Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 3 (1862)
- Issue
- Heft 46 (19.11.1862)
- Date
- 1862-11-19
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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X 368 der Auftchme .-von. Arftgernübernommenen Bürgschaften außer Kraft zu setzen." Nürnberg, LmOktbN Äie Gesellschaft „Harmonie" dahier, Kelche bisher Israeliten nicht , aufnahm, hat diesesPrinzipaufgegeben, .Anderst eine -UomMffw»^rMMender«ng>der Staür^en.^beschLMt.^ Preu ß e n. * Creuznach, den 11. November. Der in Nr. 44 des Israelit erschienene, von Mainz aus datirte Aufsatz über die drei Selbstmörder, welcher in der „Creuznacher Zeitung" abgedruckt wurde, hat hier ungemeine sSensation erregt. Allenthalben wurde davon gesprochen, denn es ist ja Alles, was Sie darin ausgesprochen, , leidert nur traurige, beMbende Wahrheit — Es wäre sehr zu wünschen, daß überall von den Lesern des Israelit dafür gesorgt würde, daß jener Aufsatz (sowie viele andere dazu geeignete) durch die Lokalpresse eines jeden Ortes Verbreitung finde, damit die Wahrheit auch zu Denen gelange, welchen, sie zu hören, am nothwendigsten ist. O esterreichisch er Kais erst aat Sorglosen die.Gefahren zu zeigen > die drohend.und gewitterschwer- .nahe.- über ihren- Häuptern)- hängen? Die Reform 'hät'M' ihrer-7natürlichen Mtlvickelün^ dahin geführt, daß 'man sich aller'und -jeder Religion, des. größten Kssmöds eines^ jeden Menschen, entledigtes Diei-jiidische'.-Wifftzlschast,. ein Schatz-,.voll-Wahrheii:- und Weisheit, der ein ewig strömender Quellist, - aus dem die größten Geister aller Zeiten schöpften, ohne ihn je erschöpfen zu können, zu untergraben und zu vertilgen; die tausendjährigen Saaten, die unsere heiligen Vorfahren, mit so emsigem Fleiße gesäet, zu zerstören und der Vernichtung anheim zu geben. Für den Reformer hat Sabbath und Feiertag längst, zu existiren aüfgehört; da findet er keine Zeit und Gelegenheit mM, seinen Lempel, in dem eher alles Ändere, als Andacht zu.finden ist, zu besuchen, um daselbst seine a^' -ein Minimum herabgesunkenen ä. lä moäs zugeschn'irterftn Gebete zu vernichten. Wenn einmal unsere großen Vorfahren wieder erständen, und sich dre ungeahnten Veränderungen - und Einrichtungen betrachteten, was würden sie dazu sagen? Wehe aber denen, durch die das Alles so gekommen! So liegt denn eine düstere Stimmung über finstren religiösen Verhältnissen und Aus Ungarn, im Marcheschwan 5623. Unsere religiösen Zustände find in einem solchen fortwährenden Schwanken begriffen, daß) es keines geringe Aufgabe ist, einen Standpunkt zu gewinnen, von welchem aus man unbefangen ein richtiges Urtheil fällen könnte. Eine Mengewechselnder Gruppen und Gestalten stürmt an uns vorüber, wenn wir unsere religiösen * Zustände vor Mseren - geistigen Auge Revue,. passiven lasten. Welche Provinz oder Gemeinde wir auch näher ins- AugEfafsen, in jeder finden wir Krieg zwischen der glaubensstarken Orthodoxie und . der destruktiven Reform, die in der einen enden, um sogleich rn^emer andern desto, heftiger auszubrechen. Man möge sich, keinen Illusionen > von Besserungen innerhalb des Judentums hingeben, die. traurige Wahrheit .enttäuscht uns bald.. Ein Iedervon uns, der Kor und Herz auf Hem rechten Flecke hat, muß. es sich zur höchsten^und heiligsten Pflicht anrechnen, die Schlummernden ausihrM Schlafe?zu erwecken, den Zuständen, die noch drückender werden, durch die mehrfachen Erfolge und Triumpheder Reform Erfolge und Triumphe, das! sind Argumente, welchen Viele durchaus nicht zu wiederstehcn vermögen, und so geschieht es denn auch in. unserer mit steigender Lust den materiellen Interessen zugewandten Zeit, daß Schwankende und Schwachköpfe, Irreligiöse und Jndifferefite, Egoisten und wahnsinnige Theologen rc: rc. sich zum Prinzips der Neologie . bekennen. Die-Begründer der sogenannten NefoM .ahnten es nicht, .daß der Strom .soweit aus seinem Bette dringen wird; wußten es nicht, daß der Ball weiter stiegen wird, alssie ihn geschleudert wißen wollten. 1^7! fit« 7I8N.-I rufen wir mit unsem alten Weisen; unsere Großeltern, durch die-soeben gemachten Erfahrungen-, -umsomehr in.ihren Meinungen bestärkt, organisirten unter den größten Anstrengungen den für unsere durchGott geoffenbarte, ^Religion heftigen Kampf, den auszukämpfen und zum glücklichen Ziele zu führen; wir ufis auf's Giftigste bestreben müssen. (Schluß folgt-im Anzeigeblatt d. N) ALranÜvr-RrdLktionML. Le,hm^«n.-^Herlag;d,er L-ekBoux:'schen Hofbuchhandlung. — Druck von I. Gottsleben in Mainz.