Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 3 (1862)
- Issue
- Heft 32 (6.8.1862)
- Date
- 1862-08-06
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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'265 sie im Weichbilde der eigenen Äememde kelnm Raum mehr zu finden scheinen: „sie wagen eS, mit ihrer unheimlichen Gestalt vor die große Oeffentlrchkert zu treten. Daß die gesammte jüdische Presse von diesen ohrzerreißenden Dissonanzen unaufhörlich wiederhalle, genügt heutzutage durchaus nicht mehr. Man tritt in eigenen Broschüren, in dem theuerbezahlten Raume des „offenen Sprechsaales" de- „Pester Lloyd" und in sonstigen Tageblättern auf. um vor einem schaulustigen Publikum mit den hübsche» athletischen Künsten paradiren zu können, üneingedenk, daß man hiedurch sich , selbst nur — an den Pranger stellt. Der Genius der Menschheit muß hierüber trauererfüllten Herzens seufzen. Der Judehaß'läßt die gute Gelegenheit nicht uubenützt entwischen: er schmiedet hievon Waffen, gefährliche, unheilbringende! Zu dieser düstern Betrachtung veranlaßt uns ein unter dem Titel: '22 rpnv mnp von dem Vorstande der isr. Cultusgemeinde in Erlau vor kurzem in die Welt geschleuderter „Aufruf an die ehrwürdigen Rabbinate und löbl. Vorstände der iSr. Cultusgemeinden im Königreiche Ungarn." Herr I. Grünbaum tritt hier im Namen der Repräsentanz seiner Gemeinde gegen den ehemaligen Rabbinen, Herrn I. H. Weiß, klagend, stigmatisirend auf. Es geschieht dies in einem Tone, den wir geradezu als unwürdig bezeichnen müssen. Der angegriffene Rabbiner, Herr I. H. Weiß erwiederte hierauf im „Pester Lloyd" in einer Fassung, die ebenfalls nichtweniger als salonfähig. Die Leute überhäufen sich gegenseitig mit den empfindlichsten Insulten und die Lesewelt denkt sich: „Meine Herren, ihr habt Beide Recht!" — Wir haben hier blos über diesen Vorgang unser tiefes Bedauern ausdrücken wollen. Eine Kritik über Form und Inhalt dieser Flugschrift halten wir kaum der Mühe werth. Bitten möchten wir blos, die geehrten Leser des „Aufrufes" mögen die etwaigen sprachlichen Verstöße und stilistischen Absonderlichkeiten keinesfalls dem ehrs. „Vorstande zu Erlau" vindiziren. Derselbe hat das Heftchen nicht geschrieben; er hat im günstigsten Falle — seinen ehrenwerthen Namen eigcnhändig^daraufges.tzt. In Ungarn hat sich bis heute gottlob kein Gemeindevorsteher so weit vergessen, als literarischer Dilettant anszntreten! - 1 . .5 '1,0 /rar..'': --'1 Um Ihnen auch etwa- Erfreuliches mitzuHyle», möge hier noch die Notiz einen Platz finden, daß in Pest vom 1. Juli an ein neue- Blatt ip Mischdeutscher Schrift erscheint unter dem Titel: „Neueste Post." Redakteur des Blatteist der rühmlichst bekannte Rabb. Sal. Köhn; Herausgeber; LHwyS Sohn. Wir wünschen dem Unternehmen^ viel Glücht Paris. Die Kaiserin hat den yberrabhiner von Paris, seine Adjunkte und mehrere Israeliten der Hauptstadt zu Mitgliedern des LocalkomitöS von der Gesellschaft deS kaiserlichen Prinzen ernannt. ... Diese Ernennungen find die gewissenhafte und praktische Ausführung der . edlen, von der Kaiserin in dem Briefe an Herrn Bisch ofSheimer ausgsdrückten Gesinnungen. - Unsere Glaubensgenosse» aus allen Theilen Frankreichs figuriren in großer Zahl auf den Liften der Gründer und Schenker des von der Kaiserin gegründeten barmherzigen Werkes. Es ist nur zu bedauern, daß diejenigen unserer Glaubensgenossen, die bei der Cultusgemeinde amtliche Stellen bekleide», dies nicht bei ihrer Unterschrift bemerkten. Mit Ausnahme des Herrn Carvallo aus Paris, des Herrn Perpignan aus Bordeaux, wÄche als Mitglieder des israelitischen Conststoriums auf der Liste figuriren, haben unsere übrigen Glaubensgenossen von ihren amtlichen Stellungen bei der israelitischen Gemeinde Nichts bemerkt, während sie die Beisetzung ihrer sonstigen Titel und Würden nicht unterließen. Schämen sie sich vielleicht dieser Titel, nach welchen sie an den Wahltagen so ehrgeizig streben? Die Kundgebung ihrer amtlichen israelitischen Stellung würde in diesem Falle eine öffentliche Ehre für das französische Judenthum sein. Warum verweigern sie dies? Der Titel als „Mitglied des israelitischen Conststoriums, oder Verwaltungsbeamter der Synagoge" ist doch mindestens ebenso ehrenwerth, als Mitglied einer Wohlthätigkeitsanstalt oder Verwalter bei einer Eisenbahn. Sie entziehen sich dadurch in der Thal einer religiösen Pflicht. Mährens christliche Schriftsteller oft die Verdienste