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Der Israelit · 1863-01-21 · Heft 3 (21.1.1863) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 3 (21.1.1863)
Date
1863-01-21
Page
– (sequence 7)
Language
German
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31 verteidigen gegenüber den veränderlichen Zeitideen, sie muß aber der öffentlichen Meinung gerecht werden, insofern diese mit den Prinzipien der Religion nicht kollioirt und von letzterer Art ist doch wohl die von dem Rabbiner allgemein gewünschte weltliche Bildung. Die Orthodoxie muß demgemäß das hierin Ve säumte einzuholen suchen und den dem Rabbinerstande sich widmenden Jüngern einen Weg ebnen, sich während ihres talmudischen Studiums gleichzeitig einen genügenden Fond außertalmudischer Kenntnisse eigen Zu machen. Um nun diese Aufgabe von der sterilen Steppe der Theorie auf das fruchtbare Feld der P axis zu verlegen, wäre unserer unmaßgeblichen Ansicht nach nichts unzweckmäßiger als die sofortige Berufung einer Rabbiner- oder Rabbinerrepräsentanten-Versammung; denn entweder ist die Mehrheit der ung. Nabb. von der Nothwendigkeit und Aussübrbarkeit einer Regeneration des Jeschiwah Wesens überzeugt, so wäre die Versammlung unnöthig, und höchstens eine Förmlichkeit, die keineswegs die für die aus entlegenen Gegenden zusammenkommenden Teilnehmer hiemit verbundenen Mühen und Kosten aufwiegt; oder es gibt noch viele Rabbinen, welche die Dringlichkeit einer Modifikatim des Jeschiwah Unterrichtes verneinen, oder gar verwerfen, dann wäre ja die Rabbiner-Versammlung von vornherein unnütz, man müßte denn sanguinisch genug sein, zu erwarten, daß die Debatten aus Ueberzeugung derselben kräftiger einwirken werden, als thatsächl.che klar am Tage liegende Verhältnisse; die Rabbinen endlich berufen wol len zur Entwersung eines P^og ammes, nach welchem die Aufgabe zu lösen sei, wäre am allerzweckwidrigften, da unstreitig eine Versammlung am wenigsten sich eignet, Pläne auszuarbeiten oder auch nur zu entwerfen. Unserem bescheidenen Dafürhalten gemäß wäre der kürzeste und sicherste Weg, um zu einem Resultate zu gelangen , wenn einige in dieser Frage gleichgesinnte Rabbinen sich zusörderst vereinigten zur Ausarbeitung eines Planes, wie die wissenschaftliche Ausbildung der Rabbinatskandidateu zu bewirken wäre ohne ihrem eigentlichsten und allerwichtigsten Fachstudium empfindlichen Abbruch zu verursachen, welche Veränderungen in der Handhabung der Jeschiwoth vorzuuebmen wären und durch welche Mittel und Wege die Ausführung auch materiell gefördert werden könnte. Der auf diese Weise zu Stande gekommene Ptan wäre dann vor das Forum der Oeffentlichkeit zu bringen, und findet derselbe, wenn auch nur in seinen Grundlagen Anklang , so wäre zu dessen endgiltiger Feststellung eine größere Anzahl vom Rabb. zu berufen, und sicherlich wird das Resultat ein greifbareres sein, wenn der Versammlung ein in der konkreten Form eines ausgearbeiteten Planes verkörperter in seinen Zielen und Mitteln abgegrenzter Berathungsgegenstand vorliegt, als wenn sie über ein bloßes Vorhaben berathen möchte, das sich noch nicht einmal aus dem ersten Stadium des frommen Wunsches entpuppt hat. Es sollte also auch hier irgend ein Grad von dem vorausgehen. k. 8. k'iseümLüü, Rabbiner. S. a. Ujehly, 6. Januar. Geistvolle Männer mit biederer Gesinnung, denen es darum zu thun ist, daß die ungarische Schulfrage ihrer Zeit nicht als gordischer Knoten ans gut Alexandrtsch zerhauen werde, haben dieselbe schon zu wiederholten Malen in Ihrem geschätzten Blatte und von verschiedenen Gesichtspunkten ans erörtert, konnten jedoch bisher, meines Wissens, noch immer nicht zu einem festgeformten Resultat gelangen. Dabei bleibt hervor zu heben, daß jene Männer sammt und sonders solchen Gemeinden angehören, in denen das Bedürfniß einer gutorganisirten und auf religiöser Balls gegründeten Volksschule mehr keiner Frage unterliegt. Aber — gestattten Sie mir nach der Mahnung unserer großen Weisen, das in verblümter Wendung zu sagen, was sich mit nackten Worten kaum ohne scheuen Vorbehalt referiren läßt. Also beginne ich noch einmal mit meinem Aber. Auch Böotien gehörte zu dem klassischen Griechenland und — die Juden Ungarns können unmöglich sich jener Gemeinden entschlagen, in denen entweder schaler Jndifferentismus oder Chassidismus herrscht. In beiden Fällen ist der Boden brach und, wenn jene Männer ernstlich die Frage ventilircn, was zu geschehen sei, wenn eine Gemeinde ihre Trivialschule zu einer mit drei Lehrern ausgestatteten Hauptschule erheben wollte, so kam ihnen der entgegengesetzte Fall gar nicht in den Sinn, was man nämlich zu thun habe, wenn eine Gemeinde ihrer aus Staatsmitteln erhaltenen und mit tüchtigen Lehrkräften ausgeftatteten höher n Lehranstalt deßhalb überdrüssig wird, weil die Gemeinde-Mitglieder, mit wenigen Ausnahmen, noch für keine Schule gezeitigt sind. Eine solche Gemeinde exiftirt. Beklagen Sie daher das Loos des armen Schulmanns, der von der Heiligkeit seiner Mission durchdrungen, bei all dem nur wenig des Gedeihlichen zu leisten vermag, weil er ununterbrochen mit unbesiegbaren Hemmnissen zu ringen hat, und am Ende aus dem

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