Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 3 (1862)
- Issue
- Heft 23 (3.6.1862)
- Date
- 1862-06-03
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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178 früher noch gar nicht vorhanden gewesen ist. So - konnte auch der kleine, engere Kreis, iy dessen Mitte! die Nothwendigkeit einer solchen Anwalt zuerst ernannt j wurde, und der zugleich HaiH airS Wen legt-, dieselbe zu gründen, sich immer mehr und mehr erwsi- > tern und immer neue Kräfte in sich aufnehmen; so konnte die Theilnahme an diesem Unternehmen mit jedem Tage sich steigern, So klein und uu)s-sutend der Talmud-Verein, der diele Ausgabe sich gestellt, > in seinem Anfänge gewesen ist, ec hat sich bereits die allgemeine Achtung und Anerkennung sowohl durch Verstärkung seiner Mittel, als auch durch Bcrgröj ßeruna seiner Leistungen zu verschaffen verstanden. Wir fassen hi'r hauptsächlich den einen der beiden Faktoren, welche die Thatigkeit deS Vereins auSmachen, ins Auge, nämlich die Jugenderziehung. Der Ursprung dex vom Talmud-Verein gegründeten UnterrichtS-Anstalt, die Quelle, aus der dem Vereine die Verpflichtung entsprungen, für die Jugenderziehung Sorge zu tragen, liegt in der betrüb venden Erfahrung Mber den auf dem Gebiete des jüdischen Wissens verwahrlosten Zustand unserer Jugend. Während für die' verschiedenen Gebiete des WiffenS vom Staate augesorgt und etwa wahczunch runden Mängeln abgeholfen wird, ist der hebräische Unterricht an den jüdischen Lehranstalten sich selbst überlassen und wird von uns selbst größtenteils in den Hintergrund gesetzt. In allen Zweigen der Wissenschaft unterrichtet, weiß die jüdische Jugend von Ihrer.eigenen Wissenschaft nichts; die Geschichte -anderer Völker begreifend, die Institutionen anderer Religionszesellschasten erkennend, bleibt ihr die eigene Lehre ein verschlossenes Buch. In einem Zeitalter, das von Vorurteilen nicht frei ist, in einem Zeitalter, in welchem Juden und Judentum nach alten .-festgewurzelten, am Gehirne judenfeindlicher Männer entsprungenen Vorurteilen gemessen und beurthM «erden, wird auch unsere Jugend unvermerkt von diesen ^Vorurteilen ergriffen: :ste hären dies und 'j-nes Hrthetl, und können selbst nicht entscheiden, -ob Mahr'oder Unwahr, weil sie eben selbst von ihrem eigenen Wesen nichtwissen. Zur Ankenntniß der -Lehre muß unter diesen Umstanden auch Abneigung Hegen dieselbe sich gesellen, -und findet auch der Ueber- -tritt.zu einer andern nicht statt, so tritt.wenigstens der Jitiffereritttmus -ein, den wir.in seiner Äüthe «sehr», und dessen Früchte nicht minder zu.erkennen smd. -Die Kenntniß unserer -Lehre, das Verbältniß mnsererLileratur, der Quelle unsere-religiösen Leben-, «»missen mir Lei der Heranwachsenden Generation, -müd Liese Lücke vuszusüllen, unsere Jugend von dieser Krankheit Ler Ignoranz auf religiösem »Gebiete -M heilen, Hai sich die Unterrichts-Matt de-Talmnd- WereinS -zur -Aufgabe gestellt. Qb dieses bisher nur von yeniäerr gefühlte Bedürfyiß einer splchep Untercicht^-An^alt in der That djejeurge Aufmepfsamfest verdiene, welche sie beansprucht und mit vollem Recht zu fordern glaub^ könnte nur derjenige bezweifeln, der schon in de» Strudel des Jndifferentismus hineingezogen morde» ist. „Lerne dich selbst kennen," stand an einem heidnische» Tempel aufgefchxjcheu: dies- Pflicht der Selbsterkenntuiß sollte als die erste und höchste Pflicht des dickenden Menschen hingestellt werden, und wir sollten uns nicht kennen lernen wollen? uns sollte» dje Mittel fehlen, unser eigenes Leben zn ergründen wie eS angefangen und aus dem ersten Keime sich wetter fort-ntwickelt hat! uns sollte es ganz gleichgiltig sein, welcheeigentlich der MtttelpunL, dawahre Wesen des Lebens unserer Nation seil Sollte der Zusammenhang des Einzelnen mit der Gesammtheit schon so locker geworden sein, daß daS^JÄerUe für die Gesammtheit bei dem Einzelne» gar nicht mehr vorhanden ist! Freilich lehrt uns leider me Erfahrung, daß dieser, traurige Zustand innerhalb der Gemeinde Israels in z» ausgedehntem Maaße existirt, freilich ist dar nationale Gefühl, das Bewußtsein der ZusammengehSriMt zn einem...große» Ganzen, so Manchem, der sich noch Jude nennt, etwas Fremdes. Wer Dank der Vorsehung, die trotz der große» Verheerung urH Verwüstung »aS einen Rest gelassen hat, der die alte» Institutionen unserer Lehre festhält und wahrt, uud für die Interessen unseres Stammes einen empfänglichen Sttm hatte. Nur durch Ünkeantniß unserer Lehre konnte jener traurige Zustand feste Wurzel fassen.»ich so kann und muß er auch wiederum nur dadurch beseitigt werden, daß die Kenutniß der Lehre so viel als möglich.verbreitet «werde. Dies kann aher wiederum nur durch den Jugendunterricht erzielt werben. Es ist natürlich eine höchst schwierige Aufgabe, P dieser Beziehung unter de» -jetzt obwalte»-« Behältnissen Befriedigendes leisten zu könne». JA G schon überaus schwer, du ot» allgemeine-, -rege- Jse, teresse für Judentum und MiM Kteyrwr M M «eleu, wo deren Kenutniß und Berstänomß erst durch den Jugendunterricht sngebahnt werden soll, so mH uns diese-Ausgabe mit Wem Tage um jo jchwleMer erscheinen, wenn wir bedenken, wie auf den andere» Gebiete» des Wissens -je Ansprüche a» die Jugend immer größer Vfld größer weÄen, wie hie Nater» richtSgegenstande.auf den Schstle»>n Umfang »ad Zahl fortwährend zuirehmen; .«zu» wir.sehe», «Le bei andern Wissenschaften MA geeignet ist/ dq- Interesse.des MdO zu.erwecken und zu eryaÜeL hier aber die Jugend meist auSschljeßnch auf l« Schule angewiesen ist. ES ist ohne Zweisä em > mühevoller Versuch, an die Lösung einer so schwierige» Aufgabe heranzutteten, ejner Aufgabe, dexen,nqch fg