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Der Israelit · 1862-11-05 · Heft 44 (5.11.1862) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
3 (1862)
Issue
Heft 44 (5.11.1862)
Date
1862-11-05
Page
– (sequence 10)
Language
German
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benachbarte Rheininsel Maulbeerau getrieben, von wo aus sie dem schrecklichen Schauspiele, wie all ihr Hab und Gut den Flammen überliefert wurde, Zusehen mußten. Die altehrwnrdige Synagoge entging dem Brande nur dadurch, daß^sie vönKden Feinden - als Fouragemagazin und als Pferdestall benützt wurde. 'Db, um sie vor" dem'Feuer zu schützen, anch'die Judengasse verschont blieb — davon schweigt die 'Chronik , die^Bermuthung-aber -bleibtdennoch sehr wahrscheinlich. Von den reichen Einwohnern der so - arg heirngesuchten Stadt suchte Jeder, so gut es eben gehen konnte , seine Schätze vor dem Feuer ,- und der nicht minder gefährlichen Raubgier der Feinde zü7 bergen, und für bessere Zeiten in Sicherheit zu - bringen. Unserm R. Samuel, als einem gewandten und im — wahrscheinlich wohlverdienten! — Rufe der Rechtschaffenheit stehendem Manne, tränten Viele, Juden und Nichtjuden ihre Schätze an und unter den obwaltenden Umständen mochte das ihm geschenkte Zutrauen' wohl verdient und gut angewendet gewesen sein. - Daß aber in diesem schrecklichen Tumulte nicht von Jedem ein vollständiges) richtiges Inventar ausgenommen werden konnte, liegt auf der Hand. Als daher nach dem Abzüge des Feindes dieMürger ihre Wohnstätten wieder aufsuchten, anfänglich Hütten,. bald' darauf, ihre Häuser wieder aufzubauen begannen, kam unser R: Samuel in ein unbehagliches Gedränge, da von Vielen mehr gefördert wurde als er empfangen, oder zu bergen vermocht hatte- Juden wie Nrchtjuden erhoben den Verdacht der Unterschlagung öder Veruntreuüng gegen ihn, und drohten mit einer Anklage, welche/ bei dem damaligen schütz- und rechtlosen Zustande der Juden — namentlich in sogenannten freien Reichsstädten-leicht zu einer ungerechten Berurtheilung - mindestens zu einer Haft führen konnte/ die auf mancherlei Weise sein Leben gefährdet haben würde. Es. blieb ihm daher keine andere Wahl, er.mußte sein ihm sö th eures Worms selbst auf Kosten seines ehrlichen-Namens , fliehen, und als Flüchtling unter demmildrem. Szepter. von Aürmäinz -vder^Hessendä rmstädt Schutz suchen. Seist/Leben , seine - persönliche Freiheit, war nun .in /Sicherheit, aber sich von-dem falschen, wenn-auch scheinbar nicht ganz üngegründetem Verdachte zu reinigen/ ' seinen-Ruf wieder herzustellen — das wollte undkonnte ihm 'nicht.'gelingen.; >« - 5 Mit diesem Stachel im Herzen mußte nun der Mann-vorö so hohem, reinem Adel sein Leben in Hm nicht-geläufiger Weise ) Ln kleinen, zumeist nur ^Mon'nnlzeLMjjtten^LeütenchewohntM'Qrten'Wringen, wo «er für sein < Seelenleiden^weder, Teilnahme noch Merstandniß fand.r^ , . Muf-seinem Sterbebette, wo der. fromme Jude vdr Gott und Menschen sein Unrecht zu -bekennen pflegt, betyeuerte er, bei der Strafe Gottes, die ihm jenseits treffen möge (wup.-i wissentlich niemals das Mindeste veruntreut zu haben, mag es einem Juden oder Nichtjuden gehört haben, ja, daß er^M Ae/ÄHingst^Sucht nach fremden. Gute empfunden habe. Um seinen Ruf wieder herzustellen sollte diese Betheuerung auch auf seinem -Grabsteine- Ausdruck finden. - — Lassenwir-nunuach-uns erer^ Auffassung- Hie Uebersetzung des Epitaph's - folgen, wobei - bezüglich des Styls und' des Gebrauchs' der Zeit und Genusformen in Berücksichtigung des Zeitalters der Abfassungauf CorrectheitVerzicht geleistet werden muß.- „Hier ruht der Gemeindevorsteher Herr S amu e l Sanwel'Bacharach, Sohn des verstorbenen, hochgelehrten nnd berühmten^ Verfassers der Rechtsgutachtensammlungen, betitelt Chawoth Jair und Chut Haschani. Er beschwor vor seinem Tode die jenseitige Bestrafung auf sich herab, - wenner 'sich vergangen hatte gegen Inden oder Nichtjuden, als ihm viele Werthsachen anvertraut wurden zur Zeit der neuen Wäppia, soferne er solches unmittelbar aus deren Händen empfing, und er das Gefährdete unversehrt in sein Haus gebracht, daß er es nicht denEigeNthümern zurückerstattet haben sollte', ohne Jemandem das Geringste zu, vertausche!!, und niemals) so^ lange er lebte, gelüstete es ihn nach dem Eigenthume eines Andern." . . Dir Juden im alten Alexandrien. . Aus/ Mr. Scharpe's höchst werthvoller Geschichte entnehmen, wir^ Nachstehendes' über die Juden im alten Alexandrien. Die . Ereignisse)' welchei zu. eimr Uebersetzung der. Bibel ins Griechische veranlaßten, und die Umstände, welche dieselbe begleiteten, sind auf folgende Weise beschrieben: ' - - . .. ) Die Gunst, welche Ptolemäus Soter den Juden zeigte, wurde ihnen auch, von/dessen Sohne ' nicht entzögen. .Er'.'kaüfte'. sögar/vori'Mnen ei'geneit'Solbaten 100,000 Mann von dieser Nation, welche über Egypten zettreüt Würden/-üstd/beßceite^sie.döst der' Sklaverei. Er zahlte für^ Jeden/ derselben aus denst'königlichen Schatze 120 ' Drachmen' wder "ungefähr 3 Liv. Sterl) denjenigen' ffeiNer/Änterthanen, welche dieselben durch Kriegsrechk-öder als Beute erhalten hatten. : ' " ' 7.^..: " .77^7» 7Die:Juden, .welche in-Untepegypten im-Pollgenuß ihrer bürgerlichen und religiösen Freiheit lebten, betrachteten dieses. Land als^ihre Heimath. .7 "Sie^hatten schon eine-Uebersetzung von dem Ganzen/oder einem-Theil ihren Heiligen-Schriften. .^Dieselbe war'für-diejenigen verfaßtworden, 'deren Fa-

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