Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 3 (1862)
- Issue
- Heft 39 (24.9.1862)
- Date
- 1862-09-24
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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308 damit wir am NeujahrSLage eingeschrieben und am VersvhnungStage versiegelt werden im Buche des Lebens. Wenn wir die Rückkehr zu Gott nur ernst versuchen, sie wird, sie muß gelingen. Gar unendlich ist seiner Gnaden Fülle, und der Schofarton selbst ist uns Bürge, daß Gott sich unser erbarmen wird. m. Der Schofarton! rn.-in 2N2 -»'.ii auch an jenen Tag erinnert uns der Schofarton, an jenen großen Tag, da Gott sammelt all die Zerstreuten Israels, all die im Lande Aschur Verirrten und die ins Land Mizrajim Verstoßenen, daß sü kommen und sich bücken vor dem Ewigen, auf dem heil. Berge in Jeruscholajim. Dann wird die Welt nicht mehr zerfallen sein mit ihrem Schöpfer, dann wird nicht mehr Zwietracht herrschen auf Erden und Sünde und Laster, dann werden zurückgckehrt sein alle Wel tenbewohner zu ihrem Vater im Himmel — ein Tag der Versöhnung für Alle, allüberall mir Liebe und Frieden. Auch der in> der Erde Schlummernden wird Gott gedenken und wird sie erwecken zürn Leben. Kurz nur ist unser Wandel auf Erden und nicht ewig birgt das Grab. Posaunenton wird ertönen und die Todten Hervorrufen aus ihrer dunklen Wohnung nach dem Ausspruche des Propheten (Jesaias 18) „'22-.' ^2 rpvlw wpror Q'^.1 vr rrww snx 'WM alle Bewohner der Welt und ihr, die ihr im Schooße der Erde schlummert, ihr werdet sehen, wenn man das Parlier erhebt auf den Bergen und werdet hören, wie da gestoßen wird in die Posaune." So wollen wir denn hören den Schofarton und uns einnern des ewigen Lebens, zu dem der Schofarton einst ru fen wird, wollen bedenken, daß diese Welt der Vorhalle gleicht, in der wir uns bereiten müssen zum Eintritt in den Palast. — Wir haben nunmehr gesehen und empfunden, woran der Schofarton uns mahnt und erinnert : daß Gott ist König der Welt, Israel der erkorene Vollbringer seines Willens, daß des Gerichtes Strafe der Sünde sicher folgt, wenn der Schofarton uns nicht ergreift, demüthrgt und zur Rückkehr mahnt; daß aber auch der Mgütige gnädiglich die Reuigen empfängt, daß er herbeiführen wird den frohen Tag der Erlösung, daß selbst der Todesschlummer nicht ewiglich währt. Mögen all diese Gedanken und Gefühle mit unwiderstehlicher Kraft uns ergreifen, mögen wir jetzt erzittern vor dem Schofarton, damit wir einst friedvoll entgcgengehn der Stunde des Gerichts. Möchten doch beim Schofartone die schönsten Entschlüsse keimen in unserer Brust und zur mächtigen That auch werden — P' rv«2» '1 dann wird der Herr Zebaoths uns schützen. — Auch einige Vorte über die Verwendung der ungarischen „Zchulfpndes" VS» Kndbinor Or. lliläorjkeimer in kiseimtaät. (Fortsetzung.) Seitdem das Possenspiel der jüdischen Pfaffen, seitdem Tatar, Kutte und Bäffchen Lebensfrage des Kultus geworden, seitdem es Geistliche und Laien gibt, seitdem es für den Beruf eines Rabbinen sehr gleichgittig ist, ob er das A B C der jO'i kennt, wenn er nur das Lateinische oder gar das des SanScrit kennt, seit der Zeit ist die Macht der jüdischen Wissenschaft, seitdem ist die Freudigkeit der Jünger derselben, seitdem die Möglichkeit die Wirtschaft ->02 zu erhalten (wenn der Rabbiner nur ein wunderbarer Philolog. bedeutender Philosoph oderMathemathiker, Kantianer, Hegelianer oder Herbartianer u. s. w. n. s. w.) immer schwieriger, seitdem ist die Sorge, ob die vom Herrn Rabbiner wirklich für 2V2 erklärten j'd'sci wie mim? wirklich als solche zu betrachten, ob Jemand, dem der Herr Rabbiner gestattet 2'' zu essen, solches wirklich darf; diese Sorgen werden seitdem immer gerechter, seitdem die Gemäßheit des öffentlichen oder private» jüdischen Lebens immer mehr dem Spielballe des Zufalls überlassen. Und weil sie voit wahnwitzigen Laien und theils ignoranten theilS böswilligen jüdischen „Priestern" immer mehr und mehr ihrer Macht entkleidet wird; deßhalb widmen sich ihr auch heutzutage so wenige junge Leute nur ihrer selbst willen. Man seufzt und stöhnt fortwährend über die Abnahme der dies Aechzen und Krächzen führt zu nichts; bringet die Macht der zur Anerkennung, erziehet Kandidaten (wenn sie nult einmal so heißen sollen) reich an talmndischem Wissen, zuverlässig durch einfache aber desto tiefere imponirend durch zeitgemäße Bildung, einnehmend und herzgewinnend durch lauteren und gesinuungStüchtigen Charakter, ihr werdet sehen, daß hierdurch Wunder geleistet werden können. Wie nun aber ist dies hohe Ziel, das erreicht werden muß, wenn anders die Jehudim, welche da- Herz auf der rechten Stelle haben, daran denken, daß sie für Alles, was sie hätten thun können, und zu thun unterlassen haben, einst P2VM pi geben müssen; wie ist dieses hohe Ziel zu realisiren? Leichter, viel leichter als man denkt, es muß nur muthig begonnen, und rüstig die Hand ans Werk geletzt werden. Ruhigen Herzens darf ich hier öffentlich bekennen, daß dies Ideal von jeher die Hauptthätigkeit meines Berufes, meine vorzüglichste, ja fast ausschließlichste Beschäftigung ausmachte. Ich suchte ganz ohne Stütze von Außen, ausschließlich auf meine ge-