Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 3 (1862)
- Issue
- Heft 32 (6.8.1862)
- Date
- 1862-08-06
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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256 und den Ruhm der 2 mellten und des Judenthnms Veröffentlichen, gefallt sich ein 'Mischer Herr Ad. Frank, .die andern GlüubenSmeinungen auf Kosten V'er nnserigen zu preisen und im Neberrnaaße zu erheben. Am Ende eines am 6. Juni im ckourval äes Debat8 über' Herrn Salvador veröffentlichten Artikels spricht Herr Frank von der Annäherung der Dogmen zu' einander und zur Philosophie; hierauf sagt er':' - „Es bildet sich über die ganze Wclt eine moralische Glaubensgemeinschaft, welche das Wiederentstehen und die Erhaltung der geistigen Glaubensgemeinschaft nicht verhindert, welche aber, indem sie ihnen den Zügel und die Würde der Freiheit auflegt, sie zur geschwisterlichen Verträglichkeit nöthigt, und dem biblischen Prinzip, dem christlichen Prinzip der menschlichen Brüderlichkeit eine neue Ausdehnung gibt." Also findet Herr Franks welcher das Judenthum ' im Schloße des kaiserlichen Nathes des öffentlichen Unterrichts repräsentirt und der im Central-Eonsistorinm den Sitz eines Vice-Präsidenten einnimmt im Judenthum das Prinzip der Menschlichen Brüderlichkeit nicht, sondern nur in MeÄ -fremdär' Glauben. Ist es nicht seinerseits Mesonderbare Kühnheit, Chef und Organ eines Cultus zu bleiben, den er Angesichts der Welt abledgnet? - - ' ' ' Derlei Auslassungen kommen dem Ausgeben seiner Religion gleich und sollten ihm für immer den Zutritt zu jedem israelitischen Amt unmöglich machen. ES ist traurig, daß der Bezirk von Nancy, unter einem orthodoxen Rabbiner stehend, einen solchen Mann zum Repräsentanten des Central-Consistoriums ernannt hat. Es heißt dies, Verachtung gegen unsere heilige Religion zeigen. , (Ilniv. Kr.) - Lu Cüüöe, aus der Insel Candia, 25. Mai. Die israelitische Colonie besteht aus ohngefähr 100 Familien, von denen die eine Hälfte aus dem Auslande gekommen, sich mit dem Handel, die andern mit Künsten und Handwerken befaßt Bedrückungen jeder Art, deren Opfer unsere Glaubensgenossen seit länger Zeit waren, machten eS ihnen unmöglich, zum Wohlstände zu gelangen.. Mft Gefahr ihrcs Lebens.errangen sie kaum den nothweudigen Lebensunterhalt. Seit einiger Zeit jedoch,, besonders seit dem orientalischen Kriege, leben sie friedlicher, und ihr Handel gewinnt — Dank dem Schutze der Vertreter der auswärtigen Staaten und besonders de'r französischen Consuln — an, Ausdehnung, ' Mehr als einmal und zu verschiedenen Epoche» haben die französischen Consuln unsere Glaubensgenossen durch Wort und That von allerlei. Gefahre«, Verleumdungen und Schäden gerettet...? . - Obwohl nicht sehr reich, genießen sie eine große Achtung im Lande. Alle Consulate haben Israeliten als Dolmetscher. Der. griechische Dragoman ist durch königlichen Erlaß zu diesem Amte ernannt; derrussische hat so eben einen mit Diamanten reich perzien ten Ring von seiner Majestät dem Kaiser Alexander als Belohnung für seine Dienste erhalten. .. Üeber die Bedrückungen der türkischen Behörden habe« faß unsere Glaubensgenossen seit langer Zeit nicht mehr zu beklagen; mit den Griechen, welche hier die Mehrzahl der Bevölkerung bittren, leben sie in gutM Einverstandniß. Bezüglich der religiösen Anstalten gibt. eS hier zwei Synagogen und eine von dem Vorsänger gekettete Schule, da den Eltern die Mittel zur Engagirung eines tüchtigen Lehrers gänzlich fehlen. In dieser Schule erhalten sie nur Religionsunterricht. Zur Erlernung der ihnen im Handel unk Gewerbe unumgänglich nothwendigen griechischen Sprache besuchen sie die griechische Schule. Einseit zwei Jahcen hier ansässiger Französischleh-.er gibt fünf jungen Leuten mit gutem Erfolge Unterricht....,. , Was die Mädchen anbelangt, so. erhaben sieaus Mangel an Mttteln nicht einmal Religionsunterricht. Die Eltern fangen jetzt an, die Erziehung ihrer Töchter der griechischen Schule anzuverrräue». Die durch das Erdbeben vom 12. Oktober 1856 sehr beschädigten und dem Einsturz nahen Synagoge» werden jetzt mittelst einer Umlage bei den Israeliten des Lander und einer Collecte in Europa wieder hergestellt. Die Gemeinde würde Ihne», geehrtester Herr, sehr verbünde» sei», wenn Sie in Ihre nächste Nummer die Bemerkung aufnehmen wollten, daß der Baron von Rothschild mit 300 Francs für 1857s unterzeichnet und für dieses Jahr in edelmüthlger^ Weise durch Vermittlung des Herrn Albert Cohn 300 Francs geschickt hat. isiH - Drrantw. Ridaktion vr.Srhmann. — Dirlaz d» Lr Rou;'schr» Hvstuchhandluuz. — Druck von I. Tottstebk» i» Madiz. I! « ' '