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Der Israelit · 1862-09-10 · Heft 37 (10.9.1862) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
3 (1862)
Issue
Heft 37 (10.9.1862)
Date
1862-09-10
Page
– (sequence 7)
Language
German
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295 Oesterreichischer K-iserstLrLt Aus Böhmen. Die Unparteilichkeit, mit der Sie, geehrter Herr Nedacteur, Ihr viel und gern gelesenes Blatt redigiren, läßt mich hoffen, daß Sie nachstehender Entgegnung die Spalten desselben öffnen werden. Herr Lederer aus Hnmpoletz erscheint in Nr 20 des Israelit, als Ritter ohne Furcht mit offenem VHr auf dem Kampfplatz der Oeffentlichkeit, und will für die Dame Conferenz, für die er in Liebe entbrannt zu sein scheint, eine Lanze brechen; sein Gegner, H. S-, betritt die Rennbahn mit fest verschlossenem Visir und „hüllt sich in ein tiefes Dunkel" *) Er hat zwar alle Achtung vor dieser Dame, er ist durchaus nicht gewillt, ihr ihren Werth streitig zu machen; nur meint er, daß sie sich nicht unbescheiden hervor, rängen soll, daß sie nur eine kurze Zeit noch, sich in ein tiefes Dunkel hülle; daß sie sich auch die Tugend „Geduld" aneigne, dann verspricht er ihr, daß sie bei ihrem öffentlichem Anstreten mit Jubel empfangen und begrüßt werden wird. Ihr feuriger Ritter aber, H. L., ist ungeduldig, er hat nun einmal das Schwert aus der Scheide gezogen, und will es nicht eher einsteckeu, bis er es seiner Dame als Sieger zu den Füßen legen kann. Dieser Feuereifer ist Schuld, daß Herr L. manch ungeschickten Coup macht. 82 oxdb 822 pw. HcrrL fragt: „haben Sie es wohl bedacht und erwogen, welchen Vortheil eine Conferenz zu bieten vermöchte?" und vergißt, daß wir diese Frage schon in Nr. 32 des Israelit beantwortet haben. Seite 253, H. Spalte haben wir ausdrücklich gesagt, daß wir eine Cow serenz für geeignet halten, das Feld des Unterrichts, das an vielen Orten brach liegt, urbar machen zu können. ') Wa-Z H. 2. UtNcl „tiefes Dunkel l-üüen^ versteht, ist unL uiürzrciflick. Meint H. L. etwa, drß Dcr^n^e, der für cine L.rü'k, von der er sich Nutzen verspricht, einsirhen r?;", ".uck seinen Namen öffentlich nennen muß, so gestehen wir, daß uns re Nnficktci divergiren. Wir haben nur die Sacke, nickt aber die Person vor Äugen. Hätte H. L. seine Aufforderung zur (sc:-- serenz mit L. grsertigct, so värten wir uns dennoch kein P. für ein U vormacken la'srn. S. Ha'r! S. wäre ein zu tiefes Dunkel, wir müssen den SckUicr ein wenig lüsten, also S-. ,.r. Seite 254 schloffen wir unfern Artikel: dgß es gerathener wäre, mit einer Aufforderung zu einer Lehrerconferenz zu warten rc. Dieses Warten setzt voraus, daß wir zur gelegenen Zeit, von einer Couferenz Ersprießliches und Heilbringendes für den Unterricht erwarten. Ist denn Herr L. für sein Project so sehr eingenommen, daß er von der Ansicht ausgeht: Wer uicht ganz für mich ist, der ist Wider mich? Doch Herrn L. zu sagen, daß wir in der Hauptsache mit ihm übereinstimmen, dies beabsichtigen wir mit gegenwärtiger Erwiderung nicht, dies geht aus unserem Artikel in Nr. 32 zur Genüge hervor; wir wollen nur Herrn L. nicht in dem Jrrthum belassen, als hätte er uns bei einem yu! pro guo ertappt. Herr Lederer wsrft uns vor, daß wir mit uns selbst in Widerspruch gerathen, weil wir beim Eingänge unseres Artikels behaupten: daß nicht Jndifferentismus für das Hebräische den Verfall herbeigeführt, und weiter unten sagten wir: daß die Gemeinden am Ende sich damit begnügen, einen Lehrer anszunehmen, der die 4. Kl. zu unterrichten fähig ' ist." -<>22 'bn O.N-QUN '->2 mußten wir mit unfern Alten, beim Lesen dieses Vorwurfes ausrufen. Wie, weil die Gemeinden die 4. Kl.,^ die für daS praktische Leben aller Stände fast unentbehrlich ist, bevorzugen, müssen sie dcßhalb indifferent für das Hebräische sein? Wenn die Ansicht des H. L. richtig wäre, müßte ein treuer Gatte, ein zärtlicher Vater, lieblos gegen senie Nebenmenschen sein, dürfte und könnte es überhaupt keine Kosmopoliten geben. Zum Glücke iür die Menschheit, kann man die Seinen lieben und das Herz kann zugleich theilnehmend, warm für alle Menschen schlagen. So verhält es sich auch mit de» Unterrichts-Gegenständen, man kann z. B. für das Talrnudstudium enthustasmirt und zugleich ein V rehrer der Mathematik fein. Belege für die Wahrheit dieser Behauptung, wird mir Herr L. gewiß gerne erlaffen. Schließlich sei Herrn L. noch bemerkt, daß dies das letzte Wort ist, as wir über daS Zustande¬ oder Nichizustanlnkommen einer Conferenz verlieren, und daß wir beim Ab fassen des in Nr. 32 abgedruckkn Aü.Ü'.- nicht die Absicht hatte», gegen ihn

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