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Der Israelit · 1863-02-04 · Heft 5 (4.2.1863) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 5 (4.2.1863)
Date
1863-02-04
Page
– (sequence 3)
Language
German
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53 soll nicht sein ein roher, bloß thierischer — N2WQ, er sei der Verherrlichung des Gottestages geweiht, ein vom Geiste, vom Gedanken belebter. Genieße am Sabbatlage, was der Herr dir zum Genüsse beschieden, aber bedenke es und sprich es aus, daß du genießest, weil Gott es geboten, daß du genießest, was Gott verliehen. Deine Sabbatmahlzeiten mögen eröffnen die Doppelbrode, eine immerwährende Erinnerung an das doppelt gefallene Manna, auf daß du nimmermehr vergessest: auch heute und immerdar ist dein Brod ein sichtliches Gottesgeschenk wie das Manna, das unsere Eltern in der Wüste aßen. O, sprecht es anerkennend aus, ihr Gesinnungstreuen, daß Gott es ist, von dessen Eigenthum wir genießen, unser Vater, unser treuer Hirt, der da ernähret die ganze Welt. '-i bp .iIpriri m dann wirst du dich wonniglich getragen fühlen von Gott, der Genuß wird dir nunmehr nicht bloß ein irdischer sein, und wenn du dich wiederum niedersetzest zur Mahlzeit 'rn?22 dp ^2227n Pix so hat dich Gott schon erhoben hoch über die Höhen der Erde; das Bewußtsein, daß du genießest, nicht um zu stöhnen irdischer Lust, sondern um zu erfüllen des Allherrn Gebot, um zu läutern die Seele und zu stärken den Körper, aus daß er diene der geläuterten Seele, dieß herrliche Bewußtsein bietet dir einen Vorschmack der Seligkeit, du lebst schon hoch über den Höhen der E>de °p2-r 2p;/' -pr>b287v und du genießest deines Vaters Jacob Erbtheil, wenn du dich niedersetzest zur dritten Mahlzeit,!2'2L2 'b2 ein Erbtheil ohne beengende Grenzen; du gewinnst Kraft, dein Wirken ins Weite auszudehnen innerhalb der herrlichen Jsraelsbestimmung, zu sein und zu bleiben ein Träger und Veiküuder des Gottesgedankens, zu erringen der Unsterblichkeit erhabenes Loos rin Heil dem Menschen, der also thut! — Achten wir nicht gering auch diese Seite der Sabbatfeier, möge es uns Allen gelingen, zu leben ein wonnialiches Leben am Tage der Ruhe, an welchem nicht Platz greffen darf Noth und Kummer und trübes Seufzen. Ach, wir sind leider verbannt aus unserm heiligen Lande, nicht Jedem ist es vergönnt in der Gotteslehre zu forschen, aber den Sabbat kann Jeder, auch der Ungelehrte feiern und ehren an jedwedem Orte. — Einstmal, erzählt Rabbi Chija, war ich als Gast eingekehrt im Hause eines Mannes im lydischen Lande; als der Sabbat herankam brachten sechszehn Männer einen goldenen Tisch, beschwert mit goldenen, silbernen, krystallenen Gefäßen jeglicher Art und in ihnen die köstlichsten Speisen und Leckerbissen. Da sie ihn niedersetzlen sprachen sie: „dem Ewigen gehört die Erde und was sie füllet", und da sie ihn wieder fortnahmen sprachen sie: „die Himmel sind Gottes Himmel und die Erde hat er gegeben den Menschensöhnen." Da sprach ich zu dem Hausherrn: „wodurch hast du diese großen Reichthümer dir erworben?" und er entgegnete: „Rabbi, ich bin ein Metzger gewesen, und jedes Schlachtvieh, das vorzüglich gut und schön war, bestimmte ich für den Sabbattag." Da sprach ich zu ihm: „gelobt sei Gott, der also dir Gnade erwiesen hat.,," So belohnet Gott schon in dieser Welt die würdige Feier des Sabbats Und in der künftigen Welt? -Mn .->rix2 r«v pp kein Auge hat es gesehen, denn Gott allein. Also mögen denn Israels Männer und Frauen und Kinder begehen jeglichen Sabbattag in geistiger Erhebung, mögen gönnen dem Körper die Ruhe, damit wir durch das Irdische hindurch uns emporschwingen zum höchsten geistigen Leben. — Ein entsetzlicher Äet -er Willkür nnd des Fanatismus. Wenn der Leser die obenstehenden Worte lesen wird, fragt er g'wiß sogleich nach dem Schauplatze der bezeichneten Barbarei Wo hat man sich Grausamkeiten gegen unsere Glaubensgenossen erlaubt? Etwa in Persien, in der Türkei? Nein, höre mein Bruder und staune! In Amerika, im freien Amerika, unter den Auspicien des Nordens Amerikas, — einer der Generale des Präsidenten Lincoln, der General- MajorGrant, hat die Vertreibung der Juden aus dem Staate Tenessee dekretirt! Ist es denn möglich? Als in Amerika der Bürgerkrieg ausbrach, haben sich Tausende unserer Glaubensgenossen den freiwilligen Verteidigern des Vaterlandes angeschlossen, ganze Regimenter bilden die Bekenner des Mischen Glaubens, unter ihnen befinden sich viele Offiziere sowohl höheren wie niederen Ranges. Seitdem sind viele mörderische Schlachten geschlagen, in denen unsere Brüder in nicht unbeträchtlicher Anzahl ihr Herzblut vergossen haben — und zum Dank sind die Israeliten in Amerika wie überall den Angriffen des Fanatismus und der Barbarei ausgesetzt. Folgendes ist die barbarische Ordre, welche den Generalmajor Grant zum würdigen Genossen Amaleks stempelt: General-Ordre Nro. 11. Hauptquartier des 13. Armeecorps. Departement von Tenessee, Oxford, 17. Dezbr. 1862. Die Juden als eine Classe, welche verletzt jede durch das Schatz-Departement hergestellte Geschäftsordnung, sind hierdurch aus dem Departement binnen 24 Stunden nach Empfang dieser Ordre ausgetrieben. Man soll dafür Sorge tragen, daß diese ganze Classe

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