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Der Israelit · 1862-10-29 · Heft 43 (29.10.1862) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
3 (1862)
Issue
Heft 43 (29.10.1862)
Date
1862-10-29
Page
– (sequence 5)
Language
German
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FMMhreMegürlneiv Werdend -' Die Synagoge W gewöhnlich bei jeder Predigt und Deräscha — die letzte am riÄwnndldauerte volle 2? Stunden — bis zumletzten- ' Platzegefüllt; selbst^ in der Vorhalle stehen ° Zuhörer- Kopf' an' Köpf, -was wohl Veranlassung zur Erweiterung - des Gotteshauses gibt, wenn man Sanitätsrucksichten nicht äußer Acht lassen will. Unsere Gemeinde, glücklich, einen Rabbiner gefunden zu haben, der Alles vereint, was man von einem zeitgemäß, doch talmudisch gebildeten Rabbiner verlangen kann, wird keine Mittel scheuen, ihren Ruf auch fernerhin^ zu erhalten und durch ihre Gemeindeanstalten anderen Gemeinden als Muster voranzuleuchteM - 2 O essterreichischer Kaiserstaat. Ans Wien erhalten wir vom 6. Octbr. folgende Mittheilung: „In Maros-Vasarhely im Siebenbürgen, Szeklerlande haben bedeutende Excesse gegen die dort wohnenden Juden stattgefunden. Die Synagoge wurde erbrochen und alles darin Befindliche zertrümmert. - Am zweiten Tage wiederholten sich diese Ausschreitungen iin verstärktem Mäße. Alle Häuser, in welchen Israeliten wohnen, wurden mit Steinen bömbardirt, die Wohnung und Spirituosenniederlage eines' geflüchteten Israeliten erbrochen und geplündert, zugleich die Früchtkammer des katholischen Erzpriesters ausgeraubt, und um am Militär Räche zü nehmen, die Fenster der Bätaillonskanzlei und des Werbbezirks - Ergänzungs - Kommandö's zertrümmert. In Folge dessen erklärt das' Plätzkommandö dem Magistrat, daß von der Feuerwaffe Gebrauch 'gemacht Werden würde. Auch auf dem flachen Lände so in Äkosfalva und in Bonyhasind bereits Jüdenkravalle vorgefallen. Die Landbevölkerung ist gewöhnlich dem Dorfjuden Geld schuldig; ' das Verglerchsverfähren wird daher durch Vertreibung derselben auf die einfachste Art in Scene gesetzt? Pest, im Tischri. Der mit vielem Takte und gründlicher Sachkenntnis gehaltenen Abhandlung des Herrn Rabbiner Dr. I. Hildesheimer bezüglich der künftigen des ^Verwendung üngar-isr. Landesschülföndes im Nr? 38^/"39/^40 dieser geschätzten'Blätter folgten wir - mit lebhaftem Interesse und ungetheilter Ausülerksämkeitt' ' Mb gewohntem-' Wnfie und der Wichtigkeit entsprechenden Besonnenheit detäillirt derselbe sämmtliche" Haupt- und Neben-Urüfiände des fraglichen 'Gegenstandes und glauben ^wir die Hoffnung äussprechen zu dürfen, daß diese schönen Worte und wohlmeinenden Rathschkäge nicht wirkungslos'verhallen-Werden. Doch HMHildesheimer, von löbmswerther Wahrheitsliebe dürchgküht, ersucht am Schluffe seines 'schätzbaren Arttkelsr man möge ihm auf dem Gebiete? der Oeffentlichkeit — ohne jegliche Rücksicht — etwaige Gegenbemerkungenzukommen lassen. Wir gestatten uns von dieser gütigen Erläubniß um söeher Gebrauch zu machen, als Hr. Rabd vr. Hildesheimer eben unsere Eorrespondenz in Nr. 33 und 34 des<^Jsraelit" zw Unterlage seiner trefflichen Mhandlung gewählt. Im vollkommenen Bewußtsein unserer Schwäche thun wir dies übrigens blos im Sinne des ^«2 rivx!— Zwei Punkte sind es, die wir erörtern möchten: a) Bezüglich der Anfchauungsdrvergenz in der Auffassung der Religion/ die der etwaigen Errichtung einer Ribbinerschule offenbar wesentliche Hindernisse bereitet, glaubt Herr Or. H. die Angelegenheit durch StimmenmehiHeir entscheiden zu lassen, zu welchem Behufs derselbe eine Versammlung von Rabbinen und Laien als drängend bezeichnet. Uns scheint diese Maßnahme als eine überaus schädliche und gefährliche. Denn abgesehen dcwon, daß die Majorität sich gar leicht für eine Lö w- M eise lösche Rabbinen - Anstalt äussprechen könnte, wogegen eine, ehrliche, wenn noch so kl ei ne M i n 0 r i.t ä L doch feierlich protestiren müßte: ist schon die- Idee an sich, ähnliche wichtige Fragen durch Majoritätsbestimmungen entscheiden zu lassen, von entschieden noch-, haltig schädlicher Wirkung. Wie? Sollte "etwa auch in diesem Sinne, das 2'27> nivriv maßgebend sein?? Wahrlich dann würde . es rpn das orthodoxe Judenthum traurig, sehr traurig stehen! Wr müssen , daher gegen eine solche Zümuthüng offen uubf feierlich protestiren und werden sich unsrer diesbe- ' ' züglichen Prötestätion unstreittg änfchließen alle Beffergefinnten in Israel mit Herrn Dr. Hikdesheimer an'der Spitze! — —

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