Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 3 (1862)
- Issue
- Heft 31 (30.7.1862)
- Date
- 1862-07-30
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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245 nicht gering gethan, Thaten fordert Gott von uns und em seinem Willen gemäßes Leben. Diese Thaten, dieses Leben fördere das mahnende Wort, indem es UNS durch die Geschichte belehrt, durch Derglei chung spornt, durch Furcht vor der Strafe schreckt, indem es uns auf die. tägliche Erfahrung aufmerksam macht und indem eS endlich von Vornherein bjeweist, daß alles wahrhafte Glück nur innerhalb eines gottgefälligen Lebens zu finden ist. Solche Mahnung, immer wieder und wieder kehrend, unaufhörlich ans Herz schlagend und zum Herzen dringend, unausgesetzt das Verständniß fördernd, wird, wenn sie nicht fruchtbaren Boden findet, den Boden urbar machen und empfänglich für die segensoolle Saat. Die Saat wird aufschießen und Frucht bringen und herankommen wird die Zeit, in welcher der Allheilige, gelobt sei Er, umwandelt den Fasttag des fünften Monats zur Wonne, zur Freude und zum Festtag, da er selbst erbauet Jerusalem und die Verbannten sammelt, denn also heißt es: „Es erbauet Gott Jerusalem, versammelt Israels Verstoßene, Ec heilt die Zerbrochenen Herzen und verbindet ihre Wunden." (Psalm 147 v. 2 u. 3.) Die Illäenjlrage vor Lern k. Grossen AMe ckes IsnLons AllMv. J^ zweiter Berathuug am 15.Mai 1862. (Nach den stenographischen Berichten.) (Fortsetzung.) Täusche man sich nicht! Gar mancher Eidgenosse, der dem Kanton Aargau gewisse Dinge noch nicht vergessen hat, würde sich eine Freude daraus machen, dem „Kulturstaate" gerade in der Judensrage eine Lektion über Bundesrecht. bioMation, Humanität und gesunden Menschenverstand ertheilen zu helfen; allerdings nicht der Jndenfrage wegen, sondern unserer moralischen Demn'higung wegen! Und mögen dann noch so viele Mannen in Lenggern und im Kaps getaget und gegen die Jude» Beschlüsse gefaßt haben, sie würden kaum so mächtig und so mulhig sein, daß die Eidgenossenschaft vor ihnen das Feld zu räumen genöthigt wäre. Fch frage nochmals, wenn cs dazu käme, wie stünde der Aargau mit seiner Ehre und seinem eidgenosfichen Namen da? H-rc Präsident, meine Hrcen Änrahe habe ich geglaubt, alle Momente der Ehre, mit welch'r! der Kanton bei der Angelegenheit betheiligt ist, be-! rührt zu habe». Aber nün, noch einst Haben Sie i das, wie ich höre, jedem Mtzliede des Großen Rathes! zugesandte Gesuch bezüglich der Jndenfrage und Bec- - sassungsreoifion vom ComitL der am 23. März m! Leuggern abgehaltenen Volksversammlung gelesen? Und wollen Sie sich am Lude bei Ihrer Entscheidung von diesem traurigen Schriftstücke das vor jedem Gebildeten eine Entehrung der Presse unsers! Kantons ist, bestimmen lassen? Nein, ich weiß, Sie wollen das nicht! Aber, Herr Präsident, meine j Herren! Sie dürfen auch nicht den Schein, als ob > er geschehen wäre, an sich kommen lassen. Der i Große Rath des Kantons Aargan darf und wird ' seine Ehre und seine Geschichte nie so weit vergessen, , dasi er sich von Grundsätzen, Ansichten, Rechtsbegriffen und Geschäftsanschauungen bestimmen ließe, > welche in dieser Druckschrift niedergelegt sind, und? von welcher ich aufrichtig bedaure, daß sie von einem i braven und sonst verstäuoigen Lehrer unterzeichnet I ist. Nein, sie dürfen und können nicht Gehör und Gewicht einem Aktenstück geben, mit dessen Zusendung schon die der obersten Landesbehorde gebührende Achtung verletzt wurde, einem Aktenstücke, dessen Verfasser das Brandmal des Meineids trägt, und aus der, was die Judenfrage betrifft, Wahrheit und Verstand nur schwer herauszusinden sind. Erlauben Sie mir, daß ich Ihnen hiesüc den Beweis leiste. Das Gesuch sagt: „Die Juden passen nicht zu uns als Mitbürger und Miteibaenossen!" — Gut, wenn dem also wäre, so wollen wir ja eben durch die Einbürgerung und politische Gleichstellung machen, daß sie allmälig wirklich zu uns passen, gerade wie sie in andern Ländern, wo sie! emanzipirt wurden, jetzt besser zur dortigen Bevölkerung passen. Wenn man dann aber vom „zu , uns passen" spricht, so möchte ich den Spieß um- , kehren und fragen: Paßt denn der Verfasser des Gesuchs zu uns, beide), als Mitbürger und als Miteivgenoß? Ec, der seit 20 Jahren mit Nichts im Kanton zufrieden ist; er, der fortwährend unter der braven, friedlichen, gesetz und ordnungsliebenden Bevölkerung des Lano.S Unfrieden stiftet, Zwietracht herum verbreitet, und Lag und Nacht mit List und ^ru.; ans feindselige Tr-.nnnrg des KantonS sinnt und arbeitet; er, der ohne U rterlag jeden Vernunft Ligen Fortschritt in den Kanwnen und im Bunoe bekämpft und verdächtigt, und zur Stunde noch die Prlitck oe) n veluzen sond.rbundes mit allen) ihren verderblichen Con'equenzen oectheidizt und fesch-ält? Passe », denn wirkt', h drese ewigen A ihlhnber wie der V'nasser einer ist, als M.dürger und als Nit' ei)g nossen zu uns? - Ich n-ineeseils glaube, L-.ute. welch! still, rnhrg und '.n ihr Schi k'al ergeben, im Lande leben; Leute, w lche, fest sie diese n Lande