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Der Israelit · 1862-09-03 · Heft 36 (3.9.1862) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
3 (1862)
Issue
Heft 36 (3.9.1862)
Date
1862-09-03
Page
– (sequence 7)
Language
German
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287 folgten erwachsene Kinder der Verstorbenen nedst vier Schwiegersöhnen in tiefem stillen Schmerz versenkt Auf dem Gottesacker angelangt, sprach der greise OrtSrabbiner Herr M. Waldstein einige von tiefster Rührung begleitete Worte. Hierauf ergriff Rabbiner vr. Gebhard aus Bromberg — ein inniger Freund des Verstorbenen — das Wort. Er sprach langer als eine Stunde in erschütternder Weise. Als er das Bild der hohen Tugenden und der segensreichen Wirksamkeit des Dahingeschiedenen in seiner gewohnten strömenden und eleganten Beredsamkeit auftollte, fühlten sich Alle vom Schmerzgefühle überwältigt und kein Auge blieb thränenleer. Es gewährte aber besonders einen tragischen Anblick, wenn man die verheiratheten Töchter, gestützt von ihren Männern, in schmachtender Hinfälligkeit und schmerzverklärten Gesichtern die Bahre umstehen sah. Der Dahingeschiedenc befand sich im Bade, und als er plötzlich erkrankte, unternahm er seine Rückreise, konnte aber nur bis Posen gelangen, und dort wo er geboren, hat er sein Geist aufgegeben — Friede feiner Asche N Sieg bürg, im August. An den Tagm vom 8. bis 11. dieses Monats feierte die israelitische Gemeinde zu Geistin gen das Fest der Einweihung ihrer neuerbauten Synagoge. Schon seit vielen Jahren nährte dieselbe den frommen Wunsch, diesen Neubau zu errichten, weil die alte Synagoge viel zu klein war; es fehlte jedoch der kleinen Gemeinde an Mitteln, diesen Wunsch zu vollsühren. Dem Eifer der Gemeindemitglieder für die heilige Sache, hauptsächlich aber der kräftigen Unterstützung und den unausgesetzten Bemühungen des Herrn Bürgermeisters Strunk gelang es endlich, das schöne Werk zur Vollendung zu bringen. Nach dem Plane und unter der Leitung des Herrn Baumeisters Court entstand auf einem geeigneten Platze ein Tempel, der durch seine Solidität und innere Schönheit die Bewunderung Aller erregt und dem Dorfe zur wahren Zierde gereicht. So schön der Vau ausgefallen, so feierlich war dessen Einweihung, welche am 8. durch den Nabbinatscandidaten Herrn Dp. Wallerstein ans Breslau vollzogen und durch di- Mitanwesenheit der Spitzen der Kreis- und Gemeindebehörden, der Honorativnen der Bürgermeisterei Hennef und der aus nah und fern herbeeigeilten Festtheiluehmer verherr licht wurde. Der Zug von der alte» zur neue» Synagoge durch die mit Fahnen, Triumphbogen und sinnreichen Jnnschriften gezierten Straßen War imposant und feierlich. Er wurde durch eine» gut besetzten Musikchor eröffnet, welchem zuerst die männliche Jugend der Gemeinde mit Fähnlein; dann die weibliche Jugend, den Schlüssel der Synagoge, Gukrlanden und Blumenkörbchsn tragend, folgten. Dan» kamen die heiligen prachtvoll geschmückten Thora*-, getragen von den ältesten Mitglieder« der Gemeinde. Diesen schlossen sich der Prediger, die Honoratione» und Ehrengäste an und die vielen zur Feier herbeigeeilten Männer und Frauen christlicher und israelitischer Confessio« schloffen den Zug. Die gute Ordnung, welche dabei herrschte, verlieh dem Ganze» ein erhebendes Ansehen und allgemeine, verehrende Teilnahme. Am Eingänge der neuen Synagoge bei Gelegenheit der Uebsrgabe des Schlüssels durch den Herrn Bürgermeister hielt dieser eine wahrhaft herzliche Anrede. In der Synagoge hielt nach der Einweihungsceremonie der Prediger eine sehr gediegene, der Feier angemessene Predigt, welche allerseits als ansprechend und erbaulich anerkannt wurde. Die herrliche Rede erregte um so mehr das Interesse der Anwesenden, als wir in dem jungen talentvoll» Prediger das Vergnügen hatten, einen Landsmann geborenen Siegburger zu begrüßen. Ein gut elngeübter Sängerchor sang die im Festprogramme bezeichneten Psalmen und Gesänge. Nach dem Schlüsse des Gottesdienstes vereinigte sich eine große Zahl der Theilnehmer in dem prachtvoll decorirten Krahckschen Locale. Dies so herrlich gelungene Fest versetzte alle Gäste in eine gehobene, fröhliche Stimmung^ unter jubelnden Gesängen und frohem Becherklang folgten Toaste aus Toaste. Der erste nach schöner Landessitte galt Sr. Majestät dem Könige und dem König!. Hause, ausgebracht vom Prediger Or. I. Wallerstem, dann den Ehrengästen Herrn Landrach Wülfsing und Herrn Bürgermeister Strunk (vom Lehrer Herrn A. Wallerstein); der israelitischen Gemeinde Geistingen (von Herrn Landrath Wülfsing); den edlen Spendern zu Bane der Synagoge (von Herrn Bürgermeister Strunk); den Bewohnern der Bürgermeisterei Hennef (von Herrn Bürger); dem Prediger (von Herrn Or. Levison); dem )rm den > Bau so viel verdanken Senior der Gemeinde Herr»

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