Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 3 (1862)
- Issue
- Heft 22 (28.5.1862)
- Date
- 1862-05-28
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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17S lich erkannt, für daS ganze Menschengeschlecht. Wehe dem, der da kömmt zu zeugen in Bezug aus das, wovon er Nichts weiß. Nichts wissen kann mpn r>rv ->pV np ipnz du sollst nicht zeugen wider deinen Nächsten als ein falscher Zeuge. Ach, wie viele falsche Zeugen treten jetzt auf wider Gott und seine h. Lehre, Zeugen, welche die Gotteslehre nur dem Namen nach kennen! Ruft man etwa Juristen zu einem Concil zusammen, um über die Mittel zur Hebung einer körperlichen Krankheit zu berathen, fordert man etwa von Schuhmachern die Entwerfung eines Bauplanes oder läßt man etwa den Aimmermann uriheilen über den modischen Schnitt des Gewandes? Freilich ist die Religion Herzensangelegenheit jedes einzelnen Menschen, mag sein äußerer Beruf sein, welcher er wolle; aber, damit Jemand urtheile über einen Gegenstand, dazu ist doch vor Allem nothwendig, daß er ihn erst kenne, und ehe Jemand urtheilt über die Religion Israels, muß er doch erst die h. Bekenntnißschristen erforscht haben, in denen, dieselbe enthalten ist! Diese h. Bekenntnißschriften find groß an Ausdehuung und überreich an Jahalt, und wer könnte je sagen, er habe das Verständlich derselben vollkommen erfaßt? Mindestens jedoch ist eine Reihe von Jahrzehnten erforderlich , sich mit dem Inhalte derselben auch nur vertraut zu machen, und was geschieht in unserer Mitte? Ueverläßt man das Uriheil den Weisen, den Erfahrenen, denen, die geforscht und geprüft haben? Knaben verletzen die Speisegesetze, Jünglinge entweihen den Sabbat, Frauen übertreten die Reinheitsgesetze, Unwissende verlachen die heiligsten Vorschriften unserer von Gott gegebenen Religion! Freilich gibt eS auch Männer, welche die Thma kennen und dennoch ihre Vorschriften verletzen und die Uebertretung als erlaubt darzustellen sich bemühen. Diese find in der That schlimmer als Alle vbwv nnn ViiLi Mw, aber sie gehören zur Minderzahl; es find daS Verbrecher, wie sie sich auf allen Gebieten der menschlichen Gesellschaft finden, Männer, deren Einbildung größer als ihr Wissen, deren Leidenschaften mächtiger als ihre Erkenntnis sind. Die Meisten jedoch fallen von der Religion Israels ab und suchen hinterher ihre Vergehungen durch Unglauben zu entschuldigen, zu rechtfertigen. Das Licht der Thora führt hin zum Guten, führt zurück zum Guten; eS selbst schützt vor Uebertretung und lehrt uns, vorsichtig zu wandeln in Gotte- Wegen: wm wna ru. -- .. DaS Licht durchleuchtet die Körper, die für dasselbe empfänglich sind und macht sie durchsichtig; so läutert die Thora den, der sie erwählt und die Beschäftigung mit ihr und das strenge Befolgen ihrer Vorschriften überwindet am Ende den Naturtrieb und macht die Natur des Menschen derart empfänglich für dar Gute, erregt im innersten Herzen eine» derartigen Abscheu gegen das Laster, daß daS Wese» des Menschen gleichsam umgestaltet wird und sich austehnt gegen jede Zumuthung de- Bösen, die ihm ehedem natürlich war. Rein ist dann der Mensch und heilig, durchsichtig sein ganzes Wesen, klar und offen sein Thun und Lassen vor aller Welt, fein inneres Denken, wie sein äußeres Handeln — eS gelüstet ihn nicht einmal mehr nach dem, was ihm versagt ist 12N.1 rrb. Er will nichts als Gotte- Gebot erfüllen, und in diesem Nachleben nach dem Willen feiue- Schöpfers findet er seinen höchsten Lohn. Die Freuds die eine gute That ihm bringt, ist so überschwänglich groß, daß er keine schönere Belohnung kennt, als immer wieder und wieder gute Thaten zu vollbringe«, Gottes Gebot erfüllen zu können: 21 2pp wussL i» ihrer Beobachtung ist viel de- Lohne-, oder wie unsere Weisen eS auLdrücken rnro n«v -wv, die Freude an der Ausführung de- Gotte-gebotes ist der schönste Lohn für die Erfüllung desselben. Das ist das Gotteslicht —- eS gleich in Biele« dem irdischen Lichte und übertMt dasselbe bei weitem. Da die ganze Welt in Finsterniß schmachtete, leuchtete uns zuerst am Wochenfeste das Licht de- Glaubens; an sich Kar, leuchtet eunzu Gott empor ohne jede andere Vermittelung und gibt unso vielKlarheit über Sein Wesen, wie unser Auge sie zu ertragen vermag; eS erfreut unser Herz, ist die Sonne unserer Tage und der Mond unserer Nächte. Im Lichte der Gotteslehre wissen wir, wie wir mit unserem Nebenmenschen verkehren sollen, daß wir sein Leben achten, von dem Schlechten und Unreinen ««- fern halten, sei« Eigenthum nicht verletze» solle»; das Licht der Gotte-lehre bewahrt uns vor Lüge nick Falschheit und läutert undergestalt, daß unsere ganze Natur dem Guten, Hohen und Heilige« zu» strebt. 'nrQ w^n ab2pp»ci'2 Hau- Jakod wohlan, laßt uns wandel» im Lichte de- Aüherru. — Grivrterüngen suj verMeäene Lsr JeligionzgejMicke oller äie NwMsn udecksupL beLttKenäe relonuiMelre Gutsrbks - vo» : . u. - ' l . . . : . (Schluß^ Bei den übrige» 3 rvsprr finde» «kr a» der Quelle einen Grund angegeben und zwar 1) barrm. Hier werde ich etwaausführlicher fei», weil das iesende Publikum seit mehreren Decennie» feitendep Reformer z» Tendenzzweckea vielfach irrf gesührt