Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 3 (1862)
- Issue
- Heft 23 (3.6.1862)
- Date
- 1862-06-03
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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1SL und nach je fünf Dienstjahrcri 25 si. Mage bis zu Lern Maxim algehalte von 560 fl. erhalten soll. Der Gehalt der Gehilfen wurde ans 350 fl. incl. WohrmngZentschädigung bestimmt. So hat auch die Gemeinde Herxheim Lei Landau ihren israelitischen Lehrer bis zum Normalgehalt von 450 fl. aufge- Leffert. ' Kallstadt, 11. Mai. Am verflossenen Freitag vnd Samstag feierte die hiesige israelitische CultuSgemeinde ein gewiß seltene- Fest. ES fand nämlich die Einweihung einer neuen, von Herrn Samuel Lohmamr von hier gestifteten Thora statt. Von Nah uyd Fern ßrömten Freunde herbei, um der Feier beizuwohnen. Die liturgische^ Feierlichkeiten waren ganz der Bedeutung des Festes angemessen. Was UNS besonders fieute, war, daß wir unter dem Zuge spwie in der Synagoge viele protestantische Mitglieder der Gemeinde bemerkten, unter andern den Herrn Vicqr, den Herrn Einnehmer, den Adjunkt, die meisten Gemeinderäthe und die beiden Lehrer. Wohl eine Gemejnde, in der Toleranz im entschiedensten Sinne des Wortes herrscht! Bon der bayrische» Grenze, 19. Mai. DaS neue Schulgesetz kennt principiell keinen Unterschied der Konfession rüäfichtlich der Erhöhung der Lchrerbesoldungen; auch früher wurden die öffentlichen Lehrer aller anerkannten Confessionen mit den ausserordentlichen Remunerationen bedacht. Wie uns jedoch der »Nürnberger Anzeiger" vom 11. d. berichtet, hat „ein im Dienste ergrauter israelitischer Elementarlehrer" vergeblich um die Normirung seiner Besoldung nach dem neuen Schulgesetz gebeten; ja eSi hat danach die k. Regierung de» Bescheid gegeben, „daß das neue Schulgesetz sich nicht auf die jüdischen Lehrer erstrecke." Gegen die Entscheidung ist Ober» berusung beim StaatLministerium eingelegt. Es laßt sich wohl nach der bürgerlichen Gleichstellung der Juden ein diesem Principe entsprechender Bescheid von Eobitste» Staatsbehörde ermatten. Dertin, im Mat Nachdem der Vorstandder Berliner jüdischen Gemeinde" durch das Votum der Repkäsenjantm dle projettitte Einführung der Orgel M'^elner entsprechenden Umwandlung de- CultuL i für die neue Synagoge verrüorsejr sah, herrschte Ruhe und Fttede und man glaubte diese Angelegenheit längst zur ewigen Ruhe eingegangen, da erwacht mit eknemmale die Orgelsrage wieder auS dem dunkle» Grabe, in welches sie durch- Beschluß der Repräsentanten gebettet worden, und erscheint abermals klein drohendes Gespenst. — Einige Herren, der jüdischen Geld-Aristocratie angehörig, erließen nämlich in jüngster Zeit ei» Rundschreiben an die Gemeinde- Mitglieder, in welchem sie ihr schmerzlichstes Bedauern aussprache», daß die Einführung der Orgel (einer so zeitgemäßen Institution N) von den Repräsentanten verworfen worden wärk ' Man «olle diese Angelegenheit in keiner Weise fallen lassen, und möge durch zahlreiche Unterschriften eine abermalige Petition an dm Vorstand der Gemeinde ermöglicht werden. ES haben sich nun verschiedene Persönlichkeiten gesunden, deren Namen auf dm Listen prange», theilS der indifferenten, theils derjenigen religiösen Richtung angehürig, welche niemals zu einer gewissen Klarheit gelangen kmch und alles Hell ausschließlich von der Orgel erwartet. Wer find nun aber diese Männer, die ei« Comitö gebildet haben, und jede Person zur Unterschrift überreden wollen, und welchen Klang haben ihre Namen? Es sind Leute, die in der kaufmännischen Wett zwar dm Ton angeben, aber theilweise dem Judentum so entfremdet sind, daß ihnm Offenbarung, heilige Gebräuche, Sabbat- und Festtags Lächerlichkeiten sind, welche einem längst überwundenen Standpunkte angehören, und diese Leute unterfangen sich, in einer Anmaßung sonder gleichen einen Gewissenszwang auSzuübm, wagen Denen, die 1» unser« heiligen Cult«- jederzeit Trost, Erbauung und die höchste Weihe gefunden habe», eine andere CultuS-Form z» octroyiren, die als eine unMische znrückgewiesm «erden muß. Hie, die immer Gewissensfreiheit predigen, find solche Fanatiker der Gewissensfreiheit, daß sie, indem sie sich als die Träger der Unfehlbarkeit gerirm, die Gewissen der Majorität der Gemeinde knechte» wolle»; hoffentlich mit kemem Erfolge. :: . Ein Wort des Ernstes möchten wir aber an die richte», die wirklich in ihrer HerzenSeinfatt glaubMtz daß i die Einführung der Orgel, die dem Juventhum i