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Der Israelit · 1862-07-30 · Heft 31 (30.7.1862) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
3 (1862)
Issue
Heft 31 (30.7.1862)
Date
1862-07-30
Page
– (sequence 7)
Language
German
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247 und war für den Sinn der hiesigen christlichen Bevölkerung das ehrenwertheste Zeugmß ablegt, ist, daß keine einzige Stimme sich für ihn erhob. Im demokratische» Verein, wo, wie berichtet, 4 Mitglieder des Vorstandes auf das Erscheinen des Manschen Briefes hi» ihren Rücktritt anzeigten, weil sie nicht länger mit Marr znsämmensitzen wollten, wurden bei der vorgenommene» Neuwahl die 4 Mitglieder wieder gewählt, Marr erhielt dagegen nur S Stimmen und ward in Folge dessen ausgeschlossen. Natürlich wurde über diese Angelegenheit viel geschrieben. Humoristisches, wie „der Judenfresser/ worin ^Marr tüchtig gegeißelt wird , und Ernstes. Nur erwähnen wolle» wir „des Judenspiegel-" von Marx selbst herausgegeben, der seinem Verfasser »och den Todesstoß gegeben hätte, wenn er nicht vorher schon moralisch todt gewesen. ES ist nicht der Mühe werth, die theils irrigen, theils falschen Angaben dieses Elaborats zu widerlegen. Wir erlauben uns nur statt dessen einige Stellen eines Artikels aus dem N. V, dem Organ der Demokratie, überschrieben: „Weiterer Verlauf desMarr'- schen turor snäLLvus" mitzutheilen: „Schiller ließ den erste» Abdruck der Räuber wit einer Vignette versehen, die einen im Sprunge begriffenen Löwen darstellte, mit der Umschrift: I» t^rarmvs! Herrn Marr empfehlen wir, als passende Illustration zu seinen bisherigen judenfeindlichen Artikeln einen tollen Hund zu wählen mit der Devise: Iv 3uäaeo3! Einer ernsten Auffassung des in diesen Lagen von Herrn Marr angeregten Skandals fühlen wir uns trotz dem besten Willen nicht fähig, denn welcher Auge wäre scharfblickend genug, in diesem aufgespeicherten Wust von Jnveetiven, Widersprüchen und Fanfaronaden auch nur den leisesten Ansatz zu einem leitenden Gedanken zu entdecken? Jäh und urplötzlich schleudert Herr B. Marr einen von Wnthausbrüchen strotzenden Artikel in die journalistische Welt, dessen judenfeindliche Richtung viel weniger in Erstaunen setzt, als die darin zu Tage tretende plumpe, handgreifliche Verleugnung alles gesunden Menschenverstandes, den der Bombast verstiegener Redensarten nicht za ersetzen vermag. Da wird mit theologischer Salbung die Bibel zitirt (Lez. des Jadenspügels. A. d. Einsenders) von einem Manne, der sich rühmt, auf der Höhe des materialistische» Unglaubens zn stehen, da wird da- Judenthum angeklagt »ad de» Juden dar Recht auf bürgerliche Gleichstellung aLgesprochen aus Gründen der Religionsfreiheit, dann heißt es wieder, alle Juden seien fammt und sonders mit einigen Ausnahmen von dem Princip der Verkäuflichkeit an den Meistbietenden durchdrungen, sie könnten daher als Juden nicht Staatsbürger werden, ihre Emancipation hänge mit der Trennung der Kirche vom Staate zusammen, und der einzige Ausweg, der sich ihnen biete, sei die Taufe. Die Taufet ES steht schwarz ans weiß da: Herr Marr, der sich feiner Kämpfe gegen das Ehristenthum jüngst in öffentlicher Versammlung gerühmt hat, der in dem angezogenen Briese die Trennung der Kirche vom Staate als den Kernpunkt ansieht, steht nicht an, einige Zeilen weiterhin den Inden den Anspruch auf Theilnahme an den Rechten des von der Kirche zn trennenden Staates nur unter der Bedingung des UebertrittS zur christl. Kirche zuzuerkennen!"- „ES kann uns nicht einfallen, gegen AnSlafsungen dieser Art irgend eine Widerlegung richten zu wollen; wir begnüge« «nS, die darin sichtbaren Symptome einer bedauerlichen GeisteSverirrung zu registriren, da es von pathologischem Interesse ist, den Verlauf dieses in seiner Art einzigen literarischen ParoxiSmus bis in seine letzte« Stadien zu verfolgen und daß diese nicht fern sind, dürfen wir trotz aller gegentheiligen Versicherungen des Herrn Marr, aus der übermäßigen Heftigkeit der erste» Anfälle schließen die auf raschen Verlauf des Nebels hindeuten.* — „Wenn dereinst Marr von seinem Larve juäarcus genesen ist, so wird es vielleicht möglich fein, ein ernsteres Wort mit ihm zu sprechen, als sein jetziger Zustand rathsam erscheine» laßt!- „Er wird mit Verwunderung gewahren, daß er von der jüdischen Kommunefrage, von ihm sonderbarer Weise Tempelsrage genannt, gar nichts weiß, da für deren endgiltige verfassungsmäßige Lösung nicht die Juden, sondern Rath und Bürgerschaft einzutreten haben; er wird bei nüchternem Sinne ein mitleidiges Lächeln derer gewahren, die er mit dem Dolche der Fanatismus wider diejenigen bewaffnet träumte, die ihn bei deiner Krankenvisitte „die Hand gedrückt" haben, er' wird endlich, wie ihm diejüngst »

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