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Der Israelit · 1863-01-28 · Heft 4 (28.1.1863) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 4 (28.1.1863)
Date
1863-01-28
Page
– (sequence 3)
Language
German
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39 und die Modesucht, die da zu führen vermöchte all ihre Schwestern zurück zu aller heiliger Sille -- sie könnte ausrufen wie Deborah dereinst: verödet lagen Israels Gefilde, bis ich aufstand Deborah, ich, eine Mutter in Israel. Leuchtet es nunmehr das Sabbatlicht, leuchtet es nunmehr, auf daß wir finden den Weg zu unserm Herzen und es reinigen von der etwa in Wochenmühe und Wochenlast uns überkommenen Schuld, dann ist es zunächst unsere heilige Pflicht, durch Kiddusch auszusprechen des Sabbats hohe Bestimmung. — Unsere Weisen erzählen uns, daß klagend nach vollendeter Woche sich der Sabbat zu Gott gewandt habe, sprechend: „Jeglichem Tage hast du einen andern zur Ergänzung angewiesen, mich nur hast Du allein gelassen. Den ersten Tag, den Schöpfungstag des Lichtes, ergänzt der vierte, an welchem die Träger des Lichtes, die Sonne und die Gestirne entstanden: am zweiten Tage wurde das Meer erschaffen und am fünften das, was in ihm lebt; am dritten Tage das trockene Land und die Pflanzenwelt und am sechsten die auf dem Trockenen lebende Thierwelt und der Mensch. Nur ich, der Sabbat, stehe allein!" Da sprach zum Sabbat der Allgütige: „Israel mag dich ergänzen" und also heißts: „sei eingedenk des Sabbattages, ihn zu heiligen, d. h., sei eingedenk dessen, was Gott dem Sabbat verheißen hat: Israel soll dich ergänzen." So ist es denn auch; Sabbat und Israel sind die ewigen Zeugen, daß Gott der Schöpfer der Welt ist, daß Er es ist, dessen gewaltiges Wort das All aus dem Nichts hervorgerufen hat — wer also den Sabbat entweiht, leugnet die Anerkennung des Zeugen ,p''x"p 77X2 7722771 rix 777127, 72 deßhalb gilt Entweihung des Sabbat dem Götzendienste gleich; Festtage hatten auch die heidnischen Völker, aber einen Sabbat kannten sie nicht; ihnen galt die Welt als eine ewige, von Ewigkeit her existirende; von einer Schöpfung durch den allmächtigen Gott wußten sie nichts, denn sie kannten ja nicht den einzigen, allmächtigen Gott — und ihnen gleicht Jeder, der den Sabbat entweiht; er kennt nicht, er weiß Nichts vom allmächtigen Gott, wie könnte er es sonst wagen ohne Furcht und ohne Scheu, Sein heiliges Gebot zu verletzen, da doch der Allgegenwärtige Alles schaut, auf Alles merkt, die Erfüllung Seines Willens belohnt und die Verletzung bestraft; Und ebenso, wie der Sabbat, ist das den Sabbat feiernde Israel ein lebendiger Zeuge von des Allmächtigen Größe und Wunderkraft. Haben wir es etwa nicht oft genug erfahren, daß Gott eingriff unserethalben in die von Ihm eingesetzte Weltordnung? brauchen wir erst zu errinnern an die in Mizrajim vollbrachten Wunder, an die Spaltung des Meeres, an die Spende des Manna? Wer also den Sabbat verletzt, will nicht gemeinsam mit ihm! Zeugniß ablegen; er schließt sich aus von der Gefammtheit Israels, zeigt es thatsächlich, daß er nicht zeugen will für die Einheit des Gottes Israels, daß er angehören will jenen heidnischen Völkern, die da nicht die Aufgabe hatten, zu bezeugen die Schöpfung der Welt durch Gott, die Erhaltung der Welt durch Gott. Uns aber laßt es aussprechen immerdar und Gott danken dafür, daß sowie Er den Sabbat gewählt und geheiligt unter den Tagen der Woche, daß Er also auch uns erwählt und geheiligt hat vor allen Nationen, daß Er uns ertheilt hat mit Liebe und Wohlgefallen den erhabenen Sabbat — gelobt sei Gott, der Heiliger des Sabbats! Wie ein jedes geistiges Leben sich im Gebete zu Ihm, dem Neingeistigen gipfelt, so ist auch das Sabbatgebet der Sabbatperle schönster Glanz. -.-!vx 71727, >7 lldip vL' 7727^2 XITIL- 722, die höchste Höhe, der Gipfelpunkt unseres Lebens ist das Gebet, und wenn auch der Jsraelssohn nimmer des Gebets entbehren mag, so ist doch die Erhebung zu Gott am Sabbattage eine herrlichere, reinere als die mitten im geschäftigen Verkehre der Alltagszeit. — Als dereinst das erste Menschenpaar kaum geschaffen der , Sünde anheimfiel beim Ausgange des sechsten Tages, da wollte der Allherr am Sabbat über dasselbe die j verheißene Strafe bringen; aber flehend wandte sich i zu Ihm der Ruhetag und sprach: „und ich sollte > bringen Strafe der Welt, ist das die Feier und die Heiligung, die Du mir verheißen?" Da verzieh Gott dem sündigen Menschen; dieser jubelte auf und fang: rwL'Ti LiH 2^ 2272, ein Feierlied dem Sabbat; doch der Sabbat rief ablehnend: „nicht mich preise, sondern den allgütigen Gott -77 71727717 2:2, i gut ist's, dem Allherrn zu danken."! Seitdem ist dieser Tag für alle Zeiten geweiht! der huldvollen Vergebung der Schuld: 7,2-^ 2212' 72 ^77 7X 77^7,2 I72L7 227^ '2XÜ2' 7727p 72 77 '77172 '7727712 i 77 77712 x7x 777712 wer den Sabbat weiht, wie sich's! gebührt, wer sich durchdringt mit des Tages erhabener Feier, sich sammelt vor Gott, sich reinigt von jedem sündigen Gedanken, sein Herz erfüllet mit heilsamen! Entschlüssen, sich erhebt im Gebete zu Gott, dem - ist verziehen all seine Schuld. „Wer erfüllt sein Herz mit heilsamen Entschlüssen." Dazu genügt nicht das Gebet; um dem Willen des Allmächtigen nachzuleben, müssen wir ihn kennen, muffen forschen in dem Gesetze Gottes, und deßhalb ist der Sabbat besonders bestimmt dem Thora- Studium, deßhalb wird an ihm verlesen das Gotteswort und der Propheten ergreifender Nus, deßhalb wurden an ihm von jeher erläuternde und belehrende! Vorträge gehalten, deßhalb ertönt an ihm der Ruf des Mahners, der da mahnet zur Umkehr, zur Eri Hebung, der ermuntert zu heiligem Streben und auf-

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