefleisch zu essen und am Sabbat Cigarren zu rauchen verstehe." Doch lassen wir das. Was aber sagst du, lieber Leser, zu dieser grenzenlosen, noch nie erhörten Verleumdung: „Daß die Orthodoxen sich nicht scheuen das Leben ihrer Mitmenschen in Gefahr zu bringen und jede sanitäre Rücksicht einsichtslos unbeachtet lassen?" Die „Neuzeit" scheut sich also nicht, alle orthodoxen Beschneider — und es gibt wohl sehr wenige nichtorthodoxe — zu mörderisch fanatischen Dummköpfen zu stempeln? Die „Neuzeit" kennt also nicht die sanitätlichen Vorschriften hinsichtlich der Beschneidung in Cap. 262 und 263 des Jore Deah, sie weiß also nicht, daß diese Vorschriften, welche in ängstlichster Weise jede Gefahr bei der Beschneidung verhüten, für jeden orthodoxen Juden streng bindend sind? Aber die Beschneiter im österreichischen Kaiserstaat sollten sich eine solche Verunglimpfung, eine solche Verleumdung nicht gefallen lassen; sie sollten eine Verleumdungsklage bei den Gerichten an strengen und so unberufenen Scriblern ihr ekelhaftes Handwerk legen. Die Reform hat sich in den letzten Jahrzehnten zuviel herausgenommen; es ist endlich einmal an der Zeit, gegen solche Ausschreitungen energisch aufzutreten. Szigetvar. Dem „Wanderer" berichtet man von hier aus eine eigenthümliche Friedhofsgeschichte. Am 1. Januar 1863 ward hier dem jüdischen Friedhofe gegenüber die Leiche eines in ein Hemdchen eingewickelten kleinen Mädchens aufgefunden. Die An-

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