Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 3 (1862)
- Issue
- Heft 36 (3.9.1862)
- Date
- 1862-09-03
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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288 L Dannenberg > (von Herrn Seelig); >dem Artikel 12 der Verfaffuyg und der Parität (von Herrn Advokat Humbroich).^ Dre jovialste Stimmung herrschte in dem fröhlichen Kreise bis in die tiefe Nacht, und Alle verließen das Fest in dem frohen Bewußtsein, mit zu dieser Feier beigetragen zu haben. Am 9. August (Sabbat) hielt der Prediger wiederholt eine erhebende Rede an die versammelte Gemeinde. Das schöne EiNweihungssest wird noch lange allen Theilnehmern in angenehmer Erinnerung bleiben. Möge der Himmel dem nicht ohne Anstrengung und Opfer errichteten Werke Gedeihen schenken. Schweiz. Bern, 14. Aug. Das aargauische Volk hat sich vorgestern ermannt und die Versuchung der Ultramontanen von sich gewiesen. Obschon nicht alle Wahlen vollendet sind, so ist doch gewiß, daß die Liberalen von 200 Stimmen auf 120 zählen können. Der reformirte Aargau und das Frickthal standen wie Mauern da mitten in der ultramontanen Brandung. Vom Frickthal, einer ganz katholischen Landschaft, ist dieses sehr zu rühmen, und der „Schweizerbote" das Organ von August Keller hebt es auch hervor, daß dort der freisinnige Geist aus Kaiser Josephs Zeiten nach 100 Jahren noch lebendig sei und allen Verlockungen widerstehe. Aargau wird somit, so versichert Keller, das Banner des Liberalismus auf dem Nacken der Jesuiten fort und fort hoch tragen. Die Judenemancipation wird bleiben, und es dürfen andere, den allgemeinen Volkswünschen entsprechende Aenderungen in der Verfassung und Gesetzgebung nun gewiß mit größerer Beförderung angebahnt werden (S. M.) Aarau. Schleuniger, der Führer der Aarauer Ultramontanen, welcher jedoch nicht in den neuen großen Rath gewählt wurde, erklärt in seinem Blatt, der „Botschaft", seine Partei werde zufrieden sein, wenn nur Augustin Keller, der „Klosterstürmer", nicht wieder in die Regierung gewählt werde. Dieser Wunsch wird sicher nicht in Erfüllung gehen. Italien. den römischen Israeliten und dem Cardinalvicar der ewigen Stadt (schon in einer früheren Nummer besprochen) ist vollständig beigelegt. Das Asyl für junge Mädchen ist wieder geöffnet. Der Cardinalvicar, welcher anfänglich glaubte, eS handle sich hier um eine neue Constitution, eine neue Schöpfung, was man dort am Meisten zu fürchten scheint, und da auch das Lokal für dieses Asyl außerhalb der Ghetto-Grenze liegt, hatte es untersagt. Als ihm aber die Gemeindebeamten nachgewiesen halten, daß es sich nur um die Versetzung einer längst bestehenden Schule in ein anderes Lokal handle, daß sich in dem alten Judenviertel ein solches nicht finden lasse, daß überdies die Straße, in welche man diese Anstalt versetzt habe, seit Gregor XVI. als noch zum Ghetto gehörig betrachtet wurde, gab das Vicariat nach, verordnet aber gleichzeitig, daß das Urrterrichtslokal nur für ganz junge Mädchen bestimmt bleibe. Was find für die Erringung der natürlichsten Rechte dort für Kämpfe nöthig!! Die italienischen Blätter veröffentlichen die Boy» rede, welche unser Glaubensgenosse, Herr Ritter Artom, erster Sekretär der italienischen Gesandtschaft in Paris, zu der „Sammlung der Reden des Grafen von Cavour" verfaßt hat. Diese Arbeit macht dem Herrn Artom ebensoviel Ehre, als das Verträum, womit ihn der berühmte Verstorbene beehrte. Die Idee, den israelitischen Cultus in Italien nach allgemeinen Grundlagen zu organisiren, eine Central-Verwaltung zu bilden, gewinnt immer mehr Boden. . Auf den von der Gemeinde Ankova auSgegangenen Antrag fand am 22. Juli ein Eongreß von Abgeordneten aller israelitischen Gemeinden des Königreichs statt. Man hat über die Frage berathm, ob es wohl ander Zeit sein dürfte, von der italienischen Negierung einen jährlichen Beitrag ans der Staatskasse für den israelitischen Cultus zu verlangen. . (^rvb. lsr.) Ferrara, den lS. Juli. Der Streit zwischen RaLNtw. Nrdaktio» vr. Lehmauv. — Brrlaz d«r L» 8to»z'schm Hostuchhavdkmz. — Dreck »»» I» Eottslebr» t» MaliP