Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 3 (1862)
- Issue
- Heft 20 (14.5.1862)
- Date
- 1862-05-14
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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160 xichen behängen. Die drei Teppiche dieser Grabes sind von Mohamcd II., Selim I. und dem verewigten Sultan Abdul Medschid geschenkt. Im Innern der Moschee zeigte man uns in derselben Weise die Gräber JsaalS und Ncbecca's. Dieselben sind in gesonderten Capellen angebracht und haben statt der silbernen nur eiserne Thüren. Rebecca's Heiligthum blieb uns aus demselben Anstandsgrunde wie das Sarah'S verschlossen, und als wir Isaak besuchen wollten, bat man uns, dich ja nicht zu thun, denn eS sei ein großer Unterschied im Charakter der zwei ersten Patriarchen. „Abraham," hieß cS, ist die Güte selbst und verzeiht jede Beleidigung; sprach er doch selbst gegen daL Urtheil GotteS über Sodom und Gomorrha. Isaak dagegen ist sprichwörtlich mißtrauisch und es ist sehr gefährlich, ihn zu reizen. Als Ibrahim Pascha seine Gruft betreten wollte, wurde er von Isaak hinausgeworfcn und stürzte zu! rück, wie vom Donner gerührt" Die Gräber Jacobs und Lea's befinden sich in ähnlichen Mauervertiefungen wie die Abrahams und Sarah'S, aber in einem besonderen Gange, dem Portal der Moschee gegenüber. Au Lea'S Grab sind, wie man durchs Gitter sieht, zwei grüne Fahnen gelehnt, deren Bedeutung unbekannt ist. Jacobs Schrein enthält nichts BemerkenSwertheS. Josephs Grab — sein Leichnam wurde nach einer LandeSsage von Schechem nach Hebron übertragen — sieht man in einer überkuppelten Capelle, die sich an die Außenwand der Südsette des Gebäudes lehnt. Es hat weniger kostbare Verzierungen, als die anderen und obgleich der Name seiner Frau (Zuleika nach muhamedanischer Lesart) in den Zeugnissen der Pilger, welche die Moschee besucht haben, mit verzeichnet wird, wird kein Grad Zuleika's gezeigt. Bis letzt (fährt das Schreiben fort) hatten wir kein SteroeuSwörtchen über den Gegenstand gehört, der uns doch am meisten inter.ssirte — über die heilige Höhle selbst*), in der, wie man glauben darf, wenigstens ein Mitglied der Patriarchenfamilie, der einbaliamirte Leid Jacobs nämlich, unversehrt ruht. Wir fragten natürlich eifrig nach, dis man uns einen Blick hineinwerfen ließ. Im Innern der Moschee, an der Ecke des AbrahamS-SchreineS, befindet sich eine kreisförmige Oessnung, etwa 8 Zoll im Durchmesser, deren Stand einen Fuß hoch über dem Boden stark ummauert ist, deren untere Gewandung jedoch, so weit wir sehen und fühlen konnten, auS lebendigem Fels besteht. Diese Höhlung öffnet sich in einen liefen dunklen Raum, der kaum etwas anderes als die altehrwürdige Höhle von Machpelah sein kann und sich nach der Meinung unsere- Führers, unter die ganze Plattform hinzieht. Dieß ist die einzige Oessnung in der Hohle, welche die Hüter anerkennen wollten. Einst, sagten sie, vor 2500 Jahren, war ein Diener eines großen Königs durch irgend einen anderen Eingang in die Höhle gedrungen. Als er hinadstieg, war er im Besitz all seiner Sinne und sehr beleibt; zurück kehrte er blind, taub und als ein abgezehrter Krüppel. Seitdem wurde jene Pforte verschlossen, und nur diese Oeffnunng gelassen, theilS damit die geweihte Luft der Höhle Ln die Moschee aufsteige und von den Gläubigen gerochen werde, und theilS um vermittelst einer Kette, die wir an der Mündung hängen sahen, eine Lampe hinabznlaffen, damit sie auf dem geheiligten Grabe brenne Wir fragten, ob man sie nicht jetzt anzünden könnte. Nein, hieß es, der Heilige hat gern eine Lampe bei Nacht, aber nicht am Hellen Tage. Die Resultate des vom Prinzen abgestatteteu Besuchs sind vielleicht eine Enttäuschung Dr Diejenigen, die sich eine directere Lösung der Mysterien von Hebron versprochen hatten. Aber man wird sich doch freuen, zu vernehmen, daß vr. Rosen, mit dem Beistände eines aus unserer Gesellschaft, erneu Grundriß der ganzen Stätte (xlrttLorm) gezeichnet Hatz und so hoffe ich, daß diese Ergebnisse in seinen Händen und in denen anderer Bibelforscher nicht bloß dazu dienen werden, den prinzlichen Besuch zu ei»em Gegenstände langer und dankbarer Erinnerung für Diejenigen zu machen, die durch ihn den langersehnten Eintritt gewonnen haben, sondern auch um die Kenntniß dieses weltberühmten PuncteS wirklich M fördern. B e r i ch t L g rr « - in Bezug auf den Leitartikel in Nro. 17 „Bemerkungen rc.* j Sette 1S1 Spalte 2 Zeile 13 und 15 ist zu lese«: anstatt Pleona, Plevna. . 1 „ 131 Spalte 1 Zeile 19, anstatt: bei der -zyprischen Gemeinden, bei der mostarabHfcheM Gemeinde. „ 131 Spalte 2 von Zeile 15 bis 18 muß eg so heißen: I» Plevna also sammelten sich die rr*vn' der v'MVn p'p deren Muttergemeinde Nikopol, als auch die der p'p deren Muttergemeinde Dudon, das ist Widdin, war. Bon Plevna aus aing der Brief an den eckw» aber nicht von Ofen; (Siehe auch bmi nxsa des Josef Karo Nr. 134, wo ebenfalls Plevna als nahe gelegen zur Stadt Sofia vorkommt.) 132 Spalte 1 Anmerkung 24 muß eheißen anstatt mrr. *) Man sehr in unsrer ausführlich,a Beschreibung in Rr. 8 d. I., was R. Benjamin von Tudeta über die eigentlich» Höhle unv Herrn Gräber sagt. _ Äerantw. Redaktion vr.Ltbmann. — Verlag der L« Roux'schen Hosbuchhandkmg. — DruckvonI- Gottsleien t» Mainz.