Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 3 (1862)
- Issue
- Heft 20 (14.5.1862)
- Date
- 1862-05-14
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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US des VorurthellS verscheuchtso sei dies das Werk der aufgeklärten Männer der Wissenschaft', die Duldüng und Huckanität gelehrt und verbreitet hätten" ü. s. w. — Ärf war der Eindruck der Rede auf alle Zuhörer, und sei hier noch einbezeichnende- Ürtheil erwähnt, das wir Über dieselbe hörten: es sei diese Rede nicht blos ein Kampf mit Amälek, sondern ein vollständiger Sieg über denselben. Zu bedauern ist nur, daß der inhaltsvolle und geistreiche Bortrag nicht in weitere Kreise gedrungen ist * „ * Berlin, 6 Mai. Der zum. außerordentlichen Professor der Geschichte ernannte vr. med. Phil. JafsS wird an der hiesigen Universität nur hilfswissenschaftliche Vorlesungen halten. Seine Arbeiten an den Pertzischen Monumenten, dem berühmten historischen Sammelwerk, dessen Protector der deutsche Bund ist, setzt Jaffs fort. Eine Aufforderung der sardinischen Regierung, nach Turin zu kommen, um dort ein dem Pertzischen ganz ähnliches Werk zu redigiren, hatte Jaffa schon vor einiger Zeit abgelehnt. Feuilleton. Muck äes Arirmir von Males Ln -er MoMee von Hebron.! Die „Times" beschreiben in ernenn Briefe aus Jerusalem vom 9. April den Besuch, Yen der Prinz von Wales in der Moschee von Hebron abgestattet hat. ' Lange Unterhandlungen gingen diesem Besuche vorher. Herr Zinn, der englische Consul in Jerusalem, hatte die Pforte um eine Eintritts Erlaubniß ersucht. Anstatt des erwarteten Fermans kam ein Brief des Wesirs an, der die Sache dem Ermessen des Gouverneurs von Jerusalem anheimstellte. Der Gouverneur aber wollte längere Zeit keine Verantwortlichkeit auf sich nehmen, uud gab zuletzt den Vorstellungen des Generals Bruce und des englischen Dolmetschers, Herrn Noel Moore, nur unter der Bedingung nach, daß der Prinz nur eine sehr kleine Anzahl Begleiter milnehme. Dem Gefolge schloß sich der als gründlicher Kenner Palästina's berühmte vr. Rosen an. Bei der Ankunft in Hebron fand sich, daß der Gouverneur zur Sicherheit des Experimentes großartige und vielleicht überflüssige Anstalten getroffen hatte. Lm Truppenspalier besetzte der» EtnjarrgHed Stadt, und auf de« Dächern stände« Wachkposteä. Die Bevölkerung verrietkeine Spur feindlicher Gesinnung, außer indem sie sich von den SttaM fern hielt, als die Fremdlings ankameä. - O Der Hügel Abhang mit dem Felse», En de« ssch die doppelte Höhle Adraham'S und die Gruft o« erzvaterlichen Familie, mit Ausnahme Rachel'sbefinden sollist oft beschrieben worden. Nach Jos-PhuS umgaben die alten Juden die ganze Stätte ikit!<Nlossalen Mauern, die noch heute steherü Innerhalb dieser jüdischen Einfriedung fanven Pilgerdes firbktt» ten und achte» Jahrhunderts schon eine christliche Kirche, die später in eine Moschee verwandelt wurde. Ob die Höhle im Gebäude zu sehe» war, darüber lasse» uns die Berichte mittelalterlicher Reisende» im Dunkeln; aber daß sie sich darin befinde, daS bezweifelten weder Inden, uoch Muselmänner, welche letzteren statt'„Hebron" „EL-Shalil? (GotteSfteuno) sagen. . In diesen heilig gehaltenen Raum ist seit 660 Jahren kein Fuß eines Europäers, außer verstohlen^ eingedrungen. ES gibt in neuern Zeiten nur' drei Beschreibungen des Innern; die eine, kur» und verworren, ist von einem italienischen Bediente« de» Herrn BankeS, der verkleidet hineinkam; die andere ist von dem Geistlichen Dere Monro, der aber nicht aus eigener Anschauung zu sprechen scheint; die dritte ist von Ali Bey, einem spanischen Renegaten. » Der Berichterstatter der „Times" erzählt rür«: „Wir stiegen eine Treppe hinauf, deren Stufenzähl deutlich zeigt, daß die Moschee auf dem höchstmt Hügelhang, also über der Höhle liegt und alswft in den Bereich der Moschee traten, empfing uns einer der Hüter, Abkömmling eines der Gefährten Muhamed's, mit größter Artigkeit, obgleich seine Diener tiefe Seufzer ausstießen, so oft wir uns von smem geweihten Punkt nach einem anderen degabem ' Wir gingen barfuß durch einen offenen Hof in die Moschee/ deren Bauart den byzantinischen Ursprung verrät-. Im Innersten der äußeren Säulengänge befinden sich die zwei ersten Gräber; in der Nische zur Rechten das Grab Abrahams, in der zur Linken dwt Sarah's, beide mit silbernen Thoren verschlösse«. Den Schrein, der Sarahs Grab enthält, ersuchte man uns, nicht zu betreten, weil es die Behaus««« einer Frau sei. Den Schrein Abrahams erschloß man nach einigem Zögern und nach einem Gebet aN den Patriarchen, daß er den Eintritt erlauben möge. Die Wände des Grabgewölbes sind au- Marmor und das Grab selbst sieht den meisten muhamedanischen Stemsärgen ähnlich und ist natürlich nur eine Art Cenotaph, der als Denkmal über der eigentlichen Grabstätte .-.richtet ist. Er ist au: übcrgypste.n Stein oder Marmor und mit grünen, goldgestickten Tep-