Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 3 (1862)
- Issue
- Heft 28 (9.7.1862)
- Date
- 1862-07-09
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2446951-2447036-2447064--01357-2456611- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
der F-!er, d. i. des ersten ^lachkestta.ieS, auf den ersten Wochentag, mieUnn hi r L N L/t dcn r>2V bezeichnet. De Hering ih?en daran, die Kalenderbestimmung der Juden in Unordnung zu/! bringen. Anfangs mietheten sic falsche Zeugen, um dadurch daS Beth-Din irre zu fuhren. Einst hatten i die BÄHMner.Dysch Haschanah 22 b, Toßephta , z. 2t. eap. ,t) zwei Zeugen um 40) fl. gemiethet, ' einen von den Ihrigen und einen von den Unsrigen. > Der Bcothasianec legte sein Zeugniß ab; der andere! Zeuge sprach, als man ihn fragte, wie und wo «r , den Mond gesehen habe, Folgendes: „Ich stieg hinaus auf die Höhe Evonrim, da sah ich ihn ruhend zwis schon zwei Felsen; sein Kops glich dem eines Kalbes, seine Ohren den Ohren eines Bock s, seine Hörner waren dem Hirschgeweihe ähnlich und sein Schweis lag zwischen seinen Hüften; ich blickte ihn an, erschreck und si?L rückwärts; wenn ihr mir nicht glaubt - chieL^-sirid—200-Gulden, eingebunden, in..einem. Tuch< - . Man sragte ihn, natürlich, was das bedeuten solle; er aber Mach: ^ich hatte gehört, daß die Beothosianer. falsche Zeugen miethen wollten, um die Weisen irre zu führen; da entschloß ich mich, mich ihnen anzubieten und so ihren Anschlag zu verrathe», damit nicht die Weisen durch unwürdige Menschen Untergängen würden:" -— Der Zeuge durfte die 200 dulden behalten, die, welche ihn aemiethet hatten, Mrden bestraft, und die Weisen! trafen die VorsichtSiüaßrigrl,' daß von nun und weiter nur solche Zeugen Zum? NeümondSzcugnisse zugclassen werden sollten, deren Glaubwürdigkeit feststand oder vorher sestgestellt worden war. — Nachdem daS mißlungen, verbuchten di^ Chutäer auf andere Wtlse die Juden irre zu -führen; sie zündeten nämlich auf ihren Bergen an ünrichligen Tagen Feuer an, wodurch natürlich von -denen; welche die Feuer auf den Hohen erblickten, der Tag für den NcumondStag gehalten wurde. Um diesem Irrthum zu begegnen, « war man gezwungen, die NeumondSverkündlgung durch die Feuer auf den Bergen ganz einzustellen und statt dessen Boten ad- - Menden j 'welche den Bewohnern des heil. Landes sowohl wie den auswärtigen Juden, den Tag anzeig- -teü','welchen man in Jerusalem als NeumondStag geheiligt hatte. Diese Boten konnten aber nicht überallhin 'rechtzritig gelangen, und die auswärtigen Juden Mußten, um Unrichtigkeiten -ü «begegnen, zwei Feiertage hatten Als in späteren Jahrhunderten an die Melle des SchaNenS:die Berechnung allem trat, war die Feier der zweiten Feiertage für die Inden außer- - halb des'h: Landes dercitS kin Gebrauch geworden, - Der' Gt'seh'eskrufb erlangt - hatte. - ' i « -; kömmt cs d'cnsi^ ^äß noch heute außerhalb MS h, L. zwdk Festtage gefeiert werden, mit Ans- ' üähme des VersöhNUNgötatzeS, dein kein zweiter Feiert ta^ l^'.gegcben worden, weil zweitägiges Faste» demeisten Mens Heu unmSgttl) sein würde, und mir Ai Znahme deS Neujahrsfestes, welches auch in Palästina zweitägig gefeiert wird. Diese Einrichtung besteht nunmehr unangefochten länger als zweitausend Jahre, bis in unserer Zeit die modernen Srdducäer, Beol^hostaner und Chutäer — die sogenannten Reformer — das Volk vom, Abfalle von der mündlichen Lehre verleiten und den zweiten Feiertag abschasfe.r wollen. Doch wir thuen den alten Sadducäern rc. Unrecht. Die modernen Sec» tirer Hallen auch den ersten Feiertag und de» niemals angefochtenen Sabbat in einer Weife, die selbst, jene nicht billigen würden. Nur mit den Chntäern haben die modernen Sectirer Etwas gemein, nämlich, wett» auch nicht die Berohrung der goldenen Taube, so doch, die des Goldes überhaupt. — Die Chutäer blieben stets die Feinde der Huden. Bei der römischen.Invasion hielten. wre Iosephus oft erwähnt, mit den Römern; wurden aber von diesen schlecht belohnt. DaS Christenthum in seiner Opposition gegen das Judenthum suchte in seinem Schristthume die nieder» und allgemein vö» den echten Inden verachteten Bestandtheike sich anzunahsrn; so kam es, das der reuige Zöllner und derbarmherzige Samariter sprüchwörtliche Figuren geworden sind. Aber die Samaritaner widerstanden dem Christenthume..wie sie später de» Islam widerstanden; sie hatten doch ein vier -» großes Stück Judenthnm in sich ausgenommen, als daß sie es mit dem Wenigem, was Christenthnm und Islam davon ausgenommen hatten, hätten verlang schen mögen. Werden die modernen jüdische» Sorten, die sogenannten Reformer stark genug sein, der lieberwältigang durch die herrschenden Religionen zu widerstehen? — Wenn nun auch die Samaritaner sich nicht völlig unter die andern Rationen verlöre»"so würbe doch ihre Zahl von Tag zu Tag geringer. Ihre. Religion hatte nicht die Kraft, sie z» erhalte^, 'dorr gar zu vermehren. Wiewohl die Samaritaner de» furchtbaren Verfolgungen, welche das jüdischeBolk hat erdulde» müsse», hr weit geringerem Grade auSgssetzt wareu, ss entbehrten sie doch andrerseits der nimmer oersiegenden Krast der echten GotteSlchre, des uabcsiegbiren, besonder.» SchutzedeS Allgewaltigen, der Israel schützt, dg sie .wandern von Volk zu Volk und von einem Königreiche zu einer ander» Nation, der nicht zuläßt, däß die Menschen sie un» terdbücken und - ihretwegen Könige züchtigt,7welcher spricht: Berühret nicht meine Gesalbten - und tyut lei» Leid meine»' Propheten^" (Psi - 10A, MrS tZ—t5.) Wahrlich, als dis Trägtr deS Göttlichen Namens, als-die Verkünder Seiner heilige» Laue ziehe» wir einher unter den Völkern, voll M hohen