Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 5 (4.2.1863)
- Date
- 1863-02-04
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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52 ihr ist, sich unterwerfe, alles Erschaffene umgestalte nach seinen Zwecken Doch wie gehört sie ihm? nur als ein Geschenk des lebendigen Gottes, als ein anvertrautes Gut — .-ixibn — an welchem das Eigenthumsrecht Gott nicht völlig aufgegeben hat. Damit nun der Mensch stets wisse und beherzige, daß er trotz aller Herrschaft immer sei und bleibe Unterthan, Diener des allmächtigen Gottes, so mag er immerhin sechs Tage sich freuen der ihm verliehenen Freiheit, mag ausführen zur That die ihm gegebene Kraft der Umgestaltung, aber am siebenten Tage lasse er alles Erschaffene, wie Gott es erschaffen, lege er nicht Hand an irgend ein Werk; er fühle es und zeige es, daß die höchste Freiheit bestehe in zeitweiliger Verzichtleistung auf diese Freiheit, damit sv nicht ausarte in Willkür. Wer aber die SabbatrvHe verletzt, auch am Sabbat umgestaltet das Geschaffene, zeigt er nicht thatsächlich, daß er nicht anerkenne die Oberherrschaft Gottes, daß er sich selbst betrachte als unumschränkten Gebieter der Welt? und ein Sclave, der da sich aufwirft zum Herrn, ein Rebell, der da ergriffen wird mit den Waffen in der Hand, kämpfend gegen seinen rechtmäßigen Fürsten — ihm gebührt der Tod 21.2 nvv er soll getödtet werden. Sein Verbrechen ist Hochverath, er hat die Hand aufgehoben gegen seinen Vater im Himmel und ihm gebühret der Tod wie dem, der seine Hand aufgehoben hat gegen seinen irdischen Vater, ihm gebührt der Tod wie dem Mörder, der da vernichtet das Leben seines Bruders. — O, mögen doch Alle danken Gott dafür, die er bewahrt hat vor so furchtbarem Verbrechen und bitten ihn, daß er uns auch ferner bewahre, daß er verzeihe allen denen die aus Irrsinn und Wahnsinn also gegen ihn fehlen, daß er sie durchleuchte und durchdringe mit dem Geiste der Wahrheit. Lasset uns danken dem Allbarmherzigen, daß er durch seine mündliche Lehre uns gezeigt hat, was da heißt Sabbatverletzung, was nicht, lasset uns dankbar preisen das Andenken an unsere erhabenen Rabbinen, daß sie umzogen haben mit festem Zaun das leicht verletzbare Sabbatfeld, lastet uns dankbar uns zeigen indem wir gewissenhaft befolgen ihr göttliches Wort, unfern Fuß nicht hinausschweifen lasten über die gezogene Grenze, nicht berühren zur Arbeit bestimmte Geräthe, zurückziehen uns sogar in Rede und Wort vom Alltagsverkehr und Alltagsgeschäft. Möchten doch eng und fest Zusammenhalten und zusammenstehen alle Diejenigen, denen der Sabbat noch ist der Tag des Herrn, damit nicht auch sie verlocket werden zu sabbatschänderischem Verbrechen; möchten sie meiden allesammt die Häuser, welche genannt werden jüdische Gotteshäuser, wiewohl sie gemacht sind zur Stätte öffentlicher Sabbatverletzung; es möge aber dringen in jegliches Herz das Prophetenwort: MQ 1'LLII tEP MNQ 2'wll OX ML-PO ^-Ipb tt2wb NX2P1 'wnp 1'222^.->1 dp 1-r ->2-> -QM 1L2N 1'22N -Q-I '1 '2 -jQX 2PP' p->x '222 Wenn Du zurückhälst am Sabbat Deinen Fuß, daß Dein Geschäft Du nicht ausführest cm meinem heiligen Tage, wenn Du nennst den Sabbat „Wonne", „geehrt" den heiligen Gottestag, wenn Du ihn ehrst, daß nicht Du vollbringst Deine Wege, Deinem Geschäfte nicht nachgehest selbst nicht in Wort und Rede, Dann wirst Du wonnig Dich fühlen von Gott getragen; ich werde Dich führen hoch über die Höhen der Erde, werde Dich genießen lasten das Erbtheil Deines Vaters Jakob — also hat es der Mund Gottes verheißen. Denjenigen aber, die da einwenden den leider nur zu oft gehörten Einwand: „Das Leben, die Sorge für unfern Leib drängt uns zu sabbatschänderischer That", ihnen rufen wir entgegen desselben Propheten allbesiegendes Wort p'^122 m .->2Lp nicht ist zu kurz die Hand des Ewigen um zu helfen. Hat er doch gegeben in der Wüste am sechsten Tage für zwei Tage Brod! er wird auch uns nicht verlassen, so wir nur vertrauen auf ihn! 22 pp2w '->X1 QL '2'X-, ->!^x -,'pbx 1X22^ -IPL2 x^ cn'O222NO 2QM QQN XX22^ 22 mp 2X '2X2I2 '^X1 x^x '2XP2^L7 2X1 2PL2 x^ r2'L2222Q x^x rix x^x ->PL2 x^2/ 2^22XW P-I 2'X 21p ritt '22222 NX 'NN2P1 'L>P2 Rabbi Simeon der Sohn des Eleasar sagte: „niemals habe ich gesehen einen Hirsch als Ackerbauer oder einen Löwen als Lastträger oder einen Fuchs als Geldwechsler, und sie werden ernährt mühelos, und sie sind nur erschaffen mich zu bedienen; ich aber bin erschaffen worden, meinem Schöpfer zu dienen. Da doch diese, die nur erschaffen worden sind, mich zu bedienen, sich mühelos ernähren, um wie viel mehr müßte ich, der ich erschaf-, fen worden bin meinem Schöpfer zu dienen, mich mühelos ernähren können; aber ich habe durch mein böses Thun meine Nahrung verkürzt." Wenden wir uns nur zu Gott mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele, er vermag uns zu erhören und wird uns erhören und ohne Sabbatverletzung uns Brod geben; denn Sein ist die Macht und der Reichthum, Er ist's, der arm, Er ist's, der reich auch macht. III. mp rQw'i nx^pi. — Aber nicht genug, daß du dich am Sabbat geistig erhebst, daß du ruhst von jeglicher Körperarbeit, du bist auch verpflichtet den Tag des Herrn als Wonnetag zu betrachten, zu feiern. Erkennen wir hier die Güte des Allbarmherzigen! Hat er uns etwa verpflichtet, Unmögliches zu leisten, hat er uns aufgetragen zur Sühne unserer Schuld am Ende jeder Woche den Leib zu kasteien, zu fasten, und zu büßen? Nein, er vergibt dir schon all deine Schuld, sobald du den Sabbat Wonne nennst, an ihm ruhst und genießest. Aber, wahrlich, der Genuß